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60 Teilnehmer bei 30. Mahnwache gegen CO2-Endlager im deutsch-polnischen Oderland

Info-Börse zur Energiepolitik

Gute Stimmung: Die Teilnehmer der Mahnwache tauschen sich über aktuellen Stand der Dinge aus.
Gute Stimmung: Die Teilnehmer der Mahnwache tauschen sich über aktuellen Stand der Dinge aus. © Foto: Johann Müller
Ulf Grieger / 05.06.2012, 07:06 Uhr
Letschin/Neutrebbin (MOZ) Der Widerstand in der Bevölkerung gegen Kohlendioxid-Endlager-Pläne in der deutsch-polnischen Oderlandregion ist ungebrochen. Obwohl ein Großteil der Neutrebbiner Bürgerinitiative zum Öko-Festival nach Berlin gereist war, kamen rund 60 Bürger zur Mahnwache.

Der CCS-Mahnwachen-Termin hat nichts von seiner Bedeutung eingebüßt, seit sich zwei Initiativgruppen aus der Aktion herausgelöst haben. Aus Altreetz, Wriezen, Neutrebbin und vielen anderen Oderbruchorten, ja sogar aus Strausberg und der Lausitz kamen Teilnehmer. Es sind Landwirte, Rentner und Angestellte von Verwaltungen. Sie sind überzeugt, dass es noch immer notwendig ist, den Widerstand der Bevölkerung gegen die Kohlendioxid-Endlagerplänen zum Ausdruck zu bringen.

Inzwischen habe sich die Mahnwache auch zu einer Info-Börse für Themen rund um die Energiepolitik entwickelt. Das erklärte Anette Hildebrand aus Rietz-Neuendorf. Letztlich gehe es nicht mehr nur um CCS, sondern auch um die Kohlekraftwerke, den Bau von Stromtrassen und vieles mehr. Deshalb warb sie auch unter den Mahnwachenteilnehmern für das Lausitzer Klima- und Energiecamp, das vom 11. bis 19. August vor den Toren des Kraftwerkes Jänschwaldes stattfinden wird. Dort wollen die Teilnehmer gegen die Erschließung neuer Tagebaue und den Baus neuer Kraftwerke protestieren. Bereits jetzt gebe es auch in der Lausitz die gelben Kreuze des Protestes gegen die CO2-Lagerung, mit denen insbesondere die von einer Abbaggerung betroffenen sorbischen Dörfer Hoffnung verbinden.

Monika Liesek aus Strausberg berichtete, dass es auch auf dem Gebiet der Energietrassen-Gestaltung Fortschritte gebe. So habe sich der Energieversorger E.ON Edis vom Bau einer Freileitung zwischen Neuenhagen und Letsschin vorerst verabschiedet, informierte sie. Unklarheiten in der Formulierung des im vergangenen Sommer verabschiedeten Energiewirtschaftsgesetzes sollen der Grund hierfür sein. Denn darin steht, dass neue Hochspannungsleitungen mit 110 Kilovolt generell "als Erdkabel auszuführen" sind. Freileitungen sind danach in Zukunft möglich, "wenn öffentliche Interessen nicht entgegenstehen". Somit sind sämtliche leitungstechnischen Neubauverfahren auf Erdverkabelung zu überprüfen. Das trifft auch auf die im Rahmen der Energiewende von E.ON Edis derzeit in Brandenburg geplanten neuen 110-Kilovolt-Leitungen von 190 Kilometern Länge geplant zu. Dazu gehören die Trassen Neuenhagen - Letschin. Da sich aber im Falle einer Erdverkabelung viele Oderbrücher Sorgen über Versorgungssicherheit bei Binnenhochwsser machen, muss diese Besonderheit geprüft werden. Ein Standpunkt, den auch die Kreisverwaltung Märkisch-Oderland vertritt, wie Sprecher Tobias Seyfarth gestern auf Nachfrage betonte.

Olaf Wadewitz von der Neutrebbiner Bürgerinitiative informiert über die nächste Beratung des Vermittlungsausschusses zwischen Bundestag und Bundesrat am 13. Juni, 18 Uhr. Dabei werde es um CO2-Lagerung und um die Solarstrom-Förderung gehen. Erfahrungsgemäß sei es wirksam, wenn sich Bürger, die demonstrieren wollen, ab 16.30 Uhr dort am Bundesratsgebäude einfinden.

Sylvia Wadewitz informierte, dass sich die Bürgerinitiative künftig im Neutrebbiner Jugendklub trifft - alle zwei Wochen montags 19.30 Uhr. Das nächste Treffen ist am 18. Juni."Wir freuen uns über jeden Interessenten", betonte die Sprecherin.

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