Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Das städtebauliche Vorhaben "Siedlungserweiterung Hönow" steht vor dem Abschluss / Gemeinde nimmt Kredite auf

Vor 20 Jahren war hier noch Acker

Die Brandenburgische Straße: Dort entstanden Mehrfamilienhäuser und Einkaufsmöglichkeiten. Ärzte haben ihre Praxen in der Straße.
Die Brandenburgische Straße: Dort entstanden Mehrfamilienhäuser und Einkaufsmöglichkeiten. Ärzte haben ihre Praxen in der Straße. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Irina Voigt / 22.05.2012, 20:05 Uhr
Hönow (MOZ) Vor genau 20 Jahren im Juni 1992 fassten die Hönower Gemeindevertreter den Satzungsbeschluss, auf 80 Hektar Ackerfläche Wohnungen für 10 000 Menschen zu bauen. Bis auf Restflächen ist das ehrgeizige Vorhaben abgeschlossen.

Die ersten Bäume sind schon mehrere Meter hoch. Im rund zehn Hektar großen Grünzug - wo einst Kartoffeln oder Getreide angebaut worden waren - hat sich die Natur mit großer Artenvielfalt angesiedelt. In den gepflegten Reihen-, den schmucken Einfamilien- und modernen Mehrfamilienhäusern wohnen rund 6000 Menschen. Leerstand gibt es in der Hönower Siedlungserweiterung nicht. Im Gegenteil. Immer noch ziehen Leute her und freuen sich über das gelungene städtebauliche Ensemble, bringen ihre Kinder in eine der drei Kita in Wohnnähe, besuchen einen der sieben Spielplätze, gehen zu Fuß zum Einkauf und können - nur über die Straße - mit der U-Bahn nach Berlin fahren.

Aber wie das mit solch großen Vorhaben oft ist, nicht alle Wünsche werden wahr, nicht alles ist so gekommen, wie es die damals noch eigenständige Gemeinde Hönow sich vorgestellt hatte. 1992 hatten die Hönower Gemeindevertreter die Satzung zur Errichtung der Hönower Siedlungserweiterung gefasst. 10 000 Menschen sollten hier ein neues Zuhause finden. Die Landesentwicklungsgesellschaft wurde von der Gemeinde für diese städtebauliche Maßnahme beauftragt, die Fläche zu kaufen, zu erschließen, zu vermarkten. 2002 trennte man sich von der Landesentwicklungsgesellschaft und beauftragte die eigens dafür ins Leben gerufene Gesellschaft für Kommunale Immobiliendienstleistungen (GKI) mit der weiteren Entwicklung. Im Auftrag und für die Gemeinde entstanden der Grünzug, wurden die Baufelder mit allen Medien bis zur Fernwärme erschlossen, Straßen, Wege, Spielplätze und kommunale Kindereinrichtungen gebaut. Durch den Verkauf der Baufelder an Investoren sollten die Ausgaben refinanziert werden.

Diese Rechnung ist nicht zur Zufriedenheit aufgegangen. Zum einem wegen der veränderten Lage auf dem Bau- und Grundstücksmarkt, der Grundstückspreise zum anderen, aber auch aufgrund von neuen Beschlüssen der Gemeindevertreter. So wurden die möglichen Geschosshöhen reduziert, es wurde kleinteiliger gebaut, nicht so dicht und auch auf die beiden vorgesehenen Schulstandorte mit Sportplätzen und Turnhallen wurde verzichtet. Um den Bedürfnissen der Neu-Hönower Rechnung zu tragen, wurden aber ein Seniorenzentrum errichtet und eine Vielzahl von altersgerechten Wohnungen. Die jungen Familien hatten vielfach den Wunsch, Eltern und Großeltern an ihren Wohnort nachzuholen.

Bis auf wenige Restflächen ist nun alles bebaut. Sieben Jahre später zwar, als ursprünglich geplant, aber immerhin. Vergangenes Jahr wollten die Gemeindevertreter die Maßnahme beenden. Das funktionierte nicht, da nicht alle Grundstücke in Hoppegartener Eigentum sind.

So wird an diesem Freitag - um dennoch zum Abschluss zu kommen - die Gemeinde Hoppegarten einen Neukredit aufnehmen und die GKI aus deren Pflichten entlassen. 13 Millionen Euro sind noch offen. Drei Millionen Euro sollen in diesem Jahr gezahlt werden. Mit zwei bis vier Millionen Euro rechnet man des Weiteren aus Grundstücksverkäufen. Bis 2015 soll dann alles beglichen sein.

"Das ist gut zu schaffen", sagt Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke), denn die Gemeinde habe recht gut angespart und könne, trotz dieser Belastung, auch noch an anderen Stellen investieren.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG