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Grundstein für CityCube gelegt

Startbereit: Die neue Messe- und Kongressarena soll 2014 am Standort der ehemaligen Deutschlandhalle eröffnet werden.
Startbereit: Die neue Messe- und Kongressarena soll 2014 am Standort der ehemaligen Deutschlandhalle eröffnet werden. © Foto: dpa
Maria Neuendorff / 05.07.2012, 18:09 Uhr
Berlin (MOZ) Die Messe Berlin platzt regelmäßig aus allen Nähten. Um der Nachfrage gerecht zu werden, wurde gestern am Standort der gesprengten Deutschlandhalle der Grundstein für einen Neubau gelegt. In der Multifunktionshalle namens CityCube sollen während der ICC-Sanierung auch Kongresse abgehalten werden.

Als Astrologin Birgit von Borstel im märkischen Sand ans Mikrofon tritt, gucken die Männer in den Bauhelmen etwas verdutzt. "Dass es in Europa durchaus üblich ist, für einen Rohbau die Sterne deuten zu lassen, habe ich vorher auch nicht gewusst", sagt Raimund Hosch, Geschäftsführer der Messe Berlin. Dann erfahren er und die anderen Gäste in der elf Meter tiefen Grube an der Charlottenburger Jaffeéstraße, dass die Grundsteinlegung des 65-Millionen-Euro-Neubau "CityCube" im Aszendenten der Jungfrau steht. "Das heißt Effizienz und Optimierung der Abläufe", erklärt die Astrologin.

Welch ein Glück, wird doch der Kosten- und Zeitplan für den Neubau im Süden des Messegeländes von Planern wie auch von Senatsmitgliedern als "äußerst ambitioniert" bezeichnet. "Bis zum Dezember nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Für Anfang 2014 haben wir erste Veranstaltungen geplant", kündigt Messechef Hosch an.

In seinem Rücken zeigt ein Banner zwischen zwei Baggern, wie die moderne Veranstaltungsstätte in 18 Monaten aussehen soll. Der doppelstöckige langgestreckte Kubus besteht aus zwei übereinander gestapelten Messehallen, die durch ein zentrales Foyer miteinander verbunden sind. Die untere, sieben Meter hohe Ebene ist vollkommen verglast. Der Multifunktionsbau mit seinem weiträumigen Vorplatz erinnert in der Visualisierung ein wenig an die Neue Nationalgalerie.

Die Dresdener Architekten des Siegerbüros "Code Unique" mussten ihre überdimensionierten Pläne nach dem Zuschlag im Mai 2011 allerdings noch einmal überarbeiten. "Sie haben es aber geschafft, die Nettofläche durch ein effektives Raumsystem beizubehalten", so Hosch. Die Ausschreibung für den Innenausbau und die Fassade solle noch in dieser Woche rausgehen. Im CityCube sind künftig Veranstaltungen mit bis zu 10 000 Teilnehmern geplant. Die obere, säulenfreie, zwölf Meter hohe Halle ist besonders für große Plenarsitzungen, Ausstellungen, Konzerte und Caterings geeignet. Die untere Ebene lässt sich mit flexiblen Trennwänden unter anderem in acht Konferenzsäle einteilen.

Der Neubau in der Nähe des S-Bahnhofs Messe Süd, wo im Dezember die geschichtsträchtige Deutschlandhalle gesprengt wurde, ist laut Hosch dringend nötig. Schon jetzt müssten beispielsweise zur Internationalen Funkausstellung oder der InnoTrans regelmäßig Zelte vor den insgesamt 26 Messehallen aufgebaut werden. "Das Messe- und Kongressgeschäft ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Berlin, und wir müssen sehen, dass wir international wettbewerbsfähig bleiben", sagte auch Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD), der sich klar für einen Erhalt des asbestbelasteten Internationalen Congress Centrums (ICC) ausspricht.

Der CityCube soll während der ICC-Sanierung als Ausweichort dienen. Die Arbeiten werden aber nur schrittweise in Angriff genommen werden können. "Das Parlament hat 182 Millionen Euro zur Verfügung gestellt", erklärt Müller. "Wenn man aber morgen anfangen würde, komplett durchzusanieren, würde es 330 Millionen Euro kosten."

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