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Nur Bauabnahme steht noch aus / Bericht über Investitionen bei Amtsberatung mit OB Wilke

Neuer Slubicer Busbahnhof ist fertig

Eine von vielen Investitionen: der neu gebaute Slubicer Busbahnhof unweit der Slubicer Stadtverwaltung
Eine von vielen Investitionen: der neu gebaute Slubicer Busbahnhof unweit der Slubicer Stadtverwaltung © Foto: René Matschkowiak
Thomas Gutke / 02.06.2016, 05:50 Uhr
Slubice (MOZ) Der Bau des neuen Busbahnhofes nahe der Slubicer Stadtverwaltung ist abgeschlossen. Darüber informierte Bartosz Sianozecki von der Investitionsabteilung bei der Amtsberatung mit Martin Wilke. Der Frankfurter OB hatte wie berichtet am Dienstag mit dem Slubicer Stadtoberhaupt den Arbeitsplatz getauscht. Neben der beruflichen Auslandserfahrung nahmen beide dabei vor allem viele Informationen aus der Nachbarstadt mit.

In Betrieb ist die große überdachte Haltestelle noch nicht. "Die Abnahme durch die Bauaufsicht steht noch aus", so Sianozecki. 2,5 Millionen Zloty hat sich Slubice das ÖPNV-Projekt kosten lassen. Die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt verhandelt derzeit noch mit Slubice darüber, die grenzüberschreitende Linie 983 bis zum neuen Busbahnhof verlängern zu lassen. Sie endet gegenwärtig am Platz der Helden.

Im Haushalt 2016 hatte die Stadt mit Gesamtinvestitionen von 14,5 Millionen Zloty geplant, der Großteil davon für Schulen, Straßen und Wege. Noch offen ist die Realisierung eines großen Bildungsvorhabens: Demnach sollen alle Slubicer Schulen in den kommenden Monaten mit je einem wissenschaftlichen Labor ausgestattet werden. Vorgesehen sind Forschungsräume für Chemie, Physik, Biologie, Mathematik, ein Sprachlabor, ein IT-Labor und ein Labor für Umwelt und Naturschutz. OB Martin Wilke meinte bei der Gelegenheit, er könne sich vorstellen, dass auch die Slubicer Schüler das wiederbelebte Frankfurter Planetarium mitnutzen könnten.

Nachwievor in der Vorbereitungsphase befinde sich der Wiederaufbau des Kleistturms und die Neugestaltung des Areals nahe des Stadions. Die technische Dokumentation für den zweiten Teil des mit EU-Fördermitteln finanzierten Gemeinschaftsprojektes "Bolfrashaus und Kleistturm" stehe kurz vor dem Abschluss.

Weiteres Vorhaben ist die Verlängerung des ab Slubice bestehenden Radweges in Richtung Norden zwischen Nowy Lubusz und Gorzyca. Das Teilstück soll die Lücke bis nach Küstrin schließen. Die Fördermittelanträge dafür werden gerade erarbeitet.

Gleiches gilt für geplante Investitionen beim Hochwasserschutz. Tomasz Ciszewicz erklärte am Dienstag, dass der Deich ab 2017 einer Spundwand aus Beton weichen soll. Dafür wird auch eine neue Uferpromenade gebaut.

Wolfgang Welenga vom Stadtfeuerwehrverband nutzte bei der Bürgersprechstunde im Frankfurter Rathaus die Chance, um mit Ciszewicz, über den Zustand der Freiwillige Feuerwehr in Slubice zu sprechen. Ihr gehören lediglich noch 16 Mann an. "Bei größeren Katastrophenszenarien mache ich mir da durchaus Sorgen", sagte Welenga. Der Slubicer Bürgermeister stimmte ihm zu und kritisierte die Zusammenarbeit von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr in seiner Stadt. Er hoffe, dass die Berufsfeuerwehr bald einen neuen Leiter bekomme.

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Roland Totzauer 03.06.2016 - 10:27:48

Meine Erfahrungen

Vorschläge und Ideen nur in Form digitaler MOZ-Kommentare in die Öffentlichkeit der Städte Frankfurt und Slubice zu transportieren, nützen nach meiner Erfahrung relativ wenig. Besser ist es, sich direkt an Politiker der beiden Nachbar-Städte zu wenden. Damit erreicht man viel mehr - zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht. Zum Beispiel richtete ich 1999 sowohl an Slubices als auch an Frankfurts Bürgermeister die schriftliche Bitte, den Wiederaufbau des zerstörten Kleistturms anzustreben. Der Slubicer Bürgermeister hat diese Idee aufgegriffen - inzwischen steht das Projekt. Als im Jahr 2006 der Kampf um eine Straßenbahn nach Slubice tobte, habe ich mich direkt mit einem Brief an Slubicer Politiker gewandt und für die Bus-Linie erfolgreich geworben. Bevor im Jahr 2012 die Kleist-Route in Frankfurt und Slubice eröffnet wurde, schrieb ich wieder einen Brief an den Slubicer Bürgermeister mit der Bitte um die Verbesserung des Waldweges "Sportowa" in Richtung Kleiststein. Daraufhin wurde der Slubicer Weg mit Bagger und Traktor ausgebessert, so dass die Eröffnungstour im Sommer 2012 ohne Probleme knappte und auch heute ist der Weg nach einem Sommerregen noch immer mit dem Rad befahrbar. Soweit einige bezeichnende Beispiele. Meine Empfehlung an Kommentator Koch und andere spontane Schreiber: Bitte überlassen Sie die Veröffentlichung Ihrer Ideen nicht einem journalistischen Zufall, sondern transportieren Sie ihre Ideen bitte direkt per Post an die verantwortlichen Politiker bzw. Stadtverwalter. Zumindest sollte neben einem MOZ-Kommentar parallel immer auch ein gut ausformulierter Brief direkt an die Adressaten in Slubice abgeschickt werden. Dies wird zwar vielleicht hier weniger Aufmerksamkeit erheischen, aber langfristig nachhaltiger ein - so zumindest meine Erfahrungen. MOZ-Journalisten sollte man nicht mit dem Transport eigener Ideen belasten, denn die haben andere Interessen. Nur was ich selber direkt organisiere und initiiere, kommt garantiert bei den politischen Akteuren an. Nach dieses doppelgleisige Schema führt weiter.

Benno Koch 02.06.2016 - 12:14:47

Mindeststandards: Oder-Neiße-Radweg Polen

"Weiteres Vorhaben ist die Verlängerung des ab Slubice bestehenden Radweges in Richtung Norden zwischen Nowy Lubusz und Gorzyca." Was ist eigentlich so schwer daran, auch Radwege mal mit korrektem Namen zu nennen? Im konkreten Fall handelt es sich um den überregionalen Radfernweg Szlak Zielona Odra – also Radweg Grüne Oder. Noch einfacher wäre es, wenn man diesen Radweg zumindest für die Zielgruppe aus deutschsprachigen Regionen einfach Oder-Neiße-Radweg nennen würde - schließlich wechselt ja auch der Elberadweg nicht ständig seinen Namen, wenn er am linken und rechten Flussufer entlangführt. Was den bestehenden „Radweg“ von Slubice nach Nowy Lubusz betrifft, so erfüllt dieser keinerlei Mindeststandards: In Längsrichtung verlegte gefaste und inzwischen abgesackte Betonsteine vermitteln ein Fahrgefühl wie auf Eiern. Dass der Weg mit nur gut einem Meter Breite keinerlei Mindestbreiten und damit kein sicheres Überholen oder Begegnen zulässt, ist bei einem einseitigen Zweirichtungsradweg und dazu noch einem überregionalen Radfernweg so, als wenn man eine Bundesstraße in einer Gesamtbreite von drei Metern bauen würde. Siehe http://fotos.benno-koch.de/v/Radfahren_in_Europa/Radfahren_in_Polen/Oder-Radweg-Polen/Slubice-Slonsk-Kostrzyn/?g2_page=2 Inzwischen sind die beschriebenen Standards der alten Radwege in vielen Regionen Polens längst Vergangenheit. Standard für neue Radwege ist Asphalt in Straßenqualität. Im Zweirichtungsverkehr sind diese mindestens 2,5 Meter breit. Schön wäre es, wenn die Märkische Oderzeitung das Thema noch mal aufgreifen würde und die geplanten Investitionen vor dem entscheidenden Beschluss und vor Baubeginn noch mal hinterfragt. Bei der Gelegenheit könnte man auch noch mal Richtung Süden gucken und nach dem Stand der Fähre Urad-Aurith fragen. Wenn dann auf dem Weg von Slubice dorthin noch mal so etwas wie ein durchgängig ausgebauter Radfernweg kommen würde, dann könnte man in der Grenzregion beginnen richtig Tourismus zu machen.

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