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Hubertushöhe gekapert

Unternehmer mit Kulturauftrag: Die neuen Eigentümer des Schlosshotels Hubertushöhe, Rainer (links) und Harald Opolka wollen die Immobilie der Öffentlichkeit zugänglich machen und im Park Literatur präsentieren.
Unternehmer mit Kulturauftrag: Die neuen Eigentümer des Schlosshotels Hubertushöhe, Rainer (links) und Harald Opolka wollen die Immobilie der Öffentlichkeit zugänglich machen und im Park Literatur präsentieren. © Foto: MOZ
Jörg Kühl / 15.06.2012, 19:11 Uhr
Storkow (MOZ) Harald und Rainer Opolka sind die neuen Eigentümer des Schlosshotels Hubertushöhe. Die millionenschweren UnternehmerZwillinge planen, das Hotel um eine Seminar- und Bildungsstätte zu erweitern und im Park Literatur zu präsentieren.

Vielleicht wird demnächst auf dem Dach des Schlosshotels Hubertushöhe die Piratenflagge gehisst. Denn die prestigeträchtige Immobilie befindet sich seit wenigen Tagen im Besitz der "Zweibrüder Kunst&Kultur Industrieholding", hinter der sich die Zwillingsbrüder Rainer und Harald Opolka verbergen. Deren Kapital stammt wiederum aus Erlösen ihrer Firma "Zweibrüder Optoelectronics GmbH", die auf ihrem Stammsitz in Solingen eine Piratenflagge hisst. Die 1 000 Mitarbeiter zählende Firma, die an drei internationalen Standorten produziert, ist Weltmarktführer auf dem Gebiet der LED-Taschenlampen und vertreibt ihre Produkte unter den Markennamen "LED-Lenser" und "Leatherman". Die Brüder nennen sich selbst "Lichtpiraten", weil sie mit ihren Produkten die Märkte erobern und auch sonst nicht in die klassische Unternehmerschublade passen. Da fügt es sich ins Bild, dass Rainer Opolka weder sein Alter noch die Kaufsumme des Schlosshotels verraten mag.

Die Brüder haben sich vor etwa einem Jahr aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und wollen nun mit ihrer Holding, die in Wendisch Rietz (Oder-Spree) firmiert, im Schloss Hubertushöhe für kulturelle und insbesondere literarische Glanzpunkte sorgen. Rainer Opolka plant nach eigenen Angaben, seinen Wohnsitz noch in diesem Jahr an den Scharmützelsee zu verlegen.

Hotel, Restaurant und Landschaftspark werden im nächsten Jahr wieder öffnen, kündigt der Unternehmer und Mäzen an. Geplant sind außerdem neue Übernachtungsmöglichkeiten für Schüler und Studenten, wie Rainer Opolka verrät. Er und sein Bruder wollen auf dem Gelände des Schlosses einen Park der Literatur anlegen. Über Tafeln, Kunstwerke, Skulpturen und Audiobeiträge sollen Dichter und Dichtung vermittelt werden. Der Park wird öffentlich sein, Eintrittsgelder werden nicht erhoben.

Storkows Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig (SPD) zeigte sich erfreut über den Besitzerwechsel. "Besonders begrüße ich, dass die Brüder Opolka das gesamte Schlossensemble der Bevölkerung öffnen wollen." Sie gehe davon aus, dass das Schlosshotel unter den neuen Besitzern zusätzliche touristische und kulturelle Akzente in der Region setzen wird.

Das idyllisch am Ufer des Storkower Sees gelegene Hotel hat eine wechselvolle Geschichte. Der Geheime Königliche Kommerzienrat Georg W. Büxenstein hatte es sich um 1900 als Jagdschloss erbauen lassen. 1936 kaufte die Firma Reemtsma das Schloss als Erholungsstätte für Mitarbeiter. Im Krieg wurden dort Wehrmachtsflieger kuriert. Zu DDR-Zeiten zog eine Ingenieurschule für Binnenfischerei ein.

Nach der Wende erwarb die Firma Reemtsma das Anwesen zurück und investierte mehr als fünf Millionen Euro in die vollständige denkmalgerechte Sanierung der Gebäude. Im Juni 1998 öffnete Schloss Hubertushöhe seine Pforten als Hotel der Spitzenklasse. Nach dem Kauf der Reemtsma-Gruppe durch den Konzern British Tobacco wurde das Hotel 2008 an das südafrikanische Unternehmen Louis Group veräußert. Der neue Besitzer kündigte umfangreiche Investitionen, unter anderem eine Erweiterung, an. Aus diesen Vorhaben war allerdings nichts geworden.

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P.Krüger 30.06.2014 - 20:03:30

Kaufpreis ?

Reemtsma hat 5 Mio für die Sanierung der Gebäude investiert, da kann man sich so ungefähr ausrechnen wieviel das Schloß gekostet haben muss ...

Christoph 30.06.2014 - 13:34:23

die herren O possum

weil die feinen herren nur ihr geld vermehren können und wollen nicht etwa dem zwecke andere menschen helfen dafür wurde geld nicht erschaffen

Storkow 30.06.2014 - 13:01:38

Vorbei mit der Ruhe

Es ist ja löblich, dass sich die Brüder so angagieren. Aber es gibt wie so oft auch eine andere Seite. Mit Geld kann man scheinbar alles kaufen. Da wird schnell mal aus einem Lanschaftsschutzgebiet ein Bauland. Was ist mit den Menschen die in Hubertshöhe wohnen? Da soll ein Radweg mitten durch den Wald gebaut werden. Wer kümmert sich um den Müll? Ganz zu schweigen von der Lärmbelästigung die diese tollen Events mit sich bringen? Wer braucht in dieser Gegend so viel Kultur? Keiner der was davon versteht. Hat unsere Bürgermeisterin noch nicht genug? Muss sie ganz Storkow für fragwürdige Projekte verkaufen? Wir sind auch für eine sinvolle Nutzung des Schlosses, aber alles im Rahmen und unter Berücksichtigung derer, die Erholung und Ruhe in dieser Gegend suchen. Liebe Brüder Opolka, bitte suchen Sie sich doch ein anderes Gebiet wo Sie Ihr Geld rausschmeissen können. Warum unterstützen Sie nicht Menschen mit Ihrem Geld, die es brauchen?

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