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Sechsteilige Dokumentation des polnischen Fernsehens im Küstriner Rathaus präsentiert

Ostbahn-Filme zeigen Chancen auf

Reisen zu den Menschen: Katazyna Pazurkiewicz (v.l) Andrzej Kunt, Artur Gurec und Karl-Heinz Boßan berichteten über das Filmprojekt.
Reisen zu den Menschen: Katazyna Pazurkiewicz (v.l) Andrzej Kunt, Artur Gurec und Karl-Heinz Boßan berichteten über das Filmprojekt. © Foto: Grieger Ulf
Ulf Grieger / 21.06.2012, 06:05 Uhr
Kostrzyn (MOZ) Der regionale polnische Fernsehsender TVP aus Gorzow und die Interessenvereinigung Ostbahn haben im Küstriner Rathaus (Kostrzyn)den ersten von sechs Teilen einer Reihe über die Ostbahn präsentiert. Die Filme werden auch auf DVD mit deutschen Untertiteln erscheinen.

Unter dem Titel „Deutsch-polnische Zusammenarbeit am Beispiel der Ostbahn“ ist am Mittwoch im Küstriner Rathaus der mit EU-Mitteln geförderte sechsteilige Dokumentarfilm über die Ostbahn präsentiert worden. Bürgermeister Andrzej Kunt freute sich als Gastgeber, die Vertreter der Interessengemeinschaft, darunter Bürgermeister der Anliegergemeinden, begrüßen zu können. Dass das Rathaus in einem ehemaligen Grenzgebäude direkt an der Oder eingerichtet wurde, beschreibe auch eine der Chancen, die das zusammenwachsende Europa biete, so Kunt. Große Möglichkeiten biete die Reaktivierung der Ostbahn.

Katarzyna Pazurkiewicz, Autorin des Dokumentarfilms, gestand, dass sie selbst während der Dreharbeiten viel darüber erfahren konnte, welche Potentiale diese Bahnstrecke habe. Die Filmarbeiten seien stets auch Reisen zu den Menschen. Nach Bekanntwerden des Starts der Dreharbeiten hätten sich viele Zeitzeugen gemeldet, die die Produktion bereichert haben. Somit wurde es auch ein Film von den Menschen an der Ostbahn.

Der erste Teil hat einen historischen Schwerpunkt. Er beginnt am 140-jährigen Neustädter Bahnhof von Küstrin, erinnert an die Zeit, da die Ostbahn zu einem Massentransportmittel wurde, mit dem die Menschen in etwas mehr als sechs Stunden die 590 Kilometer lange Strecke Königsberg - Berlin/Schlesischer Bahnhof zurücklegen konnten. Zudem erfahren die Zuschauer des polnischen Fernsehens, dass die Ostbahn von Beginn an auch Wirtschaftsmotor war, der viele Arbeitsplätze in strukturarmen Räumen schuf. Historiker wie Jan Musekamp von der Uni Viadrina, Marcin Wichrowski vom Festungsmuseum Küstrin und Helmut Krüger vom Bahnmuseum Buckow kommen zu Wort. Etwas gewöhnungsbedürfig ist die zum Teil melodramatische Filmmusik.

Karl-Heinz Boßan, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Ostbahn nutzte die Gelegenheit, um einen Blick auf die Ziele zu geben. Im Rahmen des in Gründung befindlichen Eurodistrikts Transoderana entlang der Ostbahn zwischen Berlin und Pila soll nicht nur erreicht werden, dass die Strecke zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert wird. Auch die Anliegergemeinden sollen davon profitieren. Die Umfeldgestaltungen der Bahnhöfe von Küstrin, Vietz (Witnica), Landsberg (Gorzow) und Schwerin (Skwierzyna) soll fortgesetzt werden. „Wir wollen so schnell wie möglich die Einrichtung des Regionalexpress RE 300 zwischen Schneidemühl (Pila) und Berlin“, so Boßan. Um das zu erreichen, wünscht er sich noch mehr europäisches Gedankengut in der Köpfen von Politik und Verwaltungen.

Rehfeldes Bürgermeister Reiner Donath lobte die Dokumentation. Er hofft, dass sie auch bald mit deutschen Untertiteln auf DVD zu haben sein werde. Herzlich lud Donath zur Einweihung des neuen Bahnhofs Rehfelde am 22. August ein.

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