Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Germanys Next Topmodel: Wer nicht spurt, der fliegt

Caroline Strang / 06.06.2012, 19:57 Uhr - Aktualisiert 07.06.2012, 08:12
Berlin (MOZ) Von 15000 Bewerberinnen sind bei "Germanys Next Topmodel" nur noch vier übrig. Heute wandeln die Kandidatinnen der 7. Staffel im Finale ein letztes Mal über den Laufsteg. Die 15 Folgen zogen weniger Zuschauer in den Bann, unterhaltsam waren sie aber doch. Das lag vor allem an einem Leipziger Original: Kandidatin Sara Kulka.

Sie spricht völlig ungeniert ein gruseliges "Denglisch" und nimmt auch im Deutschen kein Blatt vor den Mund. Sara Kulka liegt das Herz auf der Zunge. Und das Herz pocht auch noch am rechten Fleck, wie Topmodell-Mutti Heidi Klum im Halbfinale ihrer Pro7-Show "Germanys Next Topmodel" so treffend feststellte. Ins Finale schaffte es die 21-Jährige nicht, das war vorherzusehen. Denn die Jury sprach gleich in mehreren Folgen das Todesurteil über ihre Karriere als Pro7-Modell: "Sie ist limitiert". Und ihr Gesicht sei auch nicht "beauty" genug, was auch immer das heißen soll. Beauty oder nicht, Sara Kulka hat diese Staffel gerockt mit ihrer lauten, teilweise derben und dennoch unheimlich erfrischenden Art. Ohne sie wäre es schlicht langweilig gewesen mit den verbissenen, heulenden und kreischenden "Mädchen" aus ganz Deutschland.

Um die junge Frau mit polnischen Wurzeln rankte sich auch der größte Skandal in den 15 Wochen Modelcamp. Sie hatte ein Engagement in einem Stripclub. Schockschwere Not! Solche Nachrichten sind für Saubermutti Klum natürlich schwer zu verkraften. Und tatsächlich für so manche Mitbewerberin auch. Katarzyna "Kasia" Lenhard sagte sich nach Bekanntwerden der nackten Vergangenheit von ihrer "Freundin" los. "Ich will nicht mit der in einen Topf gesteckt werden", war ihre Botschaft. Nur ein weiteres Element der sprachlichen Verwirrungen bei den angehenden Models. Werfen oder stecken, Hut oder Topf - alles einerlei.

Hauptsache die Leistung stimmt. Wer nicht spurt, der fliegt. So einfach und so direkt funktioniert eine Show, die immerhin noch rund 2,6 Millionen. Zuschauer im Durchschnitt an die Bildschirme lockte. Die Fotoshootings waren zwar eher gewollt sensationell als wirklich gut, aber auch hier gilt: unterhalten haben sie doch. Denn hätte der waschechte Tiger Hunger auf ein schönes Stück bemalten Frauenkörper bekommen, dann wäre es vielleicht vorbei gewesen mit der Modelkarriere. Oder mit dem Leben. Aber "Heidis Mädchen" haben überlebt. Sie haben den Fallschirm auf ihrem Rücken überstanden, in dem eine riesenhafte Windmaschine einen wahren Sturm entfachte - der dann auch tatsächlich eine Teilnehmerin zu Boden warf. Und keine der Mädels ist von der Wand gestürzt, als sie dort nur mit Seilen gesichert balancierten. Keine musste sich in den stinkenden Fischhaufen erbrechen, in dem sich die Kandidatinnen als Meerjungfrau wälzten. Soweit so beruhigend. Dazu konnten einige sogar noch bezahlte Jobs ergattern. Schleifen für den Modeltraum.

Auch als Zuschauer hat man wieder einiges gelernt. Zum Beispiel, dass ein großer Wortschatz beim Modeln nicht nötig ist, Übermutter Heidi Klum macht es vor. Ein bisschen "suuuuper" hier, ein bisschen "seeexy" da. Damit kann man eine Menge Geld machen. Gefühle und Empathie werden überbewertet, die Klum kann das auch ohne. Die Jury-Präsidentin glänzte noch öfters als sonst durch Abwesenheit. Komisch, schließlich wird ihr eine Affäre mit Co-Juror Thomas Hayo nachgesagt, nicht erst seitdem die Trennung von Ehemann Seal bekannt wurde. Wenigstens ein bisschen Getratsche. Es gab auch sehr prominente Gäste in dieser Staffel. Über ein Dach in Los Angeles durfte sogar Naomi Campbell mitstöckeln, die jedoch meist abwesend wirkte - aber natürlich "sooo suuuuuper nett" zu den Kandidatinnen war. Welch eine Freude.

Das wird die Finalshow wohl wieder nicht. Die letzte Folge von "Germanys Next Topmodel" ist immer furchterregend überkandidelt. Das Rennen um den Sieg allerdings dürfte noch ein wenig spannend werden. Kasia Lenhard (16) und Dominique Miller (21) werden eher Außenseiterchancen zugeschrieben. Die Favoritinnen im ersten Finale mit vier Kandidatinnen sind Sarah-Anessa Hitzschke (18) und Luisa Hartema (17). Beide wunderschön, aber mit schwachem Nervenkostüm. Die vier Finalistinnen haben übrigens schon jeweils ein Auto gewonnen. Schade, dass Sara Kulka als Fünfte ausgeschieden ist. Die hätte das Auto am meisten verdient gehabt. Schon allein wegen ihres Unterhaltungswerts.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG