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Spezielle Besucher sehen sich Anlage an

Schächte am Bunker besonders spannend

Im einstigen Lagezentrum: Obwohl sie den "Fuchsbau" als Vergleich kennen, zeigten sich die Luftwaffen-Senioren vom Bunker Harnekop sehr beeindruckt.
Im einstigen Lagezentrum: Obwohl sie den "Fuchsbau" als Vergleich kennen, zeigten sich die Luftwaffen-Senioren vom Bunker Harnekop sehr beeindruckt. © Foto: Thomas Berger
thomas berger / 08.06.2012, 21:55 Uhr
Harnekop (MOZ) Eine Gruppe von Senioren, die einst in höheren Dienstgraden als Offiziere der DDR-Luftverteidigung gedient haben, war zuletzt unter den Gästen im Atombunker Harnekop. Wie schon so viele andere Besucher vor ihnen zeigten auch sie sich beeindruckt von dem Bauwerk, das drei Etagen tief in die Erde reicht und schon während seiner Errichtung 1971 bis 1976 allerhöchster Geheimhaltungsstufe unterlag.

"Wenn alle zwei Wochen der Satellit hier drüber stand, wurde die Baugrube abgedeckt", erfuhren sie von Bunkerbetreiber Hartmut Mehland. Bei den CIA-Leuten, die anschließend die Luftaufnahmen auswerteten, habe es dann geheißen: "Kein Baufortschritt an der Flugwetterstation Freienwalde - die Kommunisten haben wohl wieder keinen Zement."

Staunen löste bei den ehemaligen NVA-Offizieren ebenso die Information aus, dass die für den Bunker verbaute Menge Beton der doppelten Materialmenge vom Berliner Fernsehturm entsprach. "Und das Wasser, mit dem wir Ihren Kaffee gekocht haben, war 1000 Jahre nicht an der Oberfläche", verwies Mehland auf den eigenen Tiefbrunnen des Objekts. Das Wasser, das aus einer größeren Tiefe als im Oderbruch komme, sei qualitativ besser als zum Beispiel in Berlin - und enthalte mehr Mangan und Magnesium als anderswo. Regelmäßig werde es kontrolliert.

Die Luftwaffen-Senioren kennen den "Fuchsbau" bei Fürstenwalde, ziehen manchen Vergleich. So erfahren sie, dass Harnekop das erste Bauwerk seiner Art war, das ein zweites Treppenhaus erhielt - bei späteren Bunkern Standard. Zudem gab es Notausgänge mit Röhren, antwortet Mehland auf eine entsprechende Frage.

Unter anderem diese verschiedenen Ein- und Ausstiege begeistern einige Tage später auch die Mitglieder der örtlichen Jugendfeuerwehr. Mit dem Brandschützer-Nachwuchs aus Harnekop soll es in Zukunft eine direkte Kooperation geben. Wie das Bunkerobjekt im Rahmen der Ausbildung zu Übungszwecken genutzt werden kann, dazu kamen bei der Führung schon einige Ideen auf. An den Schächten mit ihren 21 Metern Tiefe beispielsweise lasse sich Höhenrettung trainieren. Insbesondere Altförster Gottfried Lehmann machte die 15 Vertreter beim Rundgang mit dem Gelände und seinen Besonderheiten genauer bekannt.

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