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Schauspieler Daniele Veterale verlässt Ensemble der Uckermärkischen Bühnen

Ein paar Tränen vor Publikum

Küsschen, Blumen, Geschenke: Mitwirkende verabschieden Schauspieler Daniele Veterale.
Küsschen, Blumen, Geschenke: Mitwirkende verabschieden Schauspieler Daniele Veterale. © Foto: MOZ
Eva-Martina Weyer / 23.06.2012, 07:45 Uhr - Aktualisiert 24.06.2012, 18:09
Schwedt (MOZ) Tränen auf der Theaterbühne sind manchmal nicht geschauspielert. Nach der letzten Aufführung des Stückes "Spur der Steine in Schwedt" an den Uckermärkischen Bühnen unterbrach Schauspieldirektor Gösta Knothe den Beifall des Publikums.

Knothe war es, der vor drei Jahren den Schauspieler Daniele Veterale nach Schwedt geholt hatte. Bevor der junge Mann hier in die Lindenallee einzog und an den Ubs. für seine erste Rolle im "Faust" probte, hatte er Engagements unter anderem in Mainz, Wiesbaden und Hamburg.

Jetzt wurde Veterale, der in dieser Woche letztmals als Poldergeist auf der Bühne stand, verabschiedet. Der Mime zieht auf eigenen Wunsch weiter in die Welt, das Theater hätte ihn gern in Schwedt behalten.

Den herzlichen Worten von Gösta Knothe schlossen sich die Mitwirkenden aus "Spur der Steine in Schwedt" an. In diesem Stück hatten vier Schauspieler mit mehr als 20 Laiendarstellern gemeinsam agiert. Nathalie Große, derzeit Auszubildende in der Schwedter Stadtverwaltung, verkörpert im Stück die Stadt Gryfino. Sie sagte: "Es hat Spaß gemacht mit dir zusammenzuarbeiten. Wir haben viel gelernt von dir." Als die Tontechniker dann den Song "Lass uns Abschied nehmen mit lächelndem Gesicht" aus dem Stück "Im weißen Rößl" einspielten, war es um die Fassung von Daniele Veterale geschehen. Er musste das Wasser in den Augen zurückhalten, sang das Lied tanzend mit und warf seinen Zylinder zum Abschied in die Luft.

Mit Daniele Veterale verlässt ein Schauspieler die Uckermärkischen Bühnen Schwedt, der an 15 Inszenierungen maßgeblich beteiligt war. So spielte er im Weihnachtsmärchen das tapfere Schneiderlein. Er eroberte den Zuspruch seiner halbwüchsigen Zuschauer, vor denen er in ihren Klassenzimmern den Monolog "Leiden!Werther" spielte. Als Goethes junger Werther versprühte er pure Energie und machte das Klassenzimmer lebendig.

Den Freunden des klassischen Schauspiels wird Daniele Veterale vor allem als Tempelherr in "Nathan der Weise", als Martini in "Einer flog über das Kuckucksnest" oder als Happy in "Tod eines Handlungsreisenden" im Gedächtnis bleiben.

Nicht zuletzt spielte er sich mit der berührenden Darstellung des "Kleinen Luck" in der Feuerzangenbowle in die Herzen der Zuschauer.

Außerdem führte der Schauspieler mit italienischen Wurzeln Regie im Jugendtheater Stolperdraht. Er dreht Filme und verfasst Hörspiele. Chapeau!

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