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Grundschule Schwärzesee überzeugt bei bundesweitem Wettbewerb "Fit in Fair Play" / Willkommenes Preisgeld beträgt 1500 Euro

Umjubelter zweiter Platz für Boxenstopp

Preisträger unter sich: Schulleiterin Anke Billing (vordere Reihe links) hatte Erik Stiebenz und Victoria Budde mit zur Auszeichnungsveranstaltung nach Köln genommen. Foto: Malteser-Hilfsdienst
Preisträger unter sich: Schulleiterin Anke Billing (vordere Reihe links) hatte Erik Stiebenz und Victoria Budde mit zur Auszeichnungsveranstaltung nach Köln genommen. Foto: Malteser-Hilfsdienst © Foto: Grundschule Schwärzesee
Sven Klamann / 19.06.2012, 04:51 Uhr
Eberswalde (MOZ) Mit dem Anti-Gewalt-Projekt Boxenstopp hat die Grundschule Schwärzesee den zweiten Platz im bundesweiten Schülerwettbewerb "Fit in Fair Play" erreicht. An der Bildungsstätte ist kurz vor den Ferien der Jubel riesig.

Nur das Elisabeth-Langgässer-Gymnasium in Alzey (Rheinland-Pfalz) hat die hochkarätig besetzte Jury des vom Malteser Hilfsdienst ausgelobten Vergleichs noch tiefer beeindruckt. Die Sieger waren mit einem Aktionsbutton, einem Präventionsclip und einem selbst komponierten Lied gegen Mobbing und Gewalt an ihrer Schule angetreten und hatten damit unter anderem die DFB-Fußballnationalspielerin Alexandra Popp sowie die Schauspieler Jana-Julie Kilka, Thore Schölemann und Dirk Heinrichs beeindruckt.

Doch auch die Grundschule Schwärzesee aus dem als sozialen Brennpunkt geltenden Brandenburgischen Viertel in Eberswalde hat bei der Preisverleihung in Köln große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ihr Boxenstopp-Projekt war der Jury unter 71 Schulen aus elf Bundesländern den mit 1500 Euro dotierten zweiten Platz wert. Sein Herzstück ist ein Schülerklub. Ihm gehören 70 der 250 Mädchen und Jungen an. Sie alle sammeln für diszipliniertes und ordentliches Benehmen Punkte. Wer sich in der Rangliste hocharbeitet, erwirbt mehr Rechte und Pflichten. Der erreichte Status ist an der Trikotfarbe der Schulkinder zu erkennen. "Monatlich kommen alle Klubmitglieder im Plenum zusammen und besprechen anfallende Herausforderungen für ein gewaltfreies schulisches Leben. Eigenverantwortung im Umgang miteinander ist hier das große Ziel", lobt die Jury.

Boxenstopp ist eine Initiative des Caritasverbandes Berlin und des Sozialpädagogischen Instituts SPI, Niederlassung Brandenburg, die aus Mitteln des Landesjugendplanes und des Landespräventionsrats finanziert wird. Der bundesweite Erfolg der Grundschule Schwärzesee hat ihr einen wahren Glückwunschreigen beschert.

"Sie leisten unschätzbare Sozialarbeit, die wir uns an allen Schulen wünschen würden", lobte Lutz Landmann, Beigeordneter im Eberswalder Rathaus, die Boxenstopp-Macher, deren Leiter, der Theologe und Pädagoge Stefan Schanzenbächer gemeinsam mit dem Schulsozialarbeiter Frank Bestritzki vom SPI in Köln dabei war. Die Stadt Eberswalde werde das Projekt weiter unterstützen, hob der Vertreter der Rathausspitze bei seiner Gratulation hervor.

"Uns erfüllt dieser zweite Platz mit Stolz", sagte Anke Billing. Die Schulleiterin schlug in der Stunde des Triumphs auch nachdenklichere Töne an. Der Preis sei eine Würdigung und Anerkennung der schwierigen Arbeit in der Grundschule und gebe Kraft und Mut, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. "Das schaffen wir nur, wenn zusätzliche Förderung und Unterstützung von außen kommen", urteilte Anke Billing.

Seit sechs Jahren wird dieser Part von der Caritas, dem SPI und der Bildungseinrichtung Buckow übernommen. Gerade regional hat sich noch nicht überall die Erkenntnis durchgesetzt, wie wichtig das Projekt und besonders die Arbeit von Frank Bestrizki ist. "Mitunter erhält sein Wirken an unserer Grundschule gegenüber Einsätzen in anderen Schulen einen geringeren Stellenwert", bedauerte die Schulleiterin. Das verwundere, weil gerade im frühen Kindesalter das Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinschaft, die Mitbestimmung und der aktive Einsatz gegen jegliche Form von Gewalt durch die Bildungs- und Erziehungsarbeit zu fördern sei.

"Konfliktlösungen und das Erlernen von demokratischem Handeln sind Kompetenzen, auf die Kinder ihr Leben lang zurückgreifen können", erklärte Anke Billing.

Nach Köln hatte die Schulleiterin unter anderem die Schülerin Victoria Budde, Oberrepräsentatin des Schülerklubs, und Erik Stiebenz mitgenommen, der zu den erfolgreichsten Mitgliedern von Boxenstopp gehört.

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