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Marina Melnikova gewinnt in Neuenhagen

Favoritin erlebt im Finale Zitterpartie

Kämpferisch: Marina Melnikova lag im entscheidenden dritten Satz schon aussichtslos hinten.
Kämpferisch: Marina Melnikova lag im entscheidenden dritten Satz schon aussichtslos hinten. © Foto: Eva Neumann
Eva Neumann / 02.07.2012, 20:20 Uhr - Aktualisiert 02.07.2012, 21:41
Neuenhagen. Die Siegerin der diesjährigen B 1 Sport & Freizeit Neuenhagen Open kommt aus Russland und heißt Marina Melnikova. Obwohl die 18. der deutschen Rangliste, die beim TC Blau-Weiß Halle in der Bundesliga spielt, Topfavoritin des Turniers war, erlebte sie im Finale eine Zitterpartie. Sie gewann 6:3; 3:6; 7:5.

Nachdem die Russin gegen die stark spielende Hamburgerin Jennifer Witthöft (Der Club an der Alster) im entscheidenden dritten Satz mit 0:5 scheinbar aussichtslos zurücklag, startete sie eine unglaubliche Aufholjagd und konnte den Satz noch mit 7:5 für sich entscheiden.

Beide Spielerinnen hatten an den Turniertagen zuvor mit souveränen Spielen überzeugt. Die Norddeutsche hatte im Viertelfinale Elisa Peth (TC Orange-Weiß Friedrichshagen) in zwei Sätzen klar bezwungen. Auch Witthöfts Halbfinalgegnerin Vivien Weber (TC 1899 Blau-Weiß Berlin), die sich im Viertelfinale noch gegen die an "Zwei" gesetzte Julia Paetow (TC Rot-Weiß Wahlstedt) überraschend eindeutig durchsetzen konnte, hatte nicht die Spur einer Chance. Die Bundesligaspielerin aus Hamburg gewann nach sehr druckvollen Spiel 6:2; 6:3.

Ihre Finalgegnerin aus Russland musste im Viertelfinale gegen Santina Lange (TC Berlin-Mitte) und im Halbfinale gegen die erst 17-jährige Grace Mpassy-Nzoumba (LTTC Rot-Weiß Berlin), die schon Platz 63 der deutschen Rangliste erreicht hat, antreten. In beiden Spielen ließ die seit sieben Jahren an der Tennisakademie in Marl trainierende Melnikova, nie einen Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen. Sie liegt in der deutschen Tennisrangliste zurzeit auf Platz 18. Auch im ersten Satz des Finales ließ sie ihrer Gegnerin aus Hamburg, die sehr nervös wirkte, kaum eine Chance. Sie spielte sehr druckvoll und gewann trotz einiger leichtfertiger Fehler 6:3. Doch im zweiten Satz nahm Witthöft der Russin gleich das erste Aufschlagspiel ab und ging nach starkem eigenen Service 2:0 in Führung. Die international erfahrene Melnikova zeigte sich von der Spielstärke ihrer immerhin 72 Ranglistenplätze hinter ihr positinierten Gegnerin mehr und mehr beeindruckt. In der Folge missglückten der Topgesetzten selbst ihre noch im ersten Satz so brillant gespielten Stoppbälle. Außerdem hatte sie große Schwierigkeiten beim Aufschlag. Kaum ein "Erster" gelang ihr. Währenddessen Witthöft immer wieder mit ihren Returns, die sie scharf an der Linie entlangzog punkten konnte. Sie gewann den zweiten Satz mit 6:3.

"Ich musste erst ins Spiel kommen", begründete die Norddeutsche nach dem Spiel diese Wende. Mit ihren powervollen Aufschlägen und den langen präzisen Schlägen ließ sie ihrer Gegnerin zunächst auch im dritten Satz keine Chance. Doch nach dem 5:0 begann die Russin eine große Aufholjagd. Da zeigte sie große Nervenstärke und spielte ihre größere Erfahrung aus. Nach immer wieder tief geschlagenen Slicebällen gelang es ihr mehrfach zu punkten und schließlich ihr erstes Spiel im dritten Satz zu gewinnen.

Während die spätere Turniersiegerin von nun an immer sicherer und konzentrierter spielte, häuften sich bei ihrer Gegnerin die Fehler. Am Ende zeigte die 19-jährige Hamburgerin kaum noch Gegenwehr. Sichtlich enttäuscht fand sie kurz nach Spielende keine Erklärung dafür, wie sie das fast gewonnene Match noch aus der Hand geben konnte. Auch der Riesenbeifall der zahlreichen Zuschauer, die diesen Finalkampf begeistert verfolgten, konnte sie nicht trösten. Die 23-jährige Siegerin hingegen war sichtlich froh, dass es ihr gelang, nach drohendem Matchverlust das Spiel noch drehen konnte. Sie konnte nun mit einem guten Gefühl zu ihrem nächsten ITF-Turnier im niederländischen Middelburg reisen.

"In diesem Jahr möchte ich die Top 200 in der Welt erreichen, um im nächsten Jahr an der Qualifikation für die Gran-Slam-Turniere teilnehmen zu dürfen", verriet sie beim Siegerinterview. Beide Spielerinnen zeigten sich von der Atmosphäre in Neuenhagen beeindruckt und versprachen, sollte es ihr Zeitplan zulassen, im nächsten Jahr wieder kommen.

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