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Kinder lernen im Jugendzentrum OFFI spielerisch fremde Sitten kennen / Ferienangebote kombiniert

Indianerfest in allen Sälen

Jens Sell / 26.06.2012, 07:55 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Tipis und Marterpfähle im großen Saal, Basteltische im kleinen und Grill und Indianertopf auf der Terrasse: Im Jugendzentrum OFFI gibt es wetterbedingt ein Indoor-Indianerfest. Mehr als 40 Kinder und ein Dutzend Betreuer beschäftigen sich mit deren Geschichte und Sitten.

Es beginnt mit einer Wissensvermittlung, in die sich die Kinder gerne einbringen. Denn Indianergeschichten haben sie alle schon gelesen oder erzählt bekommen. So wissen sie natürlich, dass die weißen Spitzzelte im großen Saal des OFFI Tipi heißen. Jeanette Meyer ist stilsicher wie eine junge Squaw gekleidet und testet das Wissen der Kinder: "Was haben die Indianer denn vom Bison alles genutzt, was haben sie wofür verwendet?" Natürlich kommt zuerst das Fleischessen, doch dass man für Schuhe Leder braucht, dauert etwas länger. Mancher Betreuer sagt auch schon mal vor, schließlich sind Ferien, da ist es erlaubt, "Mokassins!" dazwischen zu rufen, als Jeanette Meyer nach dem Namen der Indianer-Schuhe fragt.

Das Indianervolk im OFFI ist bunt gemischt. Da basteln Anita Steffek und Marlene Melz von der Diakonie Wriezen mit ihren sieben mitgebrachten Kindern Tomahawks und erläutern die Waffen der Indianer. Auch Pfeile machen die Kinder selbst, vorn mit einem wattegefüllten Knubbel abgepolstert. Der große Saal ist mit allem ausgestattet, was für ein Indoor-Indianerfest nötig ist: Eine Sonne strahlt vom Himmel, auf der Bühne grast ein Bison, ein Kaktus reckt sich. Auf der Tanzfläche stehen drei Tipis und drei Marterpfähle, die noch darauf warten, bemalt zu werden. Literflaschen Temperafarbe stehen bereit. Viele der kleinen Gäste sind wie die Leute vom OFFI als Indianer kostümiert. "Ich habe mein Faschingskostüm wieder an", sagt Marie, "das ist mir immer noch zu groß. Und kuck mal, hier habe ich es selber genäht."

Maßgeblich mit vorbereitet hat das Indianerfest Jennifer Mielenz. Die junge Wriezenerin absolviert ein längeres Praktikum im OFFI als Vorbereitung für eine Ausbildung als Erzieherin. Im kleinen Saal bastelt sie an einem Tisch mit Franz und Celvin von der Fontane-Grundschule und Marie Indianer-Kopfschmuck aus farbigen Pappstreifen und Federn. "Ob ich Häuptling werden will?", antwortet Franz, "Nö, das war ich schon mal in der Schule, so in der 2. Klasse." Auch Marie hat keine Karriere-Ambitionen: "Ich will lieber eine Indianer-Tochter werden."

Helfen müssen die Erwachsenen beim Bogenbasteln. Die Leute vom OFFI haben meterlange Gerten geschnitten, die krumm gebogen werden. Die Bindfäden als Sehne sind straff gespannt. Geschossen wird dann draußen, als es am frühen Nachmittag, als der Regen aufgehört hat. Doch erst einmal haben die Kinder Indian Tacos und Indianertopf gegessen und ihre selbst geflochtenen Armbänder übergestreift.

Einige Jungs haben sich am Kickertisch versammelt und spielen die EM nach. Angelo von der Albert-Schweitzer-Schule tippt auf Deutschland als Europameister. Als aber Silke Otto mit ihrem Pferd Sunny kommt, gibt es drinnen kein Halten mehr. Alle wollen reiten. Wie richtige Indianer eben.

Das erstmals von allen Anbietern gemeinsam herausgegebene Programmheft kündigt für heute die Ferienspiele mit Kochschule beim Verein Landblüte in Wölsickendorf an. Am Mittwoch startet um 10 Uhr an der Köhlerei eine Schnipseljagd.

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