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Bündnis will Vatertag am dritten Sonntag im Juni etablieren / Steffen Pick aus Seelow wäre einverstanden

Blumen und Pralinen für Papa

Vater und Sohn: Papa Steffen und der vierjährige Benneton schaukeln auf dem Spielplatz der Kita Märchenland in Seelow. In der Woche sind die beiden Männer die meiste Zeit unter sich.
Vater und Sohn: Papa Steffen und der vierjährige Benneton schaukeln auf dem Spielplatz der Kita Märchenland in Seelow. In der Woche sind die beiden Männer die meiste Zeit unter sich. © Foto: MOZ
Marco Marschall / 15.06.2012, 21:01 Uhr
Seelow (MOZ) Zum Muttertag freuen sich Blumen- und Pralinenhändler über reißenden Absatz. Mit einer Kundgebung vor dem Bundestag will ein Bündnis am Sonntag für den Vatertag einstehen. Steffen Pick würde sich freuen. Blumen braucht er allerdings keine.

Bei Picks ist häufig Männerrunde. Da Bennetons Mutter Sandra Pick in Berlin arbeitet, ist es Papa Steffen, der in der Woche die meiste Zeit mit dem Sohn verbringt. "Wenn ich statt meiner Frau außerhalb arbeiten müsste, würde das genauso funktionieren", betont er. Um 6Uhr beginnt der Tag. Dann werden Vater und Sohn von der Mutter geweckt, die sich mit Bus und Bahn auf den Weg in die Hauptstadt macht. Zum Frühstück sind die Jungs bereits unter sich. Für Benneton gibt es wahlweise Wurst- oder Marmeladenbrot und Wasser. Der Papa trinkt Kaffee. Kurz vor sieben verlassen beide die Wohnung im Neubaublock in der Slubicer Straße. Etwa eine Viertelstunde dauert der Weg bis zur Kita "Märchenland", wo Benneton bis zum Nachmittag betreut wird.

Papa Steffen ist nicht weit. Er arbeitet bei einem lokalen Bestattungsunternehmen. Auch der Sohnemann weiß über den Beruf seines Vaters schon Bescheid. Am Nachmittag holt der 33-Jährige den vier Jahre alten Benneton gegen 16 Uhr wieder von der Kita ab. Bei den anderen Kindern sind es oft die Mütter, die im Kindergarten erscheinen. Schon deshalb fällt der Vater dem Kita-Personal auf. Aber auch weil er sich engagiert. "Zum Frauentag hat er zum Beispiel kleine Geschenke für die Erzieherinnen gebastelt oder einen Weihnachtskalender aus Holz für die Kinder der Gruppe gefertigt", lobt ihn Erzieherin Simone Steinke.

Nun soll das Papa-sein auch entsprechend gewürdigt werden, findet das Bündnis Internationaler Vatertag. Am Sonntag ist eine große Kundgebung mit Papa-Picknick auf dem Platz der Republik geplant. Die Initiative will die ich für Wertschätzung und Gleichstellung des Vaters unabhängig von Religion, Status, Weltanschauung und Lebensform. Der dritte Sonntag im Monat soll für Väter reserviert werden. Christi Himmelfahrt, der vielerorts auch als Vatertag begangen wird, halten die Initiatoren für unangemessen. Außerdem wären dann wiederum die Mütter benachteiligt. Schließlich fällt ihr Ehrentag immer auf den zweiten Sonntag im Mai. Dafür dass er sich etabliert hat, haben allerdings auch Blumenhändler und Geschenkindustrie gesorgt.

Blumen braucht Steffen Pick nicht, sagte er. "Ich freue mich auch über selbst gebasteltes oder ein Gedicht, weil ich dann stolz bin, welche Entwicklung Benneton gemacht hat", sagt der Papa. Die Idee, einen Vatertag zu etablieren findet er nicht verkehrt, ist für mehr Gleichberechtigung in Sorgerechtsfragen. Schließlich gehe es um Wertschätzung.

Beim Papa-Picknick in Berlin wird er dennoch nicht dabei sein. Am Sonntag ist schließlich Familientag und manchmal der einzige komplette Tag, den Vater, Mutter und Sohnemann gemeinsam verbringen können. Durch seinen Job im Bestattungsinstitut muss Steffen Pick am Sonnabend häufig arbeiten. Nachdem Steffen Benneton der Kita abgeholt hat, verbringen Vater und Sohn den Nachmittag zusammen. "Meistens auf dem Spielplatz", sagt Steffen Pick.

Am Ende des Tages sind beide nach so viel Männerwirtschaft aber doch froh, wenn sie die Mutter vom Bahnhof abholen können. Zum Abendessen ist die kleine Familie dann meist komplett.

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