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Protest vor dem Saal / Anerkennung für Pionierarbeit im Barnim

Minister auf Energietour im Barnim

Friedlicher Protest: Mit Plakaten und Transparenten warteten gestern Vertreter zweier Bürgerinitiativen vor dem Paul-Wunderlich-Haus auf Minister Ralf Christoffers.
Friedlicher Protest: Mit Plakaten und Transparenten warteten gestern Vertreter zweier Bürgerinitiativen vor dem Paul-Wunderlich-Haus auf Minister Ralf Christoffers. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Dietmar Rietz / 28.06.2012, 04:36 Uhr - Aktualisiert 28.06.2012, 04:38
Eberswalde (MOZ) Wirtschaftsminister Ralf Christoffers verspätete sich am Mittwoch auf seiner "Energietour" in Eberswalde. Ein Stau, und vor dem Paul-Wunderlich-Haus protestierende Vertreter der Volksinitiative "Rettet Brandenburg" aus dem Barnim, der Uckermark und Märkisch-Oderland hielten ihn auf. Nahezu symbolisch für die Situation beim Umsetzen der Energiepolitik im Land.

Im großen Saal der Kreisverwaltung Barnim arbeitete Christoffers dann mit der Sprechgeschwindigkeit eines Maschinengewehrs Sündenfälle früherer Landesregierungen auf und warb um Akzeptanz für die Brandenburger Energiestrategie 2030. Deren wesentliche Ziele: Der Energieverbrauch soll deutlich sinken. Der Netzausbau und die Entwicklung der Speichertechnologien werden verstärkt, um die Energie aus Wind, Sonne, Biogas & Co. auch in flauen Zeiten besser nutzen zu können.

Der CO2-Ausstoß soll drastisch sinken, wenn auch geringer als früher angenommen. Die Energiewende soll zudem die Beschäftigung stabilisieren. Momentan, so war der Ministerrede aber zu entnehmen, ersetzen die neuen Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energien nicht die in der Braunkohle verloren gehenden Jobs.

Brandenburg ist Vorreiter beim Einsatz von Windanlagen und anderen regenerativen Technologien. Das "Kraftwerk Brandenburg" exportiert immer mehr Strom. Der dafür notwendige Ausbau von Leitungen kostet Milliarden, wird Bürger und Unternehmen stark belasten. Rund 200 Euro pro Jahr zusätzlich würde die Energiewende jeden Bürger kosten. Der Einsatz wirksamer Speicher, das Vernetzen von dezentralen Anlagen zu "virtuellen Kraftwerken", intelligente Netze und flexiblere konventionelle Kraftwerke sowie das Vorantreiben der Elektromobilität sind einige der Projekte, um die Energiewende zu packen. Aber weder das Enertrag-Hybridkraftwerk noch andere Speicher sind bislang so ausgereift, dass sie flächendeckend einsetzbar wären.

Christoffers meint, dass Brandenburg die Braunkohleverstromung als Brückentechnologie fortzusetzen muss, um den Umbau der Energieversorgung voranzutreiben und gleichzeitig die Versorgung jederzeit zu sichern.

Die Regionale Planungsgemeinschafte Uckermark-Barnim leistet Pionierarbeit, hob der Minister her. Für Wandlitz im Barnim und Uckerland in der Uckermark werden derzeit kommunale Energiekonzepte erarbeitet, die deren Weg zur Energieversorgung der Zukunft markieren. Noch fehlen aber Daten eines großen regionalen Energieversorgers, um die Energiebilanz zu berechnen. Mit rund einer Million Euro Förderung hat sich das Land die Mitarbeit der Planungsgemeinschaften bei der Energiewende gesichert.

Dietmar Schulze, Vize der Regionale Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim, forderte gleich zu Beginn im Naturschutzgesetz Regeln, die den Konflikt zwischen Naturschutz und regenerativen Energien aufheben. Ausgleich für Eingriffe in die Natur müsste dort geschaffen werden, wo eingegriffen wird. Wer Windräder vor der Haustür dulde, solle das beim Strompreis entgolten bekommen.

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