Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Brandenburgische Amateurtheatertage in Schöneiche beendet / Lob für die Gastgeber

Toter Mann und lebendige Akteure

Ehepaar im Clinch: In Hans Sachs' Stück "Der tote Mann" geraten Mann (Mathias Hohmann) und Frau (Susan Progan) aneinander.
Ehepaar im Clinch: In Hans Sachs' Stück "Der tote Mann" geraten Mann (Mathias Hohmann) und Frau (Susan Progan) aneinander. © Foto: MOZ/Joachim Eggers
Joachim Eggers / 20.05.2012, 21:05 Uhr
Schöneiche (MOZ) Der Mann und die Frau trauen einander nicht mehr so recht über den Weg. Sie werfen einander vor, den anderen nicht mehr so zu lieben wie einst. Schließlich kommt der Mann auf eine Idee, die seinen Verdacht bestätigen soll - und am Ende auch wird: Er stellt sich tot. Nur als die Nachbarin hereinkommt, trauert die Gattin, bald aber denkt sie an die nächste Heirat. Zwei Einakter des spätmittelalterlichen Volksdichters Hans Sachs, "Der tote Mann" und "Das heiße Eisen", bildeten die letzte Aufführungen von Amateur-Mimen bei den 11. Brandenburgischen Amateurtheatertagen, die am Sonnabend in der Schöneicher Kulturgießerei zu Ende gingen. Am Nachmittag folgte noch ein Gastspiel von Profis: Das Theater Frankfurt (Oder) zeigte "Medea".

Es waren vor allem die anderen Amateur-Theater und ihre Mitglieder, die die Aufführung der Rathenower verfolgten. Wie üblich bei den Theatertagen, gab es hinterher ein sogenanntes Aufführungsgespräch, bei dem sich die ambitionierten Laien über das Gesehene austauschten. Am Sonnabend stand dabei weniger die handwerkliche Qualität der Aufführung im Vordergrund, stattdessen ging es mehr um die Aktualität der Stoffe und ihre Eignung. "So etwas kann man ohne viel Aufwand und Aufbauten zeigen", sagte Schauspieler Andreas Gensicke. Bei Polterabenden komme so ein Stoff natürlich hervorragend an.

Die Auswahl der Stücke von Hans Sachs ist aber auch ein Stück dem Zufall zuzuschreiben. Magda Nießner, mit 84 Jahren immer noch Regisseurin und Schauspielerin bei den Rathenower Theater-Fans, hatte nach der Wende ein Buch mit Sachs-Texten geschenkt bekommen und machte es zur Grundlage des Repertoires - bis heute.

Derweil zog Roy Blachta vom Vorstand des Amateurtheater-Verbandes eine uneingeschränkt positive Bilanz der dreitägigen Veranstaltung. "Die Zusammenarbeit mit der Kulturgießerei war hervorragend", lobte er die Gastgeber. Man habe auch mehr Zuspruch aus der Öffentlichkeit für die Aufführungen gehabt als andernorts üblich. "Man spürt, dass Schöneiche eine der Kultur zugewandte Gemeinde ist."

Blachta hob die Anwesenheit einer polnischen Theatergruppe hervor. Das Aufführungsgespräch sei dann eben in englischer Sprache gelaufen. Zu Blachtas Träumen gehört es, ein deutsch-polnisches Treffen von Amateurtheatern auf die Beine zu stellen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG