Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fahrzeug mit Lithium-Ionen-Batterie komplettiert neue Flotte in Eberswalde

Europas erster Hybrid-Obus rollt

Neuheit: Die Barnimer Busgesellschaft stellte am Wochenende den neuen Obus auf dem Eberswalder Marktplatz schon mal vor. Kunden konnten Probe sitzen.
Neuheit: Die Barnimer Busgesellschaft stellte am Wochenende den neuen Obus auf dem Eberswalder Marktplatz schon mal vor. Kunden konnten Probe sitzen. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 03.07.2012, 07:55 Uhr
Eberswalde (MOZ) Rein äußerlich unterscheidet ihn nichts von seinen elf "Kollegen". Und doch ist Strippi Nr. 12 anders. Der jüngste Obus ist ein echtes Hybridfahrzeug. Barnimer Busgesellschaft und Kreisverwaltung sprechen sogar vom ersten Oberleitungshybridbus in Europa überhaupt, der ans Netz geht.

Seit Montag rollt das innovative Gefährt im Eberswalder Stadtverkehr. Auf den Linien 861 und 862. Zum Tag der offenen Tür am Wochenende stellte das Team um BBG-Geschäftsführer Frank Wruck den Bus vor. Mit ihm ist die neue Obus-Flotte in Eberswalde nunmehr komplett.

Dort, wo die anderen Fahrzeuge ihren Dieselmotor haben, sitzt beim Neuen eine Lithium-Ionen-Batterie. "Folglich werden die Fahrgäste ein Auspuffrohr vergeblich suchen", so Wruck. Dank des Verzichtes auf den Generator verfüge das letzte Fahrzeug der neuen Obus-Reihe erstmals über zwei vollwertige elektrische Antriebssysteme. Der Bus könne seinen Fahrstrom nun entweder aus der Strippe, also aus der Fahrleitung, oder aus der Batterie beziehen. Damit sei der Bus emissionsfrei unterwegs.

Vor der Lieferung nach Eberswalde sei der Hybridbus im tschechischen Ostrava getestet worden, erzählt Wruck. Die Stadt entspreche in ihrer Topografie den Eberswalder Gegebenheiten. Im Probebetrieb konnte das Fahrzeug per Batterie eine Strecke von gut 18 Kilometern zurücklegen. Ein passables Ergebnis, wie der BBG-Geschäftsführer findet. Und ein wichtiger Schritt in Richtung möglicher Streckenerweiterungen in Eberswalde. "Mein Ziel wäre beispielsweise schon, eines Tages den Friedhof in Finow anzubinden. Und zwar ohne das Oberleitungsnetz verlängern zu müssen." Zum einen seien diese infrastrukturellen Investitionen ziemlich kostspielig, zum anderen seien sie aus städtebaulicher Sicht nicht immer wünschenswert, bekennt Wruck.

Und warum wurden dann nicht alle zwölf Fahrzeuge gleich mit einer Batterie ausgestattet? "Als wir 2009 die neue Flotte bestellt haben, war dies technisch noch nicht darstellbar", sagt der Fachmann. Im Übrigen sei es auch eine Frage des Preises. Der neue Bus sei - als "Einzelstück" - immerhin 100 000 Euro teurer als die anderen elf. Allein die Batterie schlage mit satten 60 000 Euro zur Buche.

Seit Oktober 2010 hat die BBG schrittweise die alte Obus-Flotte erneuert. Die Solaris-Fahrzeuge laufen "ohne Probleme". In puncto Lautstärke und Klimaanlage gebe es aber noch Nachbesserungsbedarf, so Wruck.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Olli 06.07.2012 - 10:59:17

Seehr gut recherchiert, aber leider den Mund zu voll genommen...

Eberswalde ist mitnichten Erster bei dieser Technik, oder gehört Rom nicht mehr zu Europa, wo diese Lösung bereits seit 2005 eingesetzt wird.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG