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Frankfurter und Slubicer feiern gemeinsam den Europatag / Rund 20 Einrichtungen beteiligt

370 Menschen bilden einen Stern

Rekordversuch: Rund 370 Menschen wollten zusammen auf der Stadtbrücke einen Stern bilden. Nun wird die Bewerbung eingereicht.
Rekordversuch: Rund 370 Menschen wollten zusammen auf der Stadtbrücke einen Stern bilden. Nun wird die Bewerbung eingereicht. © Foto: FOTO Michael Benk
Annette Herold / 09.05.2012, 18:39 Uhr - Aktualisiert 09.05.2012, 21:40
Frankfurt/Slubice (MOZ) Hunderte Teilnehmer an gut 20 Stationen - zum zweiten Mal haben Frankfurt und Slubice gestern gemeinsam den Europatag gefeiert. Am Anfang stand der Versuch, mit einem Europastern auf der Stadtbrücke ins Guinness-Buch der Rekorde zu gelangen.

Wenn es nach Kacper Kotynski ginge, könnte Europa an jedem Tag gefeiert werden. Gestern Morgen war der Fünfjährige aus Slubice mit anderen Mädchen und Jungen aus seinem Kindergarten auf die Stadtbrücke gekommen - um gemeinsam mit den Menschen dort die Europahymne zu singen, um seinen gelben Luftballon in Richtung Norden fliegen zu lassen und um einen Rekord zu brechen: Mindestens 347 Menschen sollten auf der Stadtbrücke, die eigens deshalb zwei Stunden lang für den Autoverkehr gesperrt wurde, einen Stern nachbilden. Sterne auf blauem Grund bilden die Europaflagge.

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Weltrekordversuch auf der Stadtbrücke

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Dass das Gebilde, das dabei zustande kam dann allenfalls sternenähnlich ausfiel, kümmerte Kacper wenig. Er fand es einfach schön auf der Brücke und hoffte, bald wieder einen solchen Ausflug unternehmen zu können. In Frankfurt sei er sowieso häufiger, erzählte er noch, auf der Oderpromenade und auf dem Ziegenwerder zum Beispiel oder im Wildpark. Für Frankfurts Alt-Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU), Slubicer Ehrenbürger und als Gast der Nachbarstadt auf der Brücke anwesend, ist es wichtig, dass schon Kinder erleben, was ein geeintes Europa im Alltag bedeutet. Es sei wichtig, dass schon die Kleinen „Europa im Kopf und im Herzen tragen“. Es gebe keine Alternative zu dem Staatenverbund, sagte Patzelt noch, bevor er stimmgewaltig in „Freude schöner Götterfunken“, die Europa-Hymne, einstimmte.

„Aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ lautete das Motto des Tages, an dem sich in beiden Städten mehr als 20 Einrichtungen beteiligten. Vom Picknick im Lennépark bis zum Generationendialog der Linken reichte das Programm. Angemeldet hatten sich nach Angaben der Stadtverwaltung mehr als 700 Interessierte. Neben Frankfurter und Slubicer Bürgern nahmen auch mehrere Schulklassen aus der Region teil.

Zur Eröffnung hatten Frankfurts Kämmerin Claudia Possardt und Slubices Bürgermeister Tomasz Ciszewicz den Teilnehmern viel Entdeckerlust beim Wahrnehmen der Angebote gewünscht. Aus Sicht von Manfred Kröger war das Programm kaum zu bewältigen. Fünf für ihn interessante Punkte hatte sich der Frankfurter im Europa-Tag-Flyer angestrichen, hoffte aber noch auf zusätzliche Kapazitäten. Er finde so vieles spannend, erzählte der Rentner - und wenn es seine Kräfte zulassen würden, wollte er unbedingt am Abend auch noch die Veranstaltung „Senioren - aktiv und kreativ“ im Collegium Polonicum besuchen. Gereizt hätte ihn auch der „Spaziergang in Europa“ zum Slubicer Stadion mit einem Vortrag zu dessen Geschichte.

Kreativ sein und ihre Möglichkeiten nutzen wollten auch Michal Rosiak, Jan Muszynski, Barbara Denczew und Janina Deptuch, die an der Europa-Universität ihre Dienste als Leih-Omas und Opas anboten. Die Idee dahinter: Studenten mit Kind können den Nachwuchs zur Betreuung den ehrenamtlichen Großeltern überlassen, um sich intensiver um ihr Studium zu kümmern. Dass der Zuspruch anfangs verhalten war, entmutigte die vier Slubicer Rentner kein bisschen: Das nächste Mal wollen sie so eine Börse am Collegium Polonicum veranstalten.

Organisatorin Katrin Becker, Mitarbeiterin des Frankfurt-Slubicer Kooperationszentrums, zog am Nachmittag eine positive Bilanz. Optimistisch zeigte sie sich, was den Rekordversuch betrifft. „Wir haben etwa 370 Menschen gezählt“, sagte sie. „Nun werden wir die nötigen Unterlagen einreichen und sehen, ob der Rekord anerkannt wird.“ Anerkannt oder nicht - für gelungen hielt sie die Veranstaltung auf jeden Fall. Auch im Stadtbild Frankfurts und Slubices habe sich der Europatag über die Eröffnung auf der Brücke hinaus bemerkbar gemacht, resümierte Katrin Becker zufrieden. Und kündigte an, dass er auch im kommenden Jahr auf jeden Fall gefeiert werden soll.

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Sternchen 11.05.2012 - 17:36:16

Einfach machen

Es gibt Dinge, die macht man einfach und das ist gut so. Eine Brücke ist immer ein Symbol und dieser Stern unterstreicht den verbindenden Charakter dieser Brücke. Die Zwei-Stunden-Sperrung wird wohl die "Supertanktouristen" mit den gelben, grünen und braunen Kraftstoffbehältern , in der Regel drei bis vier, nicht an den Rand der Armut geführt haben. Deutlich erkennbar an den Kennzeichen mit drei Buchstaben.

Josef Lenden 11.05.2012 - 07:06:50

Gut

Ich fand die Sache sehr gut und werde sie immer wieder unterstützen.

Beobachter 10.05.2012 - 09:22:39

Ich bin begeistert...

... 370 Menschen, davon ziehen wir die jeweiligen Stadtverwaltungen, Kindergäretn etc ab.... und was bleibt ist der riesige Anteil der begeisterten Bewohner beider Stadtteile... Da kommen zum Altstadtfest bedeutend mehr Menschen. Nimmt man nun an, dass alle freiwillig da waren und nicht während der Arbeitszeit, dann reden wir bei den paar Hanseln und einer angenommen Gesamtbevölkerung von 80.000 von 0,46 %! Und für dieses tolle Bekenntnis der SOLIDATRITÄT der VÖLKERVERSTÄNDIGUNG und BLABLABLA sperrt man die Brücke... Wie in der DDR nur noch blöder!

Frank 10.05.2012 - 01:50:27

Sperrung

Und für sowas sperrt man stundenlang die Brücke!Die Promenade hätte es auch getan.

Thomas S. 09.05.2012 - 19:11:47

Was sonst noch passierte

Rechtzeitig vor Sperrung der Stadtbrücke für diese symbolträchtige Aktion geschah dies: http://www.internetwache.brandenburg.de/sixcms/detail.php?id=11025107

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