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Expresszüge verkürzen die Fahrt nach Cottbus

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Andreas Wendt / 08.06.2012, 19:00 Uhr - Aktualisiert 08.06.2012, 20:44
Frankfurt (Oder) (MOZ) Mit dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember will der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) auf der Strecke Frankfurt (Oder)-Cottbus mehrere Expresszüge einsetzen und die Fahrtzeit von derzeit fast eineinhalb Stunden auf knapp 60 Minuten verkürzen. Wie der VBB bestätigt, werden werktags jeweils drei Expresszüge der Linie RE1 um 6, 16 und 18 Uhr von Frankfurt (Oder) aus in Richtung Cottbus fahren und vor dem Ziel lediglich in Eisenhüttenstadt und Guben halten - bislang stoppen sie auf nahezu jedem Bahnhof. Die Expresszüge aus Cottbus erreichen Frankfurt (Oder) um 7, 16 und 18 Uhr. "Zu den Hauptverkehrszeiten wird den Pendlern somit eine schnelle Alternative zu den weiterhin stündlich fahrenden Zügen der Linie RB11 angeboten", sagt Bernd Arm vom VBB.

RB11 ist die vor wenigen Tagen eingeführte neue Bezeichnung der ehemaligen RE11-Linie. Laut VBB werden den Fahrgästen an den elektronischen Anzeigetafeln auf den Bahnhöfen künftig die eher bekannten Liniennummern anstelle der Zugnummer angezeigt. Letztere seien lediglich für den internen Bahnbetrieb wichtig, hätten für die Fahrgäste allerdings keine Bedeutung. Für die Bahnkunden wird somit künftig aus dem RE 18121 der RE1 nach Frankfurt (Oder). "Die Umstellung auf die Liniennummer wird vor allem den Fahrgästen, die nicht jeden Tag unterwegs sind, die Orientierung im Verbundnetz deutlich erleichtern", lobt VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz die Neuerung der Bahn.

Zwischen Frankfurt (Oder) und Cottbus sind die veränderte Zugnummer und die von der Bahn auf die Strecke geschickten Expresszüge zur Hauptverkehrszeit nicht die einzige Neuerung. Viel tiefgreifender für die Pendler ist der Qualitätssprung im Fahrzeugkomfort: Künftig ersetzen die modernen Talent-2-Züge aus Brandenburger Produktion die ursprünglich von 1974 bis 1991 in verschiedenen Varianten gebauten Waggons der Reichsbahn, die in den 90er-Jahren mehrmals modernisiert wurden, aber nicht nur der fehlenden Klimaanlage wegen bei Fahrgästen unbeliebt sind.

Die Bahn hat bundesweit noch 33 dieser Doppelstockwaggons der Baureihe 747.3 in Betrieb - fast die Hälfte davon rollt nach eigenen Angaben durch Brandenburg, beispielsweise als Airport-Express nach Schönefeld (RE7). Auch auf dieser Strecke wird künftig der Talent 2 zum Einsatz kommen. Seit gut einer Woche verkehren die ersten neuen Fahrzeuge auf der Linie RB22 zwischen Potsdam und Schönefeld, Berlin-Spandau und Wustermark (RB13), Potsdam und Oranienburg (RB20) sowie Potsdam und Michendorf (RB23). Die Strecke Potsdam-Wustermark (RB21) wird laut VBB in wenigen Wochen umgestellt.

Die einstöckigen und dreiteiligen Triebwagen sind klimatisiert, erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und können schneller beschleunigen als ihre Vorgänger. Fahrgäste finden zudem Steckdosen an vielen Sitzplätzen. 48 solcher Talent-Züge werden - nach technischen Problemen verspätet - ab Dezember auf dem Netz der Berliner Stadtbahn auf Reisen gehen.

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Krebsjauche 09.06.2012 - 08:23:16

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Es ist keine Völkerwanderung die in Cottbus den Zug von Frankfurt (Oder) nach Leipzig wechselt. Es ist nach meine Verständnis ausreichend um darüber nachzudenken wie man neue Nutzer gewinnen kann. Der Zug nach Frankfurt (Oder) wartet regelmäßig in Cottbus dem verspäteten Zug aus Leipzig ab. Das es nicht die Massen sind wie in Falkenberg (Elster), wenn es um den Wechsel zu den Zügen nach Berlin geht, ist schon klar. Das Umsteigen in Berlin Hbf ist alles andere als empfehlenswert !

Marco Habeck 09.06.2012 - 08:07:43

naja viel optimismus

Auf der einen Seite erzeugt man Hoffnung auf die neuen Züge auf der anderen hält man die alten Reichsbahnzüge für die Strecke RE18 in Reserve oder setzt Busse ein Es ergibt sich ein ganz anderes Problem. Der Talent 2 hat deutlich weniger Sitzplätze. Die dreiteiligen Talent2 haben 167 Sitzplätze die übliche dreiteilige Doppelstockwagen Kombination deutlich mehr. Ich bezweifeln das man aufgrund das Mangels darauf regiert und Züge koppelt. Da sich ja nur neue Talent2 Baureihen koppeln lasse. Bei Problem werden wir die alten Baureihen wieder sehen oder die Züge fallen Schlicht weg aus. Ob wir genügend Talent2 Züge pünktlich auf den Gleisen sehen mag ich bezweifeln denn auch die DB glaubt nicht dran. Schon jetzt laufen nicht die bestellten Zugeinheiten auf der Strecke RE1. Zumal herrscht Personalmangel an Zugbegleitern gerade in den Abendstunden fehlen diese. Was Vertraglich vereinbart und auch geleistet wird geht schon seit Jahren auseinander. Geduldet von Politik und dem VBB. Bei den Fahrpreisen ist man sich dann einig. Schön wäre es wenn man den jetzigen RE11 5:38 etwas früher einsetzt. Meine Vermutung wird sein das dafür auch Verbindungen wegfallen. Den meisten wird dieser direkte Zug nichts nutzen denn vorher müssen die Fahrgäste von den Dörfern eingesammelt werden. Die wird man dann vermutlich früh stehen lassen.

Holger Nemrod 08.06.2012 - 22:51:33

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Wie viele Leute fahren denn wochentags um 6 Uhr von Frankfurt (Oder) bis nach Leipzig? Ich denke, dass geschieht, weil das betrieblich keinen großen Aufwand darstellt, wenn der RE1 bis Cottbus durchgebunden wird. Die Relation wird mit den schnelleren Fahrzeiten schon ihre Anhänger finden. Vielmehr begrüße ich aber den Einsatz der E-Talente, weil die Fahrt in den alten DOSTOS wirklich unkomfortabel ist. PS: In Berlin HBF gibts auf Aufzüge!

Krebsjauche 08.06.2012 - 21:04:26

Expresszüge Frankfurt (Oder) - Cottbus ?

Ich verstehe leider nicht warum Expresszüge, früher sagte man Eilzüge dazu, zwischen Frankfurt (Oder) - Cottbus verkehren sollen. Zwischen Cottbus und Eisenhüttenstadt kann man in vielen Zügen, Salopp gesagt "Tanzen" weil diese fast Leer fahren. Sinn würde für mich das ganze machen wenn diese Züge von und nach Leipzig als Direktverbindung ohne Umsteigen in Cottbus fahren würden. Dann könnte man das lästige und unbequeme Umsteigen in Berlin Hbf mit seinen vielen Rolltreppen sparen.

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