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Neuzelle: „Oper Oder-Spree“ eröffnet / Umjubelte Aufführung des Singspiels „Die Freunde von Salamanka“ / Gäste loben exzellente Sänger

Sommerfrische Premiere im kühlen Kreuzhof

Frank Groneberg / 14.07.2012, 06:12 Uhr
Neuzelle (MOZ) Mit einer umjubelten Premiere des Singspiels „Die Freunde von Salamanka“ ist im Kreuzhof des Klosters Neuzelle das Festival „Oper Oder-Spree“ eröffnet worden. Die Premierengäste feierten das Ensemble mit kräftigem Applaus und „Bravo!“-Rufen.

Glühweinverkäufer hätten am Donnerstagabend im Kloster Neuzelle das Sommergeschäft ihres Lebens machen können. Denn bei zum Schluss nur noch 11 Grad Celsius Lufttemperatur hätten die meisten Premierengäste im Kreuzhof wohl (fast) jeden Preis gezahlt für ein Glas heißen Glühwein oder einen Tee. Da beides nicht zur Verfügung stand, behalfen sich die Musikfreunde mit Decken oder Mänteln, die in der Pause schnell aus den Autos geholt wurden. Nur einige wenige Herren hielten bis 23 Uhr tapfer im feinen Zwirn ganz ohne Mantel aus.“Die Kälte merkt man kaum“, sagte Ralf-Torsten Noack, Inhaber eines Neuzeller Autohauses, einer dieser wenigen Herren. „Es ist doch wunderschön, dass wir mal wieder unter freiem Himmel eine Oper erleben konnten.“

In der Tat blieb der Himmel überm Kreuzhof von Anfang bis Ende absolut wolkenfrei. „Ich bin ja der Schirmherr der ,Oper Oder-Spree‘“, erklärte Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger in seinem Grußwort, „und ich wünsche Ihnen, dass sie mich in dieser Funktion - mal wörtlich genommen - heute Abend nicht brauchen.“

Sie brauchten ihn nicht, und so gesehen war der Kühle, die der wolkenlose Himmel mit sich brachte, durchaus etwas Positives abzugewinnen. Einzig die Sängerinnen auf der Bühne konnten einem etwas leid tun, denn in ihren zum Teil sehr knapp geschnittenen Kleidern, die reichlich Blick zuließen auf Arme, Beine und andere Regionen, dürfte ihnen zumindest nicht warm gewesen sein. Doch Walter Ederer, Kulturdirektor der veranstaltenden Stiftung Stift Neuzelle, versicherte in der Pause: „Wir haben das Ensemble nach dem ersten Akt gefragt - alle haben gesagt, sie möchten auf jeden Fall hier draußen in der schönen Atmosphäre unseres Kreuzhofes weiterspielen.“

Am Ende der Aufführung von „Die Freunde von Salamanka“, das nach einer als Fragment erhaltenen Vorlage Franz Schuberts inszeniert wurde, jubelten sie alle. Die Zuschauer, weil sie sich bestens unterhalten fühlten von exzellenten Sängern und Orchestermusikern in einem sommerlich-leichten Singspiel, das sowohl viel Liebe, Vergnügen und Witz als auch Betrug und Intrigen enthält. Die Künstler, weil sie vom Publikum minutenlang gefeiert wurden und auch selbst das Gefühl hatten, etwas Wunderbares geleistet zu haben - was sie nach dem Schlussapplaus denn auch mit lauten Jubelschreien ausdrückten.

„Ich finde die jungen Künstler einfach wunderbar“, sagte Jörg Vogelsänger, „die Premiere heute war ein sehr schöner Start in meinen Urlaub.“ Auch Ralf-Torsten Noack lobte: „Lauter junge Leute auf der Bühne, das ist toll - man fiebert richtig mit ihnen mit.“ Karl-Heinz Paula, Musikpädagoge und Chorleiter, hob hervor: „Da sind richtig tolle Stimmen bei. Es ist ja nicht einfach, drei Tenöre zu besetzen, die auch gut zueinander passen. Der Gesang ist wunderbar.“ Amtsdirektor Hans-Georg Köhler freute sich über „sehr gute Sänger“ und ein „sehr frisches Stück, an dem jeder seine Freude haben kann“.

Neuzelles Bürgermeister Dietmar Baesler würdigte den Werbeeffekt für die Region und sagte: „Vor allem die Damen haben sehr schöne Stimmen, frisch und kräftig.“ Und auch Walter Ederer war mehr als zufrieden. „Die Künstler waren heute wirklich gut drauf“, schätzte er ein. „Wir machen hier Theater für alle, nicht nur für eine Elite. Unsere Opern machen sommerliches Flair und gute Laune. Und wir haben absichtlich einen Minister als Schirmherren, der nicht für die Kultur zuständig ist.“

Weitere Vorstellungen: Kloster Neuzelle: 14./15./18.-22. Juli. Burg Beeskow: 25.-27. Juli. Konzerthalle Frankfurt: 28./29. Juli. Beginn jeweils um 20 Uhr. Karten an den Vorverkaufskassen. Kartenpreis: 22 Euro. Zentrales Kartentelefon: 01805 012300. Internet: www.operoderspree.de.

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