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Heilbronner Studenten befragten Seelower zum SEE-Kürzel / Nummernschild gilt als kostenloses Stadt-Marketing

Großes Interesse am Alt-Kennzeichen

SEE oder MOL? Die Heilbronner Studentinnen Anja Authebrith und Christine Raub (v. l.) befragen hier Seelows Bürgermeister Jörg Schröder zum Alt-Kennzeichen.
SEE oder MOL? Die Heilbronner Studentinnen Anja Authebrith und Christine Raub (v. l.) befragen hier Seelows Bürgermeister Jörg Schröder zum Alt-Kennzeichen. © Foto: Johann Müller
Marco Marschall / 08.05.2012, 18:47 Uhr
Seelow (MOZ) Das Bundesverkehrsministerium will den Weg für Alt-Kennzeichen freimachen. Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger hält die Wiedereinführung für nicht notwendig. Heilbronner Studentinnen fragten gestern auf dem Seelower Markt Bürger, wie sehr sie am SEE -Kennzeichen hängen.

Eine knappere Aussage hätte er nicht treffen können. "Sehr gut", antwortete Seelows Bürgermeister Jörg Schröder auf die Frage, wie er eine Wiedereinführung des alten SEE-Kennzeichens fände. Er begrüßte zwei Studentinnen der Hochschule Heilbronn, die sich im Rahmen einer unabhängigen Studie dem Thema Nummernschild und dessen identitätsstiftender Wirkung angenommen haben. Fünf Forschungsteams des Instituts sind dafür in ganz Deutschland unterwegs. Es geht um die Meinung der Bürger zur "Kennzeichenliberalisierung". Sie sollen die Möglichkeit haben, zwischen MOL und SEE zu wählen.

Vor allem in Hinblick auf eine weitere Gemeindegebietsreform findet Bürgermeister Schröder das Thema wichtig. "Wenn die 2014 kommt, weiß keiner, wie die Kreise dann aussehen werden", sagte Schröder. Bei einer Reform stünde auch das derzeitige MOL wieder zur Debatte.

"Bereits bei einer vorherigen Befragung von mehr als 30000 Personen in 144 Städten haben 74 Prozent der Befragten die Möglichkeit, sich bei Neuanmeldung des Fahrzeugs für ihr altes Kennzeichen zu entscheiden, favorisiert", erzählte Studentin Anja Authenrieth zum bisherigen Trend. Mit ihrer Studienkollegin Christine Raub hatte sie sich gestern zum Ziel gesetzt, innerhalb von fünf Stunden 250 Menschen des Altkreises zu befragen, um ein repräsentatives Stimmungsbild zu liefern.

Das Interesse am Thema war gestern Vormittag groß. Auch wenn einige der Befragten weiterhin mit ihrem MOL für Märkisch-Oderland zufrieden sind, blieben sie neugierig am Aufsteller der Studentinnen aus Heilbronn stehen.

Peter Strohbach, Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerkes, sprach sich ganz klar für das SEE aus. "Seelow, das sind die Seelower Höhen, SEE bedeutet Identität", befand Strohbach inbrünstig. Tatsächlich geht es bei der Studie um Marketing und Tourismus. Allerdings ist in erster Linie der Binnenaspekt von Bedeutung, so Leiter der Studie Prof Ralf Bochert. Das Kennzeichen sei ein Element, das zeige, wie groß die Bindung der Bürger zu ihrer Stadt ist, wie sehr sie sich mit ihrer Heimat identifizieren. Das könne letztlich dazu führen, dass sie dieser Heimat treu bleiben und nicht abwandern. Gleichzeitig seien es die Bürger, die mit ihrem Kennzeichen Werbung für ihre Stadt und diese zumindest bekannter machen. Fürs Stadtmarketing seien die Alt-Kennzeichen daher besonders interessant, da diese Werbung vom Bürger finanziert wird und die Kasse der Kommune schont.

Die Studie der Heilbronner Wissenschaftler ist für Seelow und andere Städte ebenfalls kostenlos. Initiator ist allein die Hochschule der baden-württem-bergischen Großstadt. Finanziert wird sie durch Forschungsgelder. "Wir mussten unabhängig bleiben", so Professor Bochert. Ein positives Ergebnis fürs alte Nummernschild sollte nicht mit den Marketinginteressen der Stadt in Zusammenhang gebracht werden, erklärt er. Die Hochschule sei an den Umfrageergebnissen auf Länder- und Bundesebene interessiert, stellt der Stadt ihre Zahlen aber kostenlos zur Verfügung. Noch vor Pfingsten sollen sie übermittelt werden.

Eine Erkenntnis scheint bereits, dass vor allem junge Menschen ein großes Interesse an der klaren Zuordnung zu ihrer Stadt haben und sich ein dementsprechendes Kennzeichen wünschen. "Die Zustimmung in der Gruppe der 16 bis 30 jährigen ist besonders hoch", so Christine Raub. Bei ihrer Befragung am Oberstufenzentrum trat der 20-jährige Markus Luchs sofort den Beweis an. Er würde sich in jedem Fall fürs SEE-Kennzeichen entscheiden, antwortete er der Studentin. "Ich habe Zuhause sogar noch ein alte Kennzeichen-Tafel herumzuliegen", verriet er.

Ob die Seelower und Bürger anderer Städte ihr Kürzel künftig frei wählen können, darüber soll der Bundesrat voraussichtlich noch in dieser Jahreshälfte entscheiden. In Seelow würden es viele begrüßen.

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Anonymous 11.05.2012 - 19:46:17

Was für ein Quatsch

Gibt es keine wichtigeren Probleme? Wen interessiert, welches Nummernschild an einem Auto klebt? Absolut nicht nachvollziehbar. Und nein, ich bin kein nörgelnder Radfahrer oder Fußgänger, sondern fahre auch meinen eigenen PKW.

der Holgo 09.05.2012 - 22:26:37

Also wenn es dann schon möglich ist

werde ich bei meiner nächsten Autoanmeldung auch wieder das SEE nehmen. Mein aktuelles Kennzeichen würde ich zwar ohne Not nicht ummelden aber wenn dann mal ein frisches Auto fällig ist, dann mach ich das.

MOZ - Leser 09.05.2012 - 21:39:57

@Lokaler

was willst du als Lebuser, Podelziger, Letshiner oder gorgaster mit einem MOL Kennzeichen? Auch wir die in diesen Orten wohnen, wollen unser SEE - Kennzeichen zurück. Die Frage ist nur, warum geht man davon aus, dass die die das SEE - Kennzeichen wollen in Seelow auf dem Marktplatz sind? Viele die gern ihre Meinung dazu gesagt hätten, egal ob dafür oder dagegen sind berufstätig und außerhalb von Seelow tätig. Insoweit sollte man doch durch eine Hauswurfsendung z. b. im Rahmen der Amtsanzeiger die Bevölkerung befragen um einen represantativen Durchschnitt zu bekommen

Lokaler 09.05.2012 - 15:14:42

Falscher Befragungskreis

Das die Bürger der Städte, die bisher ein eigenes Kennzeichen hatten, also SEE, SRB und FRW, dieses gern wieder haben wollen ist ja klar. Aber was ist mit den Bürgern aus den anderen umliegenden Städten und Gemeinden? Warum sollen die sich das wünschen? Ich denke die bleiben bei MOL und werben nicht für Städte in denen sie gar nicht wohnen.

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