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Evakuierungs-Übung an der Basdorfer Grundschule klappt reibungslos / Schüler über die Drehleiter gerettet

Plötzlich fehlen zwei Kinder

Britta Gallrein / 24.05.2012, 07:54 Uhr - Aktualisiert 24.05.2012, 09:40
Basdorf (MOZ) Im Notfall muss es bei der Evakuierung einer Schule schnell gehen. Trotzdem ist es lebenswichtig, dass die Pädagogen den Überblick behalten. Das zu testen war das Ziel einer Feuerwehrübung gestern an der Grundschule in Basdorf.

"Och, das ist doch bloß zum Üben", erklärt ein Knirps, der mit seinen Klassenkameraden aus dem Schulgebäude eilt. Doch dann bleibt er wie angewurzelt stehen und starrt auf die großen Löschfahrzeuge der Feuerwehr, die sich am Eingang des Schulgebäudes platziert haben. Nun wird der Grundschüler doch unsicher. Und auch sein Kumpel ist plötzlich nicht mehr ganz so vorlaut. "Vielleicht ist ja doch ein Unfall passiert. Oder es brennt", versucht er, die Lage einzuschätzen. Dann sehen die beiden zu, dass sie den Anschluss an ihre Klasse nicht verlieren.

Gebrannt hat es nicht, gestern in der Basdorfer Grundschule. Der erste Eindruck des kleinen Jungen war richtig, es war eine Übung. Aber eine wichtige, wie Robert Knauerhase, Ortswehrführer der Basdorfer Wehr, findet.

"Solche Abläufe müssen regelmäßig geübt werden, damit im Ernstfall alles glatt geht", erklärt er. Und diesmal hat sich der Ortswehrführer noch etwas besonderes einfallen lassen. "Wenn die Kinder aus den Klassenzimmern gehen, werden wir zwei von ihnen sozusagen verschwinden lassen", beschreibt er die Situation. "Die beiden sind Mitglieder unserer Jugendfeuerwehr und eingeweiht. Wir werden sie in den oberen Stock des Schulgebäudes bringen und sie anschließend mit der Drehleiter retten." Diese Übung diene vor allem der Sensibilisierung der Lehrer dafür, die Vollzähligkeit ihrer Kinder immer wieder zu überprüfen. Der tragische Fall der kleinen Lilly aus Eberswalde, die sich beim Spaziergang von ihrer Kita-Gruppe entfernt hatte und in einem Teich ertrunken war, zeige, wie wichtig dieser Punkt sei.

Mit der Evakuierung ist der Ortswehrführer zufrieden. "Das läuft alles sehr gut", sagt er mit Blick auf die Schulklassen, die geordnet aus dem Gebäude auf den Sportplatz gehen. Und auch in die kleine Falle, die er den Lehrern gestellt hat, ist niemand getappt. "Um 10.49 Uhr wurde der Alarm ausgelöst und schon um 10.54 Uhr habe ich dem Einsatzleiter mitgeteilt, dass zwei Schüler fehlen", berichtet Schulleiterin Karin Löwe stolz. Evakuierungs-Übungen stehen in der Schule öfter auf dem Plan. "Das machen wir ein bis zweimal pro Jahr. Vor allem, damit die kleinen Kinder lernen, was sie zu tun haben. "Beim ersten Mal fließen da auch schon Mal Tränen, weil die Kinder sich erschrecken", weiß sie aus Erfahrung.

Auch die Schulleiterin findet es wichtig, für den Notfall gewappnet zu sein. Auch im Fall eines Amoklaufes, wie er gerade erst wieder in Memmingen passiert ist, gebe es Notfallpläne für die Lehrer. "Die wissen, dass sie sich in den Klassenzimmern einschließen müssen und wegbleiben sollen von Fenstern und Türen", sagt Karin Löwe. Geprobt würde ein solches Szenario allerdings nicht. "Wir wollen nicht, dass die Kinder Panik bekommen."

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eine Oma 27.05.2012 - 16:11:19

es muß immer erst etwas passieren

Ich finde es ganz toll,das diese Übungen gemacht werden,denn es muß ja ,leider,immer erst etwas passieren.Fall Lilly. Aber dennoch finde ich die Aussage der MOZ:Lilly hat sich von der Gruppe entfernt ,nicht in Ordnung.Ein Kind von 2Jahren und 7 Monaten,weiß nicht wohin,wenn es allein gelassen wird.Und so war es,die beiden Mädchen wurden beim Spaziergang vergessen.Sie sind wußten nicht,das dort ein Teich war.Sie wollten garantiert zurück in die KITA.Aber wolang?Sie haben leider den falschen Weg gewählt.Woher sollten Sie das wissen. Die beiden,kleinen Mädchen haben mit Sicherheit keine Schuld an dem Unglück.Aber dieses ließt man aus einigen Artikeln raus. Ich wünsche den Eltern ganz viel Kraft.Ich denke oft an Sie.

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