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Unter der Marke Klosterland werden deutsche und polnische Klöster künftig besser miteinander vernetzt

Neugierde und Synergien schaffen

Alexander Kempf / 18.06.2012, 19:03 Uhr
Angermünde (MOZ) Die deutsch-polnische Zusammenarbeit wird für die Uckermark immer wichtiger. Kindergärten, Polizei und Unternehmen haben sich bereits vernetzt. Nun rücken deutsche und polnische Klöster näher zusammen. Davon könnte auch Angermünde profitieren.

In der Angermünder Klosterkirche erzählt Steffen Tuchscherer einer Gruppe Deutschen und Polen von der bewegten Geschichte des Gebäudes. Vor dem Gemäuer steht Lara Buschmann und referiert über dessen Zukunft. Die Damen und Herren in der Klosterkirche gehören zum deutsch-polnischen Netzwerk Klosterland. Lara Buschmann leitet es. Sie möchte in den nächsten Jahren Klöster in Brandenburg und Westpolen enger miteinander verknüpfen. So soll der Kulturtourismus angekurbelt und die Denkmäler erhalten werden.

"Wir können natürlich keine Buslinien einrichten", räumt Lara Buschmann ein. In jedem Fall wird aber die digitale Infrastruktur ausgebaut. Im Internet soll für die zehn teilnehmenden Klöster intensiv geworben werden. Auch über Facebook und andere moderne Kanäle. Der Leiter des Dominikanerklosters Prenzlau Stephan Diller freut sich auf die Unterstützung. Das Internet wird immer wichtiger. Selbst wäre er nicht in der Lage alle Kanäle zu bespielen.

Neben dem Kloster in Prenzlau hoffen auch die in Angermünde und Chorin auf mehr Zulauf durch das Netzwerk. Vergangene Woche saßen sie in Angermünde zusammen, um weitere Schritte zu besprechen. Unter anderem soll ein gemeinsames Merchandising erarbeitet werden. "Momentan müssen Touristen viel selber recherchieren", erklärt Lara Buschmann. Das soll sich ändern. Ob Wanderausstellungen oder zweisprachige Prospekte - Klosterland will vor allen Dingen Deutsche und Polen in die Klöster auf der jeweils anderen Seite der Oder locken.

In Polen nehmen unter anderem die Gotteshäuser in Chojna und Chwarszczany an dem Projekt teil. "Die Idee ist gut. Wir haben alle die gleichen Ziele", erklärt Jan Krzywicki. Der Bürgermeister der Gemeinde Boleszkowice erhofft sich von der Kooperation mehr Touristen für die Templerkapelle in Chwarszczany. Auch Fördermittel für den Denkmalschutz könnten mit Hilfe des Netzwerkes besser eingeworben werden. "Wenn wir uns nicht kümmern, verfallen die Gebäude."

Ins Leben gerufen wurde das deutsch-polnische Klosternetzwerk durch den Ostdeutschen Sparkassenverband und die sponsernden Sparkassen Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Uckermark. Das Projekt soll die gemeinsame Grenzregion nachhaltig stärken, erklärt der zuständige Referent Alexander Conrad. "Es geht uns nicht darum nur kurzfristig Fördermittel zu akquirieren." Deutsche und polnische Tourismusexperten waren nach der Auswertung von Reiseströmen und Freizeittrends im Grenzbereich 2006 zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Vernetzung der Klöster viel Potential hat.

Die deutsch-polnische Völkerverständigung ist ein erklärtes Ziel des neuen Netzwerkes. Nach dem Krieg haben einige Gotteshäuser sowohl den Besitzer als auch die Konfession gewechselt. Es wird also von allen Beteiligten Fingerspitzengefühl verlangt. Um so mehr freut es Alexander Conrad, dass Deutsche und Polen sehr schnell zusammen gefunden haben. "Das ist nicht alltäglich." Bereits im September soll die gemeinsame Marke Klosterland bei einem Symposium in Prenzlau vorgestellt werden.

www.klosterland.de

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