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Einzigartige Kostbarkeiten

Bad Belzigs Kantor Winfried Kuntz beherrscht das Spiel an der Orgel aus Toppel.
Bad Belzigs Kantor Winfried Kuntz beherrscht das Spiel an der Orgel aus Toppel. © Foto: B. Kraemer
Juliane Keiner / 02.07.2012, 14:10 Uhr
Bad Belzig (MZV) Das Brandenburgische Orgelmuseum Bad Belzig nimmt Gestalt an. Neun Instrumente haben mittlerweile in der St. Marienkirche ihr Domizil gefunden. Die kostbare Papenius-Orgel aus dem Jahr 1747 hat damit bereits mehrere königliche Schwestern erhalten.

Den bislang krassesten Gegensatz zu ihrem Klangbild können Besucher bereits im August bei zwei Konzerten an der aus der Dorfkirche zu Toppel stammenden Orgel erleben. „Sie ist eine Leihgabe der Orgelfirma Schuke und wurde 1906 vom Firmengründer selbst erbaut“, erklärt Kantor Winfried Kuntz das Instrument mit romantischem Klang. Bis die aus Ilbersdorf bei Köthen stammende Orgel, geschaffen 1867 von Friedrich Giese aus Dessau, jedoch wieder angeschlagen werden kann, wird noch einige Zeit vergehen. Nicht nur der Zahn der Zeit hat dem Instrument arg zugesetzt, sondern auch eine Marderfamilien, die sich, nachdem die Ilbersdorfer Kirche 2006 geschlossen worden war, im Holzgehäuse einquartiert hatte. „Die Orgel wurde unter großer Gefahr für Leib und Leben geborgen und konnte Dank einer Spende abgebaut und nach Bad Belzig gebracht werden“, so der Kantor. Er verspricht, dass nach der Restaurierung das Instrument wieder mit einem „wundervoll weichen Klangbild“ aufwarten wird.

Ein neues Zuhause in Bad Belzig, derzeit noch neben der Papenius-Orgel stehend, hat vor knapp einem halben Jahr auch die Salonorgel aus der Kirche zu Klepzig erhalten. Das schmucke Exemplar aus der Kaiserzeit, ursprünglich für eine großbürgerliche Familie gebaut, kam aus Neubrandenburg in das Flämingdorf. Hier fügte sich das Instrument jedoch nicht optimal in den Kirchenraum ein. Als kürzlich eine Orgel zur Verfügung stand, die sich harmonischer dem Gotteshaus anpasst, wurde die Salonorgel aus dem Hause Jehmlich in das im Wachsen befindliche Museum der Kur- und Kreisstadt geholt.

„Maximal zwei Exemplare könnten hier noch Aufstellung finden. Dann ist es genug“, schätzt Winfried Kuntz den zur Verfügung stehenden Raum des Orgelmuseums in der Marienkirche ein. Musikalischer Glanzpunkt des sakralen Baus wird jedoch die von Johann Adolarius Papenius geschaffene und 1979 in Bad Belzig eingeweihte Barockorgel bleiben. Eigens für sie soll die 1970 wegen massivem Schwammbefalls abgebrochene Westempore wieder neu errichtet werden, sodass dieselbe quasi über ihren instrumentalen Schwestern sich erhebend, erklingen kann. Die Umsetzung der Papenius-Orgel geht mit der Sanierung der Marienkirche einher. Bislang erfolgten Dacharbeiten, Mauerwerkstrockenlegungen, die Hüllensanierung und eine erneute Schwammbekämpfung.

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