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Volksmusikstar bei den Titanen

Die Postkutschen-Fahrt schien zu begeistern! Mit dabei Polit-Prominenz von SPD und CDU sowie Volksmusikstar Gotthilf Fischer.
Die Postkutschen-Fahrt schien zu begeistern! Mit dabei Polit-Prominenz von SPD und CDU sowie Volksmusikstar Gotthilf Fischer. © Foto: B. Kraemer
Juliane Keiner / 26.06.2012, 09:40 Uhr
Brück (MZV) Postkutschen, Posthornbläser, ein Hubschrauber der mitten in der Titanenarena der Brücker Lindenstraße landete, und eine Postkutschenhymne prägten am Sonnabend das Spektakel „Titanen der Rennbahn“. Dem diesjährigen Motto „Hoch auf dem gelben Wagen“ wurden die Veranstalter, der Kaltblutzucht- und Sportverein des Panestädtchens, vollauf gerecht.

Gänsehaut-Feeling war vorab versprochen worden und hatte sich, wie im nach hinein aus dem Publikum bestätigt wurde, eingestellt. Dies lag jedoch nicht nur an Friedrich dem Großen, alias Michael Rüdiger Budek - vor dem sogar die brandenburgische Politprominenz aus SPD und CDU ehrfurchtsvoll die Häupter senkten - sondern auch am Potsdamer Männerchor, der den „Hammerschmied“ zum Besten gab, den Hufschmieden, die in der Arena die „Hufschmiedpolka“ zelebrierten und an der Volksmusiklegende Gotthilf Fischer. Gestählt durch Fußballfankurven und Love-Parade war der 84-Jährige bestens auf das Titanenspektakel vorbereitet und hoch motiviert, soviel Menschen wie möglich zum mitsingen des Liedes „Hoch auf dem gelben Wagen“ zu animieren. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Der Herzblutmusiker hatte bereits vorab verkündet: „Ich kämpfe für das deutsche Volkslied“. Prompt setzte er die Ankündigung in die Tat um. Kaum war der letzte Ton der Hymne verklungen, nutzte Gotthilf Fischer die Gunst der Stunde und hob tatsächlich zur Rettung des deutschen Volkslieds an. „Das Wandern ist des Müllers Lust“ erklang nachfolgend schon aus weit mehr Kehlen und als der 84-Jährige zum Lied „Jetzt trinken wir noch eine Flasche Wein“ anhob, tobten die Zuschauer. Damit war das Volkslied an der Plane auf Kurs gebracht und das Publikum wurde fix zu „Ehrenmitgliedern der Fischer-Chöre“ ernannt.

Die frischgebackene Verbundenheit zwischen Volksmusikstar und Titanenliebhabern trug weitere Früchte. Nur wenige Minuten später sprach der Musiker eine Einladung aus: seinen 100. Geburtstag - so Gott will - möchte er auch mit dem begeisterten Publikum feiern. Der Zeitplan für den weiteren Ablauf der sportlichen Titanen-Wettkämpfe war damit zwar in Verzug geraten - dafür lebte jedoch das Volkslied in Brück auf. Die geballte Kraft der Postkutschen wurde durch 31 in die Titanenarena einfahrende große und kleine historische Gespanne aus ganz Europa eindrucksvoll untermauert. Der im benachbarten Borkheide gestartete Hubschrauber, der in Erinnerung an die erste Luftpostbeförderung vor 100 Jahren von Bork nach Brück flog, landete exakt um 15.07 Uhr in der Arena, lud ein Postsäckchen mit Inhalt aus, entschwand minutenspäter wieder in den Wolken und hatte damit einen endrucksvollen Bogen zwischen der 200 Jahre zurückliegenden Postkutscheidylle und dem 21. Jahrhundert geschlagen.

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