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Süße Wundsalbe und heilendes Gift

Tief einatmen: Kathrin Jadwizak (links) und Antje Fischer inhalierten Bienenstockluft.
Tief einatmen: Kathrin Jadwizak (links) und Antje Fischer inhalierten Bienenstockluft. © Foto: MOZ/Lea Sophie Lukas
Lea Sophie Lukas / 08.07.2012, 19:26 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Bienen können mehr als Honig fürs Frühstücksbrot sammeln. Am Sonnabend, dem Tag des Imkers, ging es in Bad Saarow in Vorträgen und Workshops um die heilenden Kräfte von anderen Produkten, die die Insekten erzeugen - Bienengift, -wachs und Bienenstockluft zum Beispiel.

Wie Bienenvölker funktionieren, wie sich die Arbeiterinnen und Königinnen auf einander verlassen können und das System seit Jahrtausenden Bestand hat, hat Kathrin Jadwizak schon immer fasziniert. "Als Kind habe ich über eine Tante die Imkerei kennengelernt", sagt sie. Heute, als Mutter zweier Kinder, begeistert Kathrin Jadwizak noch etwas anderes. "Die Therapiemöglichkeiten mit Bienenprodukten sind so vielfältig, das hätte ich nicht geahnt. Dieses Wissen muss wieder näher an die Menschen herangetragen werden."

Am Sonnabend, dem Tag des Imkers, ist die Erkneranerin nach Bad Saarow gekommen, um in Vorträgen und Workshops mehr über die heilenden Kräfte der Insekten zu erfahren. Zum Beispiel von Rosemarie Bort, Heilpraktikerin und Imkerin, die derzeit mit dem Aufbau der Internationalen Gesellschaft für Bienenheilkunde befasst ist.

"Bronchitis, Asthma und Allergien, zur sanften Behandlung von akuten Krankheiten und chronischen Beschwerden der Atemwege und -organe ist Bienenstockluft hervorragend geeignet", sagt Rosemarie Bort. Vor dem Theater am See hat sie einen Bienenstock aufgestellt. Für ihre Zuhörer schließt sie ein motorbetriebenes Atemgerät an den Holzkasten an - dann wird inhaliert. "Das riecht ganz ungewöhnlich. Angenehm", sagt Kathrin Jadwizak, nachdem sie einmal tief eingeatmet hat.

Was genau es ist, das die Bienenstockluft zum Heilmittel bei Atemwegserkrankungen macht, kann Rosemarie Bort nicht belegen. Es muss die Mischung sein aus ätherischen Ölen und Propolis, einer braun-gelben harzigen Masse mit antibakterieller Wirkung. "Eine genaue Analyse ist extrem aufwendig und teuer. Und die Frage ist, ob wir sie brauchen. Es wirkt doch auch so", erklärt Rosemarie Bort den Kursteilnehmern.

Sie selbst jedenfalls habe bereits mehrfach gute Erfolge mit Bienenstockluft erzielt, Schmerzen mit Bienengift gelindert und Wunden und Entzündungen mit süßer Honigsalbe und Wachs behandelt. Schulmedizin und Pharmawirtschaft stehen der Bienenheilkunde zwar nach wie vor skeptisch gegenüber und auch Rosemarie Bort will nicht behaupten, dass jedem mit den Produkten der Insekten geholfen werden kann. "Die Bienenheilkunde ist ein wichtiger Bestandteil in der Medizin und sollte so auch akzeptiert werden", sagt sie dennoch.

Dass zu den Vorträgen und Workshops neben interessierten Laien und Imkern nicht auch Fachleute aus Medizin und Bad Saarower Kurbetrieben gekommen waren, bedauerte Rosemarie Bort am Sonnabend. "Ich glaube, dass man in einem Kurort, in dem die Gäste sich mit Wellnessangeboten etwas Gutes tun möchten, auch mit Angeboten aus der Bienenheilkunde Erfolg haben kann."

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