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Der König kam, sah und lobte

Kleinod auf dem Kirchplatz: Der Alte Fritz (Lutz Werner) im Gespräch mit Karin Just und Blumenhändlerin Kerstin Lipski, die wie alle Händler ihre Stände liebevoll gestaltet hatte. Hier war am Morgen das Altstadtfest eröffnet worden.
Kleinod auf dem Kirchplatz: Der Alte Fritz (Lutz Werner) im Gespräch mit Karin Just und Blumenhändlerin Kerstin Lipski, die wie alle Händler ihre Stände liebevoll gestaltet hatte. Hier war am Morgen das Altstadtfest eröffnet worden. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Ruth Buder / 03.06.2012, 19:25 Uhr - Aktualisiert 04.06.2012, 11:04
Beeskow (MOZ) Ein Altstadtfest der anderen Art erlebten die Beeskower und ihre Gäste am Wochenende. Kleiner historischer Markt, Chortreffen, Familienfest und Party am Abend an drei Standorten - jeder konnte hier etwas für sich finden. Und dann am Sonntag die tolle Premiere des Altstadtlaufs.

Altstadtfest in Beeskow
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"Ganz, ganz süß", schwärmt Irene Liebhart aus München, als sie am Stand von Viola Mruk Rosenlikör mit Prosecco probiert.Mit "ganz, ganz süß" meint die Münchnerin, die mit ihrem Mann auf Bootstour ist, aber nicht das Getränk, sondern den liebevoll gestalteten Markt, organisiert von Altstadtmanagerin Kerstin Müller. Alle Stände bestückt mit Produkten und Handwerksartikeln aus der Region: Töpferwaren, Säfte, Honig, Tücher, Filzsachen, Körbe, Brot aus dem Holzbackofen und noch warme Quarkeulchen, Wildwurst und vieles mehr. Die Händler in historischen Kostümen und mit etwas klammen Händen, denn morgens weht an diesem 2. Juni ein kalter Wind.

Zur Eröffnung begrüßt Bürgermeister Frank Steffen eine Majestät, den Preußenkönig Friedrich II., der aus Anlass seines 300. Geburtstages mal kurz von den Toten auferstanden ist, um sich in Beeskow auf "Inspektionsreise" zu begeben. Schon von weitem habe er die Kirche gesehen, dann die Stadtmauer überwunden und vieles Schöne entdeckt. Und er fragt den Bürgermeister, wie viel Einwohner denn jetzt die Stadt habe. "8200 offiziell", antwortet der Bürgermeister. "Aber wir haben Freunde auf der ganzen Welt. Beeskow ist überall". Der Alte Fritz staunt: "So ein Selbstbewusstsein muss man erst mal mitbringen." Als alle bestätigen, mit dem Bürgermeister ganz zufrieden zu sein, schenkt er ihm ein Fläschchen Kräuter und einen Goldtaler mit der Bemerkung: "Nimm nichts von fremden Königen."

Dann wird die Ausstellung "Beeskow macht Stadt" der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischem Stadtkern", zu der Beeskow gehört, offiziell von Brigitte Faber-Schmidt (Vorstandsvorsitzende Kulturland Brandenburg e.V.) eröffnet, und Stadtführer Udo Ladewig führt Interessierte von Schautafel zu Schautafel. Die waren schon vor einigen Tagen in der Stadt aufgestellt worden, unter anderem zur Geschichte des immer wieder "wandernden Rathauses" in Beeskow.

In der oberen Etage der Alten Schule (unten verkaufen die Frauen der Kirchengemeinde Kuchen) hält der Historiker Sascha Bütow einen kurzweiligen, spannenden Vortrag zu Friedrich dem Großen und seiner Politik mit Auswirkungen bis nach Beeskow. Diese betrifft das Baugeschehen - Beeskow bekommt Pflaster und Bauten aus Stein - sowie die Besetzung des Magistrats. Zu Friedrichs Zeiten hatte Beeskow (1500 Männern lebten in der Stadt, Frauen und Kinder wurden nicht gezählt) einen Bürgermeister und zwei Stellvertreter und erstmals auch einen Kämmerer, den 1. Senator. Der König behielt sich das Recht vor, in Strukturen und Personen einzugreifen, berichtete Bütow. Aber der König habe auch Traditionen respektieren müssen. So ließen es sich die Beeskower Hüfner nicht gefallen, dass der Magistrat sie zu Transportleistungen für die Bauarbeiten dienstverpflichtete, sie müssten deshalb ihre Arbeit auf den Feldern vernachlässigen, schreiben sie in einem Brief an den König und wehren sich. Sie wollen, dass man sie bittet.

Wem die leckeren Häppchen auf dem Kirchplatz nicht reichten und inzwischen Hunger bekommen hat, konnte sich im Ältesten Haus eine Kartoffelsuppe holen (Preußenkönig hat schließlich die Kartoffel nach Brandenburg gebracht) und seinen Kindern beim von Waldtraud Johne (Kunstkreis) erdachten Königs-Quiz helfen. Gleich gegenüber ließ die "Kirchenklause" in der Gasse Spanferkel braten, serviert mit deftigem Sauerkraut.

Am Nachmittag ging es weiter auf dem Kirchplatz mit dem großen Chortreffen und mit dem gut besuchten Familienfest an der Stadtmauer. (Seite 13)

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Noch ein Beeskower 05.06.2012 - 17:44:15

Schlecht-schlechter- Altstadtfest Beeskow

Nur noch ein Tag Altstadtfest in Beeskow und so eine Qualität????? Es kann doch nciht so schwer sein,dass professionelle Eventveranstalter diese Aufgaben übernehmen. Der diesjährige war einfach ein Wald und Wiesen Veranstalter,der keine Ahnung hatte . Solche Veranstaltung kann man sich sparen- einfach rausgeworfenes Geld. Ist das das Konzept gewesen für das der Veranstalter Geld bekam? Ich würde das als Abgeordneter nochmal überprüfen lassen und notfalls Gelder zurück fordern.

D.K. 05.06.2012 - 02:18:33

Wo ist denn die Prominenz?

All jene die sich doch so damit geschmückt haben, endlich eine professionelle Firma engagiert zu haben? Bürgermeister und Kämmerer mal wieder still ruht der See? Zu Recht, gibt ja auch wirklich nichts, mit dem man sich auf Steuerzahlerkosten profilieren kann ..

schüler 04.06.2012 - 20:12:16

Eine Frage

Mit wem war der Veranstalter denn diesmal Verwandt? Durch seine Leistungen ist er bestimmt nicht an die Ausschreibung gekommen.

max 04.06.2012 - 16:57:28

@enttäuschter Beeskower

Zum Glück hat sich das "Personal" beim ausschenken mehr als nur Zeit gelassen, wer weiß wann die Getränke dann schon alle gewesen wären.

K. Tidjen 04.06.2012 - 16:46:21

zum glück

Eigentlich wolltw ich auch auf das Altstadtfest gehen, mir wurde aber schon frühzeitig davon abgeraten. Zu recht wie sich herausstellte.Es hat sich schon öfter bewährt, erst andere auf die Nase fallen zu lassen. Wenn dass das Gesicht von Beeskow widerspiegeln soll, dann stehen uns ja noch rosige Zeiten bevor.

Ingeborg Mirwas 04.06.2012 - 15:47:33

"Der schlechteste Veranstalter, den es je gab"

Ich kann mich der Meinung von "Beeskower" nur anschließen! Wie kann es sein, dass eine Kreisstadt wie Beeskow sich an einem einzigen Abend so eiskalt blamiert? (Abgesehen von den Musikern) Es ist doch wohl ein Unding, dass ich meinen Gästen als Veranstalter um halb elf am Abend nichts mehr zu Essen anbieten kann. Der einzige Wagen, der zu diesem Zeitpunkt noch geöffnet hatte, war der Crêpes-Wagen und das Personal, welches man dort antraf machte alles andere als einen netten Eindruck. Einer der Crêpes-Bäcker machte ein solch langes Gesicht, als wäre es ihm gar nicht Recht gewesen, dass er mitten am Abend als einziger "Versorger" noch das große Geld scheffeln konnte (bei den hungrigen Menschenmassen, die dort teilweise anstanden) und der andere Angestellte auf diesem Wagen schaute auch nur unfreundlich und ohne jede Begeisterung aus der Wäsche. Nicht anders war auch die Laune auf den zwei (!!!) Getränkewagen. Böse Gesichter schauten den Kunden an, als wolle dieser einen Flug in den Aktiv-Urlaub buchen und nicht, wie eigentlich nur gewollt, Getränke bestellen. Das Personal war, aus meiner Sicht auf die Dinge, unqualifiziert und ebenso unfreundlich ohne Ende! Unter solchen Umständen bin ich wirklich am Überlegen, jemals wieder nach Beeskow zum Altstadtfest bzw. zur "Altstadtparty" zu kommen, denn es ist eine Zumutung für die Gäste, sowie auch für die Bands, die sich engagieren, das Publikum bei Laune zu halten.

enttäuschter Beeskower 04.06.2012 - 15:35:39

Das hab ich ja noch nie erlebt

Um Mitternacht waren fast alle Getränke ausverkauft und vom Gill gab es nur noch die billige Bratwurst von "Ja". Ungeheuerlich was sich der Veranstalter dabei gedacht hat, sofern er sich überhaupt bei der Organisation Gedanken gemacht hat. Und sowas wurde noch großzügig von Stadt und Sparkasse gesponsort. Das Altstadtfest wird immer lächerlicher.

Beeskower 04.06.2012 - 11:53:47

Der schlechteste Veranstalter den es je gab

Ich wollte wie jedes Jahr am Samstag zum abendlichen Altstadtfest in Beeskow. Was ich dort sah war erschreckend-klein und niveaulos wie noch nie. 2 getränkewagen auf dem ungeschultes personal völlig überfordert war. Mir ist ganz schnell der durst vergangen als ich nach 15 min immer noch nicht meine Bestellung aufgeben konnte. Trotz Hasseröder Werbung stand auf den Fässern "Landskrone" drauf (wie peinlich). Für mich war das Fets nach 1 Stunde gelaufen,denn so ein schlechtes fest habe ich selten erlebt. Ich bin der Meinung,dass dieser Veranstalter eine schlechte wahl war. Ich habe keinen Beeskower erlbet der sich positiv über diese Veranstaltugn äußerte. Mein Fazit : Traurig

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