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Danewitzer Backofenfest zieht immer mehr Besucher an / Ausflügler kommen aus Berlin und Brandenburg

Hunderte Brote - Tausende Gäste

Links wird gebacken, rechts schon gewartet: Heinrich Cezarek (vorn) hatte ebenso wie die anderen Danewitzer Brotbäcker und ihre Helfer alle Hände voll zu tun, um die riesige Nachfrage erfüllen zu können.
Links wird gebacken, rechts schon gewartet: Heinrich Cezarek (vorn) hatte ebenso wie die anderen Danewitzer Brotbäcker und ihre Helfer alle Hände voll zu tun, um die riesige Nachfrage erfüllen zu können. © Foto: Renate Meliß
Renate Meliss / 13.05.2012, 19:51 Uhr - Aktualisiert 14.05.2012, 08:54
Danewitz (MOZ) "Wir hatten heute mehr Besucher als während unseres ersten Festes im Jahre 1993." Dieser Satz war während des Backofenfestes am Sonnabend in Danewitz öfter zu hören gewesen und er spricht für den Erfolg der Veranstaltung.

Auch nach Jahren hat das Backofenfest nichts von seinem Reiz verloren. Im Gegenteil. Es lockt offenbar immer mehr Besucher aus nah und fern an. Die Gäste strömten am Sonnabend Vormittag nur so in das kleine Dorf, dessen Straßen nahezu zugeparkt waren. Gebacken wurde an den Feldsteinbacköfen schon seit Freitagabend. Als die Besucher am nächsten Tag eintrafen, kamen die ersten duftenden Laibe bereits aus den Öfen. Schon gegen Mittag waren die insgesamt 100 Brote an der Dorfstraße 55 bei Familie Klockow restlos verkauft.

Vor 20 Jahren besaßen einige Danewitzer Familien noch die alten Feldsteinbacköfen, nur deren Zustand war nicht mehr der allerbeste. Mit der Idee und dem Engagement, sie wieder für das Backen herzurichten, lag das kleine Dorf goldrichtig, wie sich immer wieder zeigt.

"Vorsicht!" - Nur einige hundert Meter weiter war der Backofen bei Heinrich Cezarek dicht umlagert. Mit einer langen Stange stand er vor ihm. Etwa 80 Brote fasst der Backraum des Ofens unter der alten Linde. Auch Kuchen wurde hier angeboten.

"Nach dem Krieg haben wir auch selbst Brote gebacken, aber solche!". Eine ältere Frau deutet mit den Händen die Maße an, während die Leute standen und warteten. Ganz wie zu DDR-Zeiten, als man auch überall anstehen musste, meinte jemand.

Gerade waren die Bäcker dabei, mittels Mehlprobe die Temperatur im Ofen zu testen. Etwa eine dreiviertel Stunde dauert es im Schnitt, bis eine Ladung Brote gar ist. Etwa 200 Laibe hatte man hier vorbereitet.

Inzwischen brachten die Frauen auch noch blecheweise Kuchen, belegt mit Pflaumen, Zucker, Äpfeln. Dichtes Gedränge wiederum am Backofen von Ortsvorsteher Friedrich-Wilhelm Gesche. 180 Brote warteten aufs Abbacken, Kuchen ebenfalls. "Das hat uns schon mal interessiert. Mal kosten, ob das Brot anders als im Back-Shop schmeckt!", lautete ein Kommentar. Das dies der Fall ist, wundert niemanden.

In Danewitz wird noch alles von Hand zubereitet, da hieß es manchmal auch warten, der Teig musste schließlich erst einmal "gehen". Die Gäste waren unter anderem aus Heckelberg, Bad Freienwalde, Oberhavel, Strausberg und Eberswalde, aus Erkner, Templin und Berlin-Köpenick gekommen. Viele Rad-Touristen befanden sich darunter.

Es waren derart viele Besucher gekommen, dass auch dem Vorsitzenden des Backofenvereins Detlef Matzke und seiner Frau Dagmar schon am frühen Nachmittag der Schweiß auf der Stirn stand. "Wir haben mit den Frauen des Dorfes etwa 90 Bleche Kuchen vorbereitet."

Zum Mittagessen kamen die beiden nicht. Sowohl die gut gefüllte Gulaschkanone als auch Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl waren inzwischen längst ausverkauft. Die Besucher ließen es sich auf dem Festplatz schmecken, auf dem bereits volksfestähnliche Atmosphäre herrschte. Die längste Schlange bildete sich vor dem Backstand. Auch die Jüngsten konnten Teig kneten und selbst backen, während der Vereinsbackofen abermals angeheizt wurde und bei Familie Gesche für dieses Mal die letzten Brote in den Ofen kamen. "Jetzt ist Schluss, wir wollen schließlich auch noch etwas vom Fest haben!", hieß es vom Ortsvorsteher resolut.

Denn zum Backofenfest gehörte ein buntes Kulturprogramm mit Ponyreiten, einer Tanzgruppe aus Dannenberg und mit dem Leierkastenmann. DJ René sorgte beim Tanz in den Abend für musikalische Stimmung auf dem Festplatz.

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