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Kammerchor Leo Wistuba sorgt für Gänsehaut

Konzentriert bei der Sache: Der Kammerchor gilt als profiliert in der brandenburgischen Szene und fährt von Hennigsdorf aus auch zu Auftritten ins europäische Ausland
Konzentriert bei der Sache: Der Kammerchor gilt als profiliert in der brandenburgischen Szene und fährt von Hennigsdorf aus auch zu Auftritten ins europäische Ausland © Foto: . Schrader
Roland Becker / 20.05.2012, 20:20 Uhr
Hennigsdorf (MZV) Zeit zu feiern: Am Wochenende feierte der Hennigsdorfer Kammerchor Leo Wistuba mit einem Konzert im Stadtklubhaus sein 50-jähriges Bestehen.

„Ich liebe dich“ haucht der Sopran. „Ich liebe dich“ singen auch die anderen Stimmen so sanft, dass der Chorleiter vor Vergnügen zu Zerfließen scheint. Sein sich wie eine Spirale schnell nach oben drehender Daumen verharrt in der Luft. Der letzte Ton ist verklungen. Die Sängerinnen und Sänger dürften am Blick ihres Chorleiters Andreas Wiedermann merken, dass ihnen gerade wieder einmal etwas gelungen ist, prächtig gelungen. Das Stück des Komponisten Orlando di Lasso war eines der vielen Höhepunkte der großen Jubiläumsveranstaltung des Hennigsdorfer Leo-Wistuba-Kammerchores.

Zum 50-jährigen Jubiläum hatte die Chorgemeinschaft zu vergangenen Freitag ins Stadtklubhaus eingeladen. Und es wurde ein glanzvolles Konzert! Es gibt viel Applaus für den stimmgewaltigen Chor, der dem Publikum Momente bescherte, in denen viele der Zuhörer ein leises Seufzen der Freude nicht verbergen konnten. Da verteilt sich der Chor auf und vor der Bühne, und Chorleiter Andreas Wiedermann dreht sich zum ersten Mal um, stellt sich davor auf. „Es war ein König von Thule“ – der Chor stimmt an, Wiedermann übernimmt den solistischen Part. Es ist eine herausragende Interpretation, eine Perle des Konzertes, die mit lang anhaltendem Klatschen honoriert wird.

„Ehrlich gesagt, ich hab’ jetzt Gänsehaut“, gesteht Sybille Kutschke-Stange ihre spontanen Gefühle vor großen Publikum ein. Eigentlich ist sie des Gesangs wegen Chormitglied. Doch die Direktorin der Albert-Schweitzer-Oberschule hat ebensolches Talent für die kleinen Texte, die es bei einem solchen Konzert als Überleitung von einem zum anderen Stück bedarf. Und darum moderierte sie auch diesen Abend.

Die dunkelroten Blusen der Damen schimmern im Scheinwerferlicht, die Männer umweht in ihren schwarzen Anzügen Eleganz. „Es könnten ein paar mehr sein, vor allem Tenöre“, erklärt der Chorleiter. Für Abwechslung zum klassischen Programm des Leo-Wistuba-Chors sorgt der Männerchor Jugendfreunde aus Herborn. Mit ihren Schlagern und Oldies bringen sie viele Zuhörer dazu, mit dem Kopf leicht im Takt zu wippen. „Wenn Sie sich zum Mitsingen verleitet fühlen, bleiben Sie bitte in unserer Tonart“, betont es Dirigent Thomas Jopp schmunzelnd.

Den meisten Applaus bekommt an diesem Abend jedoch der Jubiläumschor. „Wir danken unseren Fans. Sie sind die Würze eines jeden Konzertes“, sagt die Moderatorin. Ein Mann im Publikum erklärt seinem Sitznachbarn, dass er vor Jahren auch einmal in diesem Chor gesungen habe. „Wir waren eine kleine Gruppe, viel mehr solistisch. Erst viel später wurde so ein großer Chor daraus“. Mit Glücksgefühlen verließen Zuhörer und Akteure den Saal. „Ein herrliches Konzert“, schwärmt eine Besucherin. Zufrieden ist auch Chorleiter Andreas Wiedermann. „Für mich ist es wichtig, dass die Leute Spaß haben. Es war ein sehr herzliches und warmes Konzert“. „Gibt es auch wieder eine Kassette?“, fragt eine ältere Frau. „Wir haben CDs, wenn die nicht schon weg sind“, entgegnet Wiedermann. Ein Lieblingsstück im Repertoire des Chores gebe es für ihn nicht. „Dazu zählt alles, was ich dirigiere“, erklärt er. Dennoch habe er eine besondere Vorliebe für die Romantiker.

Vom anfänglichen Betriebschor des Hennigsdorfer Lokomotivbauers LEW, den der Gesangspädagoge Leo Wistuba 1962 gründete, erinnert heute nicht mehr viel übrig. Längst ist aus dem sängerischen Freizeitvergnügen ein Hobby geworden, dass den Mitgliedern des Kammerchors einiges an Können abverlangt. Außerdem müssen sie sich jede Woche einen Abend Zeit nehmen für die zweieinhalbstündige Chorprobe. Harte Arbeit zeigt aber auch Erfolge. Längst sind die Hennigsdorfer Sängerinnen und Sänger bereits zu internationalen Wettbewerben in Frankreich, Italien und Tschechien gewesen.

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