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Aufgabe wieder an Gemeinden übertragen

Amtshof zum Jahresende Geschichte

Brigitte Horn / 05.07.2012, 19:32 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die seit mehr als drei Jahren laufenden Bestrebungen zur Auflösung des Amtshofes sind jetzt auf der Zielgeraden angekommen. Alle Gemeinden haben den Beschluss zur Rückübertragung der durch den Bauhof des Amtes wahrgenommenen Selbstverwaltungsaufgabe an die Gemeinden gefasst.

In ihren Junisitzungen haben die Gemeindevertretungen von Breydin, Melchow und Sydower Fließ sowie die Stadtverordnetenversammlung von Biesenthal die Auflösung des Amtshofes beschlossen. Doch nicht nur das. Denn im Grunde arbeiten die ehemaligen Amtshofmitarbeiter wie zuvor als Gemeindearbeiter, weil es Mehrheitsbeschlüsse im Amtsausschuss dazu gab. Doch dies reichte nicht, um die neue Struktur zu zementieren. Der Grund war, dass die Gemeinden mit der Bildung des Amtshofes per Beschluss eine Selbstverwaltungsaufgabe an das Amt übertragen hatten. Dies sei nur auflösbar, wenn jede einzelne Gemeinde die Rückübertragung dieser Aufgabe beschließt, hatte der Amtsdirektor in der kontroversen Debatte um den Amtshof klar gemacht. Und das ist mit den Beschlüssen vom Juni geschehen.

Damit ist eine Ära zu Ende gegangen, in der eigentlich mit dem Amtshof alles besser werden sollte. 1993 war der Amtshof auf den Weg gebracht worden. Material und Arbeitskräfte wurden am Standort des Amtes in Biesenthal konzentriert. Doch nachdem das ein paar Jahre gelaufen war, stellten die Biesenthaler fest, dass sie jahrelang im Vergleich zur eingezahlten Amtshofumlage zu kurz gekommen waren. Hinzu kam ein teilweise etwas umständliches Prozedere im Akutfall, wenn abgebrochene Äste und anderes Ungemach den Einsatz eines Gemeindearbeiters erforderten. So strebte die Stadt Biesenthal die Auflösung des Amtshofes an.

Zum 1. Januar 2011 kam es nach umfangreichen Diskussionen zu einer ersten Umstrukturierung, bei der das siebenköpfige Amtshof-Team den einzelnen Gemeinden zugeordnet worden war, es aber immer noch eine Koordinierung über den Amtshofleiter gab. Doch der Prozess ging nicht weiter, weil sich Breydin und Sydower Fließ gegen die Auflösung des Amtshofes ausgesprochen hatten. Das führte zu viele Diskussionen einschließlich einer Vermögensauseinandersetzung, die nun mit den aktuellen Beschlüssen beendet sind.

Mit dem jetzt erreichten Stand zeigte sich Biesenthals Vize-Bürgermeister Dirk Siebenmorgen zufrieden. Er hoffe, dass sich das neue Modell bewährt und die kleineren Gemeinde "nicht hinten runter fallen". Was das Vermögen betreffe, so habe jeder das bekommen, was im zustehe, Biesenthal beispielsweise das Amtshofgebäude, das der Stadt ohnehin gehörte, sowie einen Multifunktionstraktor und einen Radlader. Dies sei weitgehend geräuschlos verlaufen, lediglich um zwei Anhänger ist mehr diskutiert worden, die jetzt an Melchow und die Partner Breydin und Sydower Fließ gegangen sind. In Rüdnitz, das in der bisherigen Amtshofskonstellation weitgehend unabhängig arbeitete, hat man auf Dinge aus dem Amtshof ganz verzichtet. "Wir haben uns über die Jahre viel selbst angeschafft", sagte Bürgermeisterin Christina Straube.

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