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Frankfurter Wohnbau wird 120 Jahre alt

Zuhause für weniger Betuchte

© Foto: Dietmar Horn
Annette Herold / 26.06.2012, 06:00 Uhr
Frankfurt (MOZ) Die Wohnungsbaugenossenschaft Frankfurt (Oder) wird am 17. Dezember 120 Jahre alt. In loser Folge erinnert die MOZ mit Hilfe der Wohnbau an die Geschichte genossenschaftlichen Bauens in der Oderstadt.

Die zunehmende Wohnungsnot und das verstärkte politische Engagement der Arbeiterschaft führten in vielen Städten zur Gründung von Wohnungsgenossenschaften und gemeinnützigen Baugesellschaften. Die Frankfurter Oder-Zeitung berichtete am 2. Dezember 1892 von der Gründung der ersten Genossenschaft, dem Beamten-Wohnungs-Verein, in Frankfurt (Oder). Bereits 1893 wurde mit dem Bau der ersten Wohnungen in der Gubener Straße und in der Ferdinandstraße begonnen. Um 1902 wurden die Häuser in der Gurschstraße, heute Am Kleistpark, errichtet.

1911 wurde die Heimstättengenossenschaft zu Frankfurt an der Oder gegründet. „Die Heimstättengenossenschaft soll für alle minderbemittelten Bevölkerungsklassen, also nicht nur für Arbeiter, sondern auch für Beamte, Kaufleute und Handwerker, Wohnungen bauen. 50 Personen erklärten sofort ihren Beitritt zur Genossenschaft“, berichtet die Frankfurter Oder-Zeitung am 31. Oktober 1911.

Im Westen der Stadt fallen Wohnanlagen mit einheitlichem Charakter auf. In den 20er-Jahren gründeten sich verschiedene Wohnungsgenossenschaften. Gesundes Wohnen war ein beliebtes Motto geworden. Die wohl bekannteste Frankfurter Gartensiedlung ist die von dem Architekten Martin Kießling (1879-1944) geschaffene Wohnanlage Paulinenhof. Viele Wohnhäuser in der August-Bebel-Straße tragen ebenfalls seine Handschrift. Die meisten Wohnungen hatten schon WC und Badewanne. Wirtschaftshöfe und Gärten lagen hinter der zur Straßenseite geschlossenen Vorderfront.

Die Baugenossenschaft des Mietervereins Frankfurt/Oder gründete sich 1924. Sie begann 1926 mit dem Bau der Häuser in der Hindenburgstraße, der heutigen August-Bebel-Straße. 1926 wurde die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft „Gewoba“ gegründet. Die Wohnanlage in der Methnerstraße, früher Moltkestraße, und in der Käthe-Kollwitz-Straße, früher Wißmannstraße, ist mit 167 Wohnungen und vier Geschäften die größte genossenschaftliche Wohnanlage im Westen der Stadt. Wohnungen mit dem typischen Siedlungscharakter entstanden, die auch für kleine Beamte und Arbeiter bezahlbar waren.

Der Genossenschaftsbrunnen in der Käthe-Kollwitz-Straße wurde 1928 zu Ehren Hugo Methners errichtet. Hugo Methner (1872-1921) war seit 1898 in Frankfurt (Oder) als Gewerkschaftssekretär tätig.

Häuser dieser Genossenschaften gehören heute zum Bestand der Wohnbau Frankfurt.

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M 26.06.2012 - 22:19:33

Eine Genossenschaft ist so viel wert, wie der schwächste Genosse (Anteilseigner).

Die Genossenschaft ist es schon längst nicht mehr, sondern nur eine reine Diktatur. Danke der MOZ für das Aufrechterhalten des Ursprunges. Für mich ist es kein Wunder, dass die Genossen flüchten oder kaum neue hinzugewinnen. Ein ganz kleines aber wichtiges Besipiel ist, dass die Genossenschaft absolut unsozial geworden ist und u.a. das Amt anstatt der Kaution für Genossenschaftsanteile nicht bürgt. Selbst die Genossenschaftsanteile überschreiten nicht unerwähnt Vielfaches der gesetzlich zulässigen Mietkaution. Die Genossenschaft ist seht geschwächt von "Oben herab" . Niemand der Genossen (Mieter= Genossenschaftsanteil) ist sich mehr leider bewusst, welchen Anteil er an der Genossenschaft hat. Eine Genossenschaft ist so viel wert, wie der schwächste Genosse (Anteilseigner).

Mieter 26.06.2012 - 15:42:32

WOHNBAU

Schlimmer hät es nicht kommen können ,ambesten aufspalten in ehemalige Genossenschaften wäre besser für die Mitglieder und die Stadt

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