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Interview mit der Bernauer Bauamtsleiterin Simone Rochow

"Siedlungsstraßenbau wird weiter verfolgt"

Bauamtsleiterin Simone Rochow
Bauamtsleiterin Simone Rochow © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
12.07.2012, 07:51 Uhr
Bernau (MOZ) Das städtische Bauamt in Bernau hat vielfältige Aufgaben. Im Interview spricht Leiterin Simone Rochow über Vorhaben, Kritiken und darüber, wie Bernau in zehn Jahren aussieht.

Frau Rochow, wie viel Geld verbaut das Bauamt in diesem Jahr und was sind die wichtigsten Projekte?

In diesem Jahr stehen dem Bauamt mehr als 20 Millionen Euro für Investitionen und fast eine Million Euro für Unterhaltungsmaßnahmen an Straßen und Grünflächen zur Verfügung. Die wichtigsten Projekte sind die Errichtung des Fahrradparkhauses und der Weiterbau des Bahnhofsplatzes, die Fertigstellung der Außenanlagen der Grundschule am Blumenhag nach umfangreichen Sanierungsarbeiten im und am Gebäude, die Vorbereitungen für den Umbau des Schulstandortes Schönow und der Straßenbau in der Innenstadt. Anspruchsvoll ist auch die Organisation von Baumaßnahmen bei laufendem Betrieb in der jeweiligen Einrichtung, so in der Georg-Rollenhagen-Grundschule oder in der Kita Baikalplatz.

Herzlich bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei den Eltern, Erziehern und Lehrern für die Geduld sowie für das Verständnis, das sie trotz aller Einschränkungen bei den Baumaßnahmen an den Tag legen.

Nicht jede Baumaßnahme stößt auf Gegenliebe ...

Das ist richtig. Des einen Freud' ist oft des anderen Leid. Vor allem Straßenbaumaßnahmen werden von den Anliegern mit gemischten Gefühlen betrachtet, ist damit doch meist eine finanzielle Beteiligung der Grundstückseigentümer verbunden.

Wie werden die Anlieger an den Planungen beteiligt?

Üblicherweise erfolgt die Beteiligung der Anlieger in der Form, dass in einer Anliegerversammlung über die vorgesehene Planung, den weiteren planerischen Ablauf und die vermutlich zu erwartenden Straßenbaubeiträge informiert wird. Hier haben die Anlieger auch die Möglichkeit, Hinweise und Erfahrungen mitzuteilen oder Fragen an die Verwaltung und das Planungsbüro zu stellen. Im Rahmen der weiteren Planung werden diese Hinweise geprüft und wenn möglich berücksichtigt. Es erfolgen die Beteiligung der Ortsbeiräte und die Vorstellung im Stadtentwicklungsausschuss, jeweils im öffentlichen Teil.

Durch die Stadtverordnetenversammlung wird dann der Ausbaubeschluss gefasst ...

Ja, anschließend erfolgen die öffentliche Ausschreibung der Leistungen und die Auftragsvergabe. Wenn feststeht, mit welchem Auftragnehmer der jeweilige Straßenbau erfolgen soll, wird in einer zweiten Anliegerversammlung über die Durchführung des Vorhabens informiert. Ansprechpartner und Bauberatungstermine werden mitgeteilt. Letzte Abstimmungen zu Veränderungen von Hausanschlüssen oder Zufahrten sind möglich. Wichtig ist, dass während der Bauzeit die Abfallentsorgung geregelt ist und auch Rettungswege ermöglicht werden. Die Erreichbarkeit der Grundstücke mit Fahrzeugen ist nicht immer über die gesamte Bauzeit möglich. Hier ist es wichtig, dass Betroffene ihre Sorgen an uns herantragen. Nur dann können Lösungen gefunden oder kann Abhilfe geschaffen werden.

Was liegt der Bauamtsleiterin besonders am Herzen?

Jedes Projekt ist eine neue Herausforderung, in die ich mich ganz und gar einbringen möchte. Wichtig ist mir, dass der Siedlungsstraßenbau weiter verfolgt wird, schließlich gibt es in Bernau bislang noch mehr als 55 Kilometer unbefestigte Straßen. Bis zum Jahr 2025 sollen alle Straßen befestigt sein.

Am Herzen liegen mir auch unsere Kindereinrichtungen. In den vergangenen zehn Jahren haben wir mehrere Millionen Euro in die Sanierung der Bernauer Kitas investiert und außerdem für mehr als fünf Millionen Euro zwei neue Kindertagesstätten gebaut.

Interessant ist aber auch der Erhalt denkmalgeschützter Bausubstanz. Wunderbar gelungen ist uns das bei der historischen Stadtbefestigung, auch wenn man da nie fertig wird. Momentan sind wir dabei, die Parkbrücken im Schlosspark Börnicke zu erneuern. Für vieles Grün ist Bernau bei Einwohnern und Touristen beliebt. Auch hier ist ständige Pflege Pflicht und nicht Kür für uns. Die Silbermedaille, die wir 2009 beim bundesweiten Wettbewerb "Unsere Stadt blüht auf" erhalten haben, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Viel Kritik gab es für die Bauverzögerungen am Bahnhofsplatz. Wie laufen die Arbeiten dort momentan?

Mitte Juni wurde mit dem Bau des Fahrradparkhauses am Bahnhofsplatz mit 600 Plätzen begonnen. Erst wenn der Rohbau für das Parkhaus steht, können die Arbeiten auf dem Platz weiter gehen. Sonst würden die Baufahrzeuge den Platz gleich wieder zerstören. Voraussichtlich im September geht es mit der Bautätigkeit weiter. Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren.

Wie wird sich Bernau in den nächsten zehn Jahren verändern?

Ich kann mir nur wünschen, dass die Stadt auch künftig genügend Kraft hat, das Geschaffene zu erhalten und in Neues zu investieren. Dabei müssen Verwaltung und Stadtverordnete weiterhin an einem Strang ziehen.

Bernau wird verkehrstechnisch noch an Bedeutung gewinnen und aufgrund seiner guten Infrastruktur als Wohnort immer beliebter werden. Das heißt: Straßen müssen weiter gebaut und in Schuss gehalten werden, Bauflächen müssen ausgewiesen und entwickelt werden. Und vielleicht haben wir auch noch die eine oder andere Kita zu bauen.

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Dr.-Ing.- Frank Valentin 15.07.2012 - 14:43:11

Weise Voraussicht?

Das Interview reiht sich ein in die zur Zeit sehr auffälligen Bemühungen der Stadtverwaltung, den Bürgern weis zu machen, dass bei den Bernauer Baustellen alles suuupi läuft und eine Umstrukturierung der Verwaltung sowie die Schaffung eines separaten Baureferates nicht nötig sind. Der Bernauer Bahnhofvorplatz wird seit zweieinhalb Jahren rekonstruiert, er ist bei Regen nicht begehbar, bei Trockenheit stolpert man über die sich bereits wieder verwerfenden Gehwegplatten. Dort, wo Platten liegen. Die Parksitution für PKW ist unterirdisch. Der Platz ist eine Augenweide für alle Bernauer und Besucher der Stadt - wenn man Müllkippen mag. Die Abbiegespuren der Busse des ÖPNV sind falsch geplant, sie müssen aufwendig nachgebessert werden, da die Busse nicht aneinander vorbei kommen. In der Mitte des Platzes entsteht gerade ein Biotop für seltene Amphibien. Zig Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung haben sich bsiher in etlichen Sitzungen mit der Misere beschäftigt. Frau Rochow hat nun - nach zweieinhalb Jahren Baustillstand und Chaos - endlich die passende Ausrede gefunden: " Erst wenn der Rohbau des (Fahrrad-) Parkhauses steht, können die Arbeiten auf dem Platz weiter gehen." Man, was war diese Baufachleute der Stadtverwaltung schlau! Lassen planmäßig den Platz jahrelang vor sich hin rotten, weil ja noch ein Parkhaus folgt! Nicht zu glauben, dass unsere Stadtverwaltung so vorausschauend arbeitet! Und schon im September wird weiter gebaut ! Allerdings hat Frau Rochow tunlichst vermieden, eine Jahreszahl zu nennen. Irgendwann im September also. Wie enden viele Grimmsche Märchen? Ach ja: :Wer's nicht glaubt, bezahlt drei Taler. Aber aus der eigenen Tasche, Frau R. !

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