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Schwarzer Freitag, der 13., für Mitarbeiter

VW-Autohaus beantragt Insolvenz

Michael Dietrich / 17.07.2012, 21:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Auch der Nachfolger des insolventen VW-Autohauses Knebel, das Autohaus Am Talsand, hat Insolvenz angemeldet. Am Freitag, dem 13., wurde es den Mitarbeitern eröffnet. Die haben im vorigen Monat schon kein Geld mehr bekommen.

Hinter vorgehaltener Hand warnten sich Geschäftsleute in der Stadt schon seit Monaten untereinander. Die Autohaus Am Talsand GmbH hatte längere Zeit Rechnungen nicht mehr bezahlt, das sprach sich rum. Seit Freitag ist es amtlich: Die AHA Autohaus Arnhölter Wittstock GmbH als Gesellschafter des Schwedter Autohauses hat beim Amtsgericht Frankfurt (Oder) Insolvenzantrag gestellt. An jenem Freitag, dem 13., informierten ein Berater und eine Verkaufsleiterin aus Wittstock die Schwedter Belegschaft.

Inzwischen gibt es drei Insolvenzanträge, die das Autohaus betreffen. Beantragt wurde die Insolvenz der Autohaus Knebel GmbH sowie der Ernst Brandenburger GmbH & Co Grundstücksverpachtungs KG. Letztere befindet sich seither in Zwangsverwaltung, vermietet aber weiterhin Grundstück und Gebäude an die neue Autohaus Am Talsand GmbH, die nun als Dritte einen Insolvenzantrag stellte.

Auch die Muttergesellschaft, die AHA Autohaus Arnhölter Wittstock GmbH, hat Insolvenzantrag gestellt, bestätigte das Amtsgericht Neuruppin. AHA-Geschäftsführer Peter Scheumann tritt öffentlich nicht auf und lässt sich wegen Krankheit entschuldigen. Angeblich mit allen Verfügungsberechtigungen ausgestattet, führt seither Rüdiger Rodgers, der sich selbst als Vertrauter und enger Berater Scheumanns vorstellt, die Geschäfte.

Dem Geschäftsführer des Schwedter Autohauses, Friedhelm Dethloff (60), war bereits vor einigen Wochen gekündigt worden. Dieser war im November 2011 angetreten, das durch undurchsichtige Finanzgeschäfte des früheren Geschäftsführers in die Schieflage geratene VW-Autohaus in Schwedt zu retten.

Bei den zuletzt 20 Mitarbeitern herrscht bedrückte Stimmung. Sie bekamen von den Vertretern aus Wittstock zu hören, dass Schwedt eigentlich ein guter Markt für VW sei und der Standort unbedingt gerettet werden soll. Die wenigsten glauben angesichts ausgebliebener Lohnzahlungen und leergeräumter Konten der Firma noch daran. Das Autohaus hatte zuletzt auch nur noch einen Servicevertrag von VW, der Verkauf von Autos wurde längst über andere Häuser abgewickelt.

In Schwedter Autohändler-Kreisen kursiert bereits, dass sich VW nach einem neuen Servicepartner für Schwedt umschauen soll.

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