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Hussitenfest zieht immer mehr in seinen Bann / Nahezu 25 000 Besucher gezählt

Bernauer erleben ihre Stadtgeschichte

Der Historie nachempfunden: Die Bernauer Briganten demonstrieren beim Umzug die Verteidigung gegen die Hussiten. Die hatten um 1432 die Region unsicher gemacht.
Der Historie nachempfunden: Die Bernauer Briganten demonstrieren beim Umzug die Verteidigung gegen die Hussiten. Die hatten um 1432 die Region unsicher gemacht. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn, Fabian Sauer / 10.06.2012, 20:24 Uhr - Aktualisiert 14.06.2012, 16:11
(MOZ/sub) Bernau. Das 21. Bernauer Hussitenfest ist Geschichte. Es hat über die Jahre nichts an Attraktivität eingebüßt. Der Veranstalter schätzt die Besucherzahl auf nahezu 25 000. Immer größer auch die Schar der Teilnehmer am Festumzug. In diesem Jahr waren es mehr als 1400 Menschen.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich viel getan. Mittlerweile sind zum Umzug durch die Stadt eine Festwiese, ein mittelalterliches Zeltlager und ein Turnierplatz hinzugekommen. Ein Markt belebt die Innenstadt und ein Rummel mit Fahrgeschäften bietet den Besuchern kurzweilige Abwechslung.

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Hussitenfest 2012 in Bernau

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Bernauerinnen und Bernauer sowie viele Gäste sammelten sich am Straßenrand, an Fenstern und auf Balkonen, um sich auch ja kein Detail des Umzugs entgehen zu lassen. Mit insgesamt 58 Bildern präsentierten Bürger und Vereine in diesem Jahr die bewegte Geschichte Bernaus.

Allen voran ging Bodo Schwertz in seiner Rolle als Herold. Mit dem Stadtwappen in der Hand führt der engagierte Bernauer seit Beginn der Hussitenfestspiele die Prozession an. Und mit den Jahren folgten ihm immer mehr. Nicht nur Bernauer erinnern mittlerweile an die bewegte Stadtgeschichte. Auch Ladeburger, Rüdnitzer, Ahrensfelder und Lobetaler Bürger zeigen sie mit Bildern und geschmückten Wagen. Mehr als 1400 Freiwillige engagierten sich in diesem Jahr.

So zogen Stadtgründer und Hussiten ebenso durch Bernaus Straßen, wie Opfer von Pestepidemien und Feuersbrünsten. Die Zuschauer am Wegesrand bekamen kirchliche Reformer, Hexen und Henker zu Gesicht, aber auch historische Waschfrauen, Eisenbahner und Feuerwehrmänner. Untermalt wurde die Prozession akustisch von Sängern, Gauklern und Musikern, die später auf den Bühnen für Stimmung sorgten.

Am Ende der Prozession schlossen sich die Besucher den Wagen und Darstellern an. Sie strömten auf die Festwiese. Bei einem zünftigen Krug dunklen Bieres luden Stände auf dem Festareal viele zum Verweilen, Schlendern und Entdecken ein. Auf drei Bühnen präsentierten allerlei mittelalterliche Musikgruppen und Theaterkünstler ihr Können und vor den Zelten auf der Strohwiese boten Ritter, Gaukler, Tänzer und mittelalterliches Fußvolk Einblicke in den historischen Alltag. Gerade der Kontakt mit den freiwilligen Akteuren in Gewand und Ritterrüstung macht für viele Besucher den Reiz aus.

Zu ihnen zählen auch Heike Beutlich und ihr Sohn, die das Hussitenfest in diesem Jahr zum zweiten Mal besuchten. "Der Umzug und das Fest sind einfach toll", findet die Berlinerin und schwärmt von den vielen Gerüchen und den Erlebnissen. "Man kommt super mit den Akteuren und Schaustellern hier ins Gespräch", erzählt die 39-Jährige begeistert. Das sei ziemlich einmalig. Jetzt beim zweiten Besuch seien ihr der Ablauf und das Festgelände viel vertrauter. "Wenn man sich besser auskennt, gibt es noch viel mehr zu entdecken."

Heike Beitlich gehört zu den nahezu 25 000 Besuchern des Festes. Diese Zahl nannte Kulturdezernent Eckhardt Illge. Er sei mit dem Ablauf zufrieden. Zwischenfälle habe es nicht gegeben. Die Kombination von Mittelalterlager, Rummel, Bühne und Töpfermarkt werde gut angenommen. Die Besucher seien begeistert. Daher denke man auch nicht daran, die Organisation des Festes künftig zu kommerzialisieren, so seine erste Einschätzung.

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Frank 13.06.2012 - 16:43:25

um es noch einmal zusammen zu fassen

es flogen zwar keine linksdrehenden Pflastersteine (Dank dafür), aber der subtile Mikroterror der Antifas durchsetzte anscheinend die gesamte Veranstaltung. Das Fest ist finanziert auch aus den Steuergeldern derjenigen Personen, die von selbsternannten Tugendwächtern als persona non grata deklariert, ausgegrenzt und an Ständen beleidigt und nicht bedient wurden. Die naheliegende Assoziation mit den gelben Sternen vor 79 Jahren zeigt, wie nahe sich rote und braune Sozialisten in vielen Dingen sind.

micki 13.06.2012 - 15:38:16

um es noch einmal zusammen zu fassen.

es gab in bernau das alljährliche und schöne stadtfest und entgegen der im artikel gemachten darstellungen, haben dieses leider einige als nicht so harmonisch empfunden und ihren unmut hier kundgetan. berechtigter anlass war der unangemessene "auftritt" einer gruppe bekennender junger rechtsextremer. das wars. es wurden keine linksextremen molotows geworfen, es gab keine vermummten prenzlberger, keine verletzten polizisten und keine brennenden autos. nur ein paar kleinstadtnazis die auf dicke hose gemacht haben, traurig aber auch kein grund davon ablenken zu müssen.

linksradikaler hasschaot mit DER deutungshoheit oder DER chef DER antifa 13.06.2012 - 15:07:04

@frank

dein letzter kommentar ist der gipfel der überpsychologisierung und dazu noch völlig sinnlos....wenn du das mit dem "freudschen fehler" ernst meinst, haste dich durch deine vorigen beiträge selbst widerlegt! "freudscher boomerang" oder "freudscher doppelfehler" wären lustige begriffe dafür.. muss man auch erstmal hinkriegen....

Frank 13.06.2012 - 12:49:13

Beitrag 18

der Gesamt-Thread hat mittlerweile nun eine stattliche Länge und es lohnt sich die Mühe, nicht immer nur den letzten Beitrag, sondern die Beiträge in ihrer zeitlichen Reihenfolge zu lesen. Beitrag 15 enthielt im Gegensatz zu Deiner Auffassung mehrere Versuche, mich in die Nazi-Ecke zu definieren. Die von Dir so gesehene Trennung zwischen "gutmensch-antifaschisten" und "ganz normalen deutschen" stellt einen klassischen Freud'schen Fehler dar, daraus impliziert wären Gutmenschen und Antifas keine normalen Deutschen. Was ist normal? BTW: Beim Schreiben und Lesen im MOZ-Forum geht mir nichts ab, ich hoffe Dir auch nicht.

micki 13.06.2012 - 11:26:54

anscheinend frank...

geht ihnen völlig ab, dass sie es sind der hier permanent eine front zwischen angeblichen gutmensch-antifaschisten und ihresgleichen(den ganz normalen deutschen...) zieht. das geht leider aus jedem ihrer beiträge hervor. niemand hat sich hier als antifaschist bezeichnet und niemand hat sie als nazi bezeichnet. das ist ihr schema und ihr feindbild. sie spühren überall antifas auf, egal ob da welche sind oder nicht und nur weil sie sich selbst "in der mitte der gesellschaft" verorten, muss das die gesellschaft nicht genau so tun. bereits an ihren worten sind sie zu erkennen, frank.

Frank 13.06.2012 - 10:44:52

10101010101 - Antifantenlogik

Wer nicht für uns ist, ist gegen uns und deswegen ein pöhser Nahtsie. Vor allem politisch mittig oder konservativ angesiedelte Bürger sollen gefälligst kuschen, sonst werden sie bis hin zum Nazi und NSU-Sympathisant denunziert, um daraufhin die soziale Vernichtungsmaschinerie in Gang zu setzen. Dieses digitale Denkschema mag im letzten Jahrzehnt vielleicht funktioniert haben, derzeit merkt man jedoch immer öfter, dass Ihr die Lufthoheit im Diskurs verloren habt, Ihr berechtigten Gegenwind bekommt und Euer absurdes Tun immer häufiger hinterfragt wird. Immer weniger Bürger sind bereit, feige in Duldungsstarre zu verbleiben, wenn Ihr Eure Kreise zieht. In Eurer Irritattion darüber fällt Euch wieder nur die Nahtsiekeule ein, was Eure argumantative Armut offenbart. Armselig. Antifas sind am anderen politisch extremen Rand verortet und genauso gefährlich wie die Nazis am anderen Rand. Die Geschichte hat unzählige Male bewiesen, dass die Macht in linksextremer Hand genauso falsch aufgehoben ist, im Großen wie auch wie im Kleinen - also gebührt Euch auch keinerlei Einfluss bei der Organisation/Durchführung eines Stadtfestes. Ihr vergesst beflissen zu erwähnen, dass Ihr mit Eurern Parteien und Organisationen genauso wie die Braunen vom Verfassungsschutz beobachtet werdet. Eure politische Zeit ist vorbei.

Noch ´nen Bernauer 13.06.2012 - 00:29:34

@Frank

Tja, was soll man dazu sagen/schreiben; mit der Symbolik und der Kleiderordnung der Szene kennen sie sich offensichtlich gut aus(88, 18, Thor Steinar etc.) und Ihre Meinung ist entsprechend... Nur noch ein paar Hinweise bzw. Anmerkungen: - Richtig, das Fest gehört nicht der Antifa; dennoch hat jeder Standbetreiber hier ein entsprechendes Hausrecht(?) und muss nicht jeden bedienen - dies haben doch einige Ihrer Kameraden schon mehrfach erlebt und sind auch auf dem Klageweg unseres Rechtsstaates gescheitert (Saalanmietungen; Hotels etc.). - Richtig, es steht niemand über dem Gesetz; wer im Glashaus sitzt und sich wenig um Gesetze kümmert/kennt solte den Mund vielleicht nicht zu weit aufmachen --> siehe erste Bemerkung/erster Hinweis. - Richtig, es wird immer Widerstand gegen Neonazis geben und das ist auch gut so! - Richtig, es gibt durchaus nennenswerte Einsatzkosten der Polizei; dennoch sollten sie hier nicht Ursache und Wirkung verwechseln! Wenn es keine Neonazis gäbe, würde es auch keine Antifa geben - ach, nicht vergessen möchte ich natürlich unsere allseits beliebten Rechtspopulisten, welche nach dem Motto agieren "Die wollen nur spielen." und euch verharmlosen bis zum nächsten NSU vielleicht in Bernau. Und wer bei bekränkter Eitelkeit mit Gewalt reagiert muss sich nicht wundern, wenn auch von "normalen" Menschen nicht nur ein Kopfschütteln kommt und wir uns auf die Straße setzen mit Storch Heinar Klamotten. Wir lesen uns?

Frank 12.06.2012 - 20:47:44

Never

Euch Antifas gehört nicht das Stadtfest und Ihr habt auch nicht zu bestimmen, wer bei einer öffentlichen Veranstaltung hereingelassen und bedient wird, wenn er sich ordentlich benimmt. Es wird immer Widerstand geben, wenn Ihr mit weniger oder mehr Erfolg versucht, Eure krude Weltanschauung als Maßstab für alle zu definieren und speziell in eine so geartete Festteilnehmer-Selektion zu projizieren. Auch Ihr steht nicht über dem Gesetz. Und wie albern ist es, jemandem keine Bockwurst zu verkaufen, der Eurer Meinung nach das falsche T-Shirt trägt oder mit einer 88 auf dem Nummernschild angereist ist. Mit Eurer paranoiden ständigen Politisiererei und Naziseherei seid Ihr permanente Störfaktoren, wo immer Ihr auftaucht. Bei allen Euren Aktionen gegen Rächz seid IHR es, die bei den Polizisten für zahllose Verletzte und hohe Einsatzkosten sorgt.

Prenzelberger 12.06.2012 - 16:13:44

... na da muss ich nicht lange suchen.

Findet sich eine ganze Fußballmannschaft des FSV Bernau, die rassistische Beschimpfungen eines ihrer Spieler gegen einen schwarzen Fußballer aus Schwedt bei einem Spiel in Schwedt verleugnet. Einige Bernauer werden ja nun wegen Falschaussage verfolgt, weil sie vor Gericht ihren Kumpel all zu offensichtlich decken wollten.

Bernauer 12.06.2012 - 14:46:39

unerwünscht?

Interessant Frank, das Personen die fast 10 Jahren das Hussitenfest begleiten und ein Teil dessen sind auf einmal unerwünscht sind! Verdrehen sie nicht die Tatsachen! Hussitenfest Teilnehmer wurden angegriffen, weil sie das Recht war genommen haben, Personen die zur NPD oder Kameradschaftsszene zu zuordnen sind, nicht bedient haben! Es ist und bleibt trotzdem kein Grund Personen verbal und körperlich anzugreifen! Es geht hier nicht darum das Hussitenfest zu beschmutzen oder ähnliches sondern lediglich um das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

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