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Alte Gebäude fallen / Neue Chefin legt besonderen Wert auf Umwelt-Standards / Stabile Mitarbeiter-Zahl

Dynea-Werk wird umgebaut

Neuer Phenol-Tank: Anja Plugge, die Geschäftsführerin des Erkneraner Werks, vor einer der neuen Anlagen, die auf dem Gelände an der Berliner Straße entstanden sind.
Neuer Phenol-Tank: Anja Plugge, die Geschäftsführerin des Erkneraner Werks, vor einer der neuen Anlagen, die auf dem Gelände an der Berliner Straße entstanden sind. © Foto: MOZ/Joachim Eggers
Joachim Eggers / 15.05.2012, 20:00 Uhr
Erkner (MOZ) Das Dynea-Areal an der Berliner Straße wird umgebaut. "Wir trennen uns konsequent von alten Gebäuden", sagt Geschäftsführerin Anja Plugge. Das Chemie-Werk, der größte industrielle Arbeitgeber in Erkner und Umgebung, ist bisher gut durch die Finanzkrise gekommen.

Rund 120 Beschäftigte finden im Dynea-Werk, das im Volksmund immer noch "die Plasta" heißt, Arbeit - eine Zahl, die sich in den vergangenen 10 bis 15 Jahren immer mal wieder verändert hat, aber eben nicht grundlegend. Im vorigen Jahr nun ist in Erkner der langjährige Werkleiter York Frömel in den Ruhestand gegangen, auch der Konzern-Bereichsleiter für Ost- und Mitteleuropa, der Österreicher Sylvester Schiegl, schied altershalber aus. Das, sagt Anja Plugge, war Anlass für eine kleine Struktur-Änderung: Sie ist seit Oktober nicht nur Werkleiterin, sondern auch Geschäftsführerin des Standorts, der eine eigene GmbH ist. Erkner ist einer der größten europäischen Standorte des weltweit agierenden Konzerns, dessen Zentrale in Finnland steht.

Die 42-Jährige ist Ingenieurin mit betriebswirtschaftlicher Ausbildung, hat lange in der Pharma-Industrie gearbeitet, zuletzt in Frankfurt/Main. Die neue Herausforderung habe sie gereizt - zumal in Erkner einiges zu verändern ist. Vor Kurzem ist das Gebäude mit dem Arbeitstitel P4 - für die Polyester-Produktion - abgerissen worden, demnächst kommt der alte Backsteinbau P2 an die Reihe. Auf dem großen Areal - insgesamt 10 Hektar - komme es darauf an, die Wege effizient zu gestalten, sagt die neue Chefin.

Außerdem entsprächen so manche alte Anlagen einfach nicht mehr den heutigen Umwelt-Standards. Deshalb werden auch neue gebaut. Nach dem Großbrand im Oktober 2010 wurden spezielle Schränke für die Gefahrstoffe errichtet. In Richtung Bahn werden zur Zeit Abfall-Container umgebaut, die auf spezielle Tassen gestellt werden müssen, damit nichts in den Boden sickert. Rund 2,5 Millionen Euro werden dieses Jahr in das Werk investiert - wobei Abriss und Bau von Gebäuden noch gar nicht dabei sind, sagt Anja Plugge.

Das Werk hat mehrere Standbeine, und dieser breiten Basis schreibt Anja Plugge es zu, dass Dynea in Erkner bisher gut durch die Finanzkrise gekommen ist. Das wichtigste Produkt sind immer noch die Flüssigharze, die in vielen Industriezweigen weiterverarbeitet werden. 5000 bis 6000 Tonnen pro Monat werden produziert. Außerdem hat das Werk eine Mahlanlage, in der feste Kunstharze mit Zusatzstoffen versehen werden; daraus werden dann zum Beispiel Bremsbeläge. Und schließlich wird an der Berliner Straße Dispersionsleim hergestellt - der geht vielfach nach Osteuropa, in Spanplattenwerke. Rund 70 Millionen Euro Umsatz mache Dynea Erkner jährlich, sagt Anja Plugge. Das Werk hat weiterhin eine Entwicklungs-Abteilung; die Grundlagen-Forschung sei allerdings nicht mehr so stark ausgeprägt.

Für die Zukunft sieht sie das Werk gut gerüstet. Die Themen sind gesetzt: mehr Energie-Management, eine Umwelt-Zertifizierung. Ganz wichtig ist der neuen Geschäftsführerin auch eine vorausschauende Personalpolitik. Noch seien im mittleren Management viele Ingenieure, sagt die Chefin, die vom Rentenalter noch ein gutes Stück entfernt sind. "Aber Fachkräftemangel wird ein Problem werden." Dynea pflegt deshalb Kontakt mit Forschungseinrichtungen und Universitäten, bildet aus und legt Wert auf interne Fortbildung.

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