Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Erneut Mahnwache am Letschiner Schinkelturm / Künftige Aktionen werden erst beraten

"CCS-Gefahr ist nicht gebannt"

Protest am Letschiner Schinkelturm: Die Mahnwache hatte angesichts der jüngsten Entwicklung erneut zu einer Sonntags-Demo eingeladen..
Protest am Letschiner Schinkelturm: Die Mahnwache hatte angesichts der jüngsten Entwicklung erneut zu einer Sonntags-Demo eingeladen.. © Foto: Johann Müller
DSTEINKRAUS / 02.07.2012, 19:55 Uhr - Aktualisiert 02.07.2012, 19:56
Letschin (MOZ) Die Gefahr einer Kohlendioxid-Verpressung sehe er noch nicht gebannt. Nach dem CCS-Gesetz, das vergangene Woche in Windeseile durch einen nur spärlich besetzten Bundestag gepeitscht wurde, sei alles möglich, sagte Ulf Stumpe von der Bürgerinitiative CO2ntra Neutrebbin bei der Mahnwache in Letschin. Die jüngsten Entwicklungen hatten die Initiatoren der Mahnwache veranlasst, erneut zu einem Treffen einzuladen.

Angesichts der Urlaubszeit war die Zahl der Teilnehmer deutlich geringer. Rolf Ignaz hatte deutlich gemacht, dass es ein Erfolg des jahrelangen Protests auch im Oderbruch war, dass es eben nicht zu einer Erkundung gekommen ist und der ursprüngliche Gesetzestext deutlich verändert wurde. „Widerstand lohnt sich. Wir können auf das, was wir erreicht haben, alle stolz sein“, sagte er.

Mario Forner informierte, was letztlich beschlossen wurde, zitierte aus Pressetexten. Die Beschlüsse im Vermittlungsausschuss und der Beschluss des Gesetzes scheinen sowohl Erkundung als auch eine Verpressung in Brandenburg endgültig vom Tisch gefegt zu haben. Doch man sei misstrauisch. Aus gutem Grund, wie Stumpe es formulierte. Denn mit dem Gesetz würden die Entscheidungen letztlich auf Bundesebene gehoben. Bei einem Treffen mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) unmittelbar nach dem Gesetzbeschluss habe der ihm nicht definitiv versichern können, dass an dem Vorhaben nicht mehr gearbeitet werde. Für ihn stehe fest, dass die Energiekonzerne neue Wege suchen werden.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz sah keine direkte Gefahr mehr für die Region, sprach sich aber auch dafür aus, wachsam zu bleiben. Aus seiner Sicht müsse der Protest weitergehen. Denn die Forschung und Erprobung sei nicht ad acta gelegt, denn es gehe um Braunkohleverstromung. Man müsse diese Form der Energiegewinnung kritisch hinterfragen. Neue Braunkohlenwerke würden nicht in die Energiewende passen. Schon jetzt klafften durch die Braunkohle riesige Wunden in der Landschaft. Er schlug vor, sich mit den Bürgerinitiativen im Braunkohlegebiet zu solidarisieren.

Das Thema CCS könnte zudem bald aus Richtung Osten neu auf die Region zukommen. Konzerne planen Erkundungen in Polen. Demnächst gibt es ein Treffen mit polnischen Aktivisten. Die Akteure der Mahnwache wollen in den nächsten Tagen besprechen, in welcher Form und wie sie künftig weiterarbeiten.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG