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Liebhaber des AWO-Motorrades trafen sich am Wochenende in Danewitz / Biker-Gottesdienst und Deutsch-Rock

"Die Harley des Ostens"

Kai-Uwe Krakau / 25.06.2012, 07:34 Uhr - Aktualisiert 25.06.2012, 08:50
Danewitz (MOZ) Das kleine Feldbacksteinofendorf war am Wochenende wieder das Ziel vieler Freunde der legendären AWO-Motorräder. Mehr als 100 Maschinen aus dem gesamten Bundesgebiet konnten bestaunt werden.

Christian Schmidt gehörte vor 15 Jahren zu den Gründungsvätern des Niederbarnimer AWO-Stammtisches. Seitdem treffen sich die Liebhaber der Vier-Takter, die von 1950 bis 1961 produziert wurden, jeden Mittwoch im Gasthof "Alter Krug" in Danewitz. Das Hobby verbindet Schmidt immer noch mit der Heimat, dabei wohnt er seit Jahren schon auf Rügen.

"Wir wollten damals Teile und Tipps austauschen", so Schmidt. Alles sollte locker ablaufen, einen Verein wollte man nicht. "Deshalb auch die Form des Stammtisches". In den folgenden Jahren entwickelte sich auch die Sommerparty zu einem Höhepunkt der AWO-Szene. Immer mehr Motorradliebhaber kamen zu den Treffen - nun ging die 16. Party über die Bühne. "Die Leute kommen aus allen Regionen", erzählt Schmidt und gerät gleich wieder ins Schwärmen über das Zweirad. "Das war die Harley des Osten, die AWO hatte Kult-Status", so der kräftige Mann. Der "bullige" Klang habe so manches Herz höher schlagen lassen. Und das sei auch noch heute so. "Wenn der 75-jährige mit dem 22-Jährigen zusammensteht und beide fachsimpeln über die AWO, dann ist das einfach toll", beschreibt Schmidt die Atmosphäre in der Szene. Der Umgang miteinander sei freundlich, inzwischen kenne er achtzig Prozent der Fans, die zu den Partys kommen, schon beim Namen, so der Rüganer.

Auch den von Bernd Richter wird sich Schmidt wohl jetzt merken. Der 35-jährige Mann aus Reichenbach in der Oberlausitz hatte nämlich zum 16. AWO-Treffen die weiteste Anreise - er kam direkt vom Nordkap. "Am 30. Mai bin ich gestartet, am 12. Juni war ich da", berichtet Richter stolz. Rund 375 Kilometer hat er durchschnittlich pro Tag zurückgelegt. Sein "Begleiter" war dabei eine AWO Sport aus dem Jahr 1956, das Gepäck verstaute Richter in einem Seitenwagen Stoye. "Alles ist Original, einige Teile sind aufgearbeitet", so der Nordkap-Reisende. Ein paar Stunden wird Richter noch in seine Heimat brauchen - insgesamt hatte er dann rund 9400 Kilometer "unter den Reifen".

Traditionell begann das diesjährige Treffen am Freitagabend mit dem DDR-Kult-Kino. Welcher Film lief, wollte Schmidt allerdings nicht verraten. Einen Tag später stand dann der Biker-Gottesdienst mit Pfarrer Ralf Schwieger aus Friedrichswalde auf dem Programm. Am Nachmittag starteten die AWO-Maschinen zu einer Ausfahrt und als es langsam dunkel wurde über Danewitz trat die Gruppe "Sam-Jam" mit Deutsch-Rock auf.

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