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Energietechnisch autarker Neubau in Strausberg geplant

Eindruck: So wird das künftige Wohn- und Geschäftshaus aussehen, das die Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau bis Mitte nächsten Jahres im Wohngebiet Gustav-Kurtze-Promenade errichten will.
Eindruck: So wird das künftige Wohn- und Geschäftshaus aussehen, das die Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau bis Mitte nächsten Jahres im Wohngebiet Gustav-Kurtze-Promenade errichten will. © Foto: Jörg-Martin Schreiber
Uwe Spranger / 19.06.2012, 07:58 Uhr - Aktualisiert 19.06.2012, 09:09
Strausberg (MOZ) Die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Aufbau will 2013 im Wohngebiet Gustav-Kurtze-Promenade neu bauen. Entstehen soll bis Mitte 2014 ein Wohn- und Geschäftshaus für gut drei Millionen Euro. Die Vertreterversammlung hat das Projekt gerade bestätigt.

 

Bereits seit Längerem habe man sich mit dem Gedanken getragen, neue Wohnungen zu bauen, berichtet WBG-Vorstand Carsta Göring. Der Genossenschaft gehe es gut, die Zinsen seien derzeit niedrig und man gehe davon aus, dass die Baukosten steigen werden.

Folglich habe der Vorstand den Zeitpunkt für den Neubau als günstig angesehen. Nicht zuletzt hat die Genossenschaft auch die "neuen Bewohner" im Blick, die der Umzug der Bundeswehr-Heeresführung nach Strausberg bringen werde, erläutert Carsta Göring. Heeres-Inspekteur Generalleutnant Werner Freers hatte hiesige Vermieter bei einem Vorab-Besuch in Strausberg ermuntert, für seine Truppe höherwertigen Wohnraum anzubieten.

 

Eben solcher Wohnraum sollzwischen den Blöcken aus den 1960er-Jahren, dem Sportpark und den Häusern an der Landhausstraße auch entstehen. Man wolle dabei "neue Wege gehen", kündigt Carsta Göring an. Das Haus solle energetisch "autark" werden, Heizenergie und Warmwasser zu 70 Prozent über Solarthermie beziehen, den Rest voraussichtlich aus Erdwärme. Zum Einsatz kommen Flächenheizungen in Fußboden, Wand oder Decke, die im Sommer für Kühlung genutzt werden könnten. Die Kosten für Heizung und Warmwasser lägen so nur bei einem Fünftel der üblichen Summe, und in Anbetracht von zu erwartenden Preissteigerungen in den nächsten Jahren werde sich dies weiter verbessern. Carsta Göring sieht das Vorhaben "einmalig in Brandenburg", vielleicht sogar im ganzen Osten. Zusammengearbeitet hat die Genossenschaft bei dem Projekt mit dem Ingenieurbüro Agora + aus Biesenbro (Uckermark) und dem Berliner Architekten Jörg-Martin Schreiber.

In dem Viergeschosser mit Flachdach sind 17 Wohnungen mit ein bis vier Zimmern und zwischen 50 und 100 Quadratmetern geplant. Die Küchen seien nach Wunsch offen oder geschlossen zu haben. Zu Miethöhen will sich der WBG-Vorstand noch nicht äußern. Sie würden sich jedoch angesichts des Konzepts über dem üblichen Niveau bewegen.

Das Erdgeschoss werde in Holzoptik gehalten und zumindest barrierearm. Dortige Mieter bekommen zudem Terrassen. Ebenso die Bewohner im Obergeschoss, das zurückgesetzt werden soll. Zudem werde das Haus unterkellert und ein Nebengelass für Fahrräder und Müllcontainer erhalten. Weiter soll es "ausreichend" Parkplätze geben, so die Vorstandsfrau.

Sie wird übrigens auch dort einziehen: Die WBG werde in dem Gebäude ihr "Platzproblem gleich mit lösen" und ihren Geschäftssitz in den flachen Teil verlegen, kündigt sie an. Die jetzigen Büros würden "bis auf Widerruf" für die Mieter zugänglich gemacht, für Vereine, Feiern ... Für den Neubau müssen mehrere Reihen Garagen bzw. Schuppen weichen. Erste Gespräche dazu hätten stattgefunden. Das Grundstück sei "das einzige, das einen derartigen Neubau erlaubt", begründet der Vorstand, der zugleich "an der Wiege der Genossenschaft" - dort waren um 1960 die ersten Häuser gebaut worden - "Akzente setzen" will. Der architektonische Charakter könne später bei möglichen Umbauten im Wohngebiet aufgenommen werden.

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