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Frisch im Amt, führte uns Frank Kasper durch Lietzen

Dorfgemeinschaft soll zusammenwachsen

Auf der Poleposition: Die Kinder der Kita "Kleine Waschbären" starten zum großen Rennen auf dem Spielplatz.
Auf der Poleposition: Die Kinder der Kita "Kleine Waschbären" starten zum großen Rennen auf dem Spielplatz. © Foto: Johann Müller
Marco Marschall / 13.07.2012, 07:08 Uhr
Lietzen (MOZ) Die Dorfoberhäupter wissen, wo der Schuh drückt. Sie hören als Erste von den Sorgen der Bürger. In einer Serie gehen wir den Problemen nach, lassen uns aber auch die schönen Ecken zeigen. Frank Kasper war mit uns in Lietzen unterwegs.

Lietzen zu Fuß? Das dürfte ein sehr langer Spaziergang werden. Und so viel Zeit hat der frisch gewählte Bürgermeister Frank Kasper auch wieder nicht. Schließlich hat er ganz nebenbei noch eine Elektro-Firma. Und der Bürgermeister will niemanden vergessen. Auch die früheren Ortsteile Lietzen-Vorwerk und Lietzen-Nord, die Kasper als erweiterte Straßen des Hauptdorfes verstanden wissen möchte, sollen berücksichtigt werden. Der neue Mann im Amt hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine feste Dorfgemeinschaft aufzubauen. Außerdem stehe er für Ordnung und Sauberkeit in seiner Gemeinde.

Die scheint in der Kita "Kleine Waschbären" intakt. Während die technische Kraft die Räume wischt, spielen die Kleinen gerade im Außenbereich. "24 Kinder hat die Tagesstätte derzeit", sagt die stellvertretende Leiterin Antje Schälicke. Das freut auch den Bürgermeister. "Ohne Kita stirbt ein Dorf", sagt er. Vor zwei Jahren hatten nur 16 Kinder die Einrichtung besucht. Nun scheint die Kita wieder Zukunft zu haben. Zwei Neuanmeldungen gebe es ab Herbst bereits. Der jüngste Gast ist gerade sechs Monate alt. Gabriela Schier schiebt ihn im Kinderwagen über den Spielplatz.

Derweil hat der Maschinist der Lietzener Feuerwehr, Andreas Alsdorf, den Robur-Löschwagen, Baujahr 1988, vor dem Gemeindehaus geparkt. "Die Technik unserer Wehr ist museumsreif", sagt Frank Kasper. Dafür zähle sie 26 aktive Mitglieder plus sechs Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Kräfte zum Ausrücken gebe es also, wenn die Sirene ertönt.

Ganz im Gegensatz zu den Kirchenglocken im Dorf, wie wir von Kantorin Barbara Krüger erfahren. Das nach Aussage der 71-Jährigen beste Geläut weit und breit funktioniert nicht, was mit der Sanierung des Glockenturmes zusammenhängt, der 1998 wieder aufgebaut wurde. Der Platz der Kantorin ist ohnehin an der Orgel. Seit 46 Jahren ist sie Lietzenerin - gerade halb so lange wie Ella Ristok, die am Montag 92 Jahre alt wird und seit ihrer Geburt im Dorf zu Hause ist. Früher habe es auf dem Gehöft eine große Landwirtschaft gegeben, wo sie hart arbeiten musste, aber dennoch ihr bisheriges Leben lang glücklich war.

Ob Lukas Stahl sein Leben lang in Lietzen bleibt, lässt sich heute noch nicht sagen. Der knapp fünf Wochen alte Säugling ist der jüngste unter den insgesamt 678 Einwohnern. Vielleicht zieht er auch nur wenige Kilometer weiter nach Lietzen Vorwerk. Der frühere Ortsteil entwickelt sich gerade zum begehrten Wohnviertel. "Früher wollte ich nie hierhin", sagt die 45-jährige Heiderose Möckel, die im Hauptdorf aufwuchs. Das Vorwerk habe lange als Wohnort für alte Leute gegolten. 2001 haben sie und ihr Mann dann doch dort gebaut.

Bürgermeister Kasper fährt gerne durch Lietzen-Vorwerk, weil er sieht, dass hier etwas passiert. Die 120 Bewohner, so scheint es ihm, machen etwas aus ihren Häusern und tragen dadurch positiv zum Ortsbild bei.

Frank Kasper selbst hat es nach Lietzen Nord verschlagen, den Teil des Dorfes, der vor allem durch die Komturei zu Berühmtheit gelangt ist. Auch ein Wohngebiet für Soziales Wohnen findet sich unweit von dem historischen Gelände. 54 Wohnungen gehören dazu. Bis auf drei seien alle belegt, sagt Kasper, der vor allem die Sauberkeit und gut gepflegten Wege des früheren Ortsteils mit heute 244 Einwohnern hervorhebt.

Nur wenn diese frische Brötchen oder andere Lebensmittel brauchen, müssen sie bis ins Hauptdorf fahren. Dort wartet der Familienbetrieb Kirscht seit 1890 auf Kundschaft.

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