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Braunkohlegegner machen mobil

27.07.2012, 15:18 Uhr
Cottbus (dpa) Umweltschützer machen mit einem Protestcamp gegen die Stromgewinnung in den Braunkohlekraftwerken in der Lausitz mobil. Vom 11. bis 19. August will das Bündnis Lausitzcamp in Workshops und Diskussionsrunden über Alternativen zum Energieträger Braunkohle informieren, wie Sprecherin Christina Eichberger am Freitag in Berlin sagte. Erwartet werden rund 300 Teilnehmer. Die Aktion ist Teil eines bundesweites Protests gegen die Stromgewinnung durch Braunkohle.

"Wir wollen uns tatkräftig für eine Zukunft ohne Atom und Kohle einsetzen", sagte Eichberger. Großkonzerne wie Vattenfall und RWE verfolgten mit ihrer Braunkohlestrategie rein kapitalistische Interessen, sagte Eichberger. "Der dringend notwendige sozialverträgliche Umbau des Energiesystems bleibt dabei auf der Strecke."

Umweltschützer hatten bereits im vergangenen August neben dem Kohlekraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) ihre Zelte aufgeschlagen und eine Woche lang über Wege zu einer Energiewende beraten. In Cottbus und Potsdam besetzten sie zudem Büros der märkischen Regierungsparteien SPD und Linke. Der Protest richtete sich gegen neue Braunkohletagebaue in der Lausitz.

Im August laden auch die Gegner des rheinischen Braunkohlereviers in Nordrhein-Westfalen und des mitteldeutschen Braunkohlereviers in Sachsen-Anhalt zu Klimacamps ein. Die Veranstalter befürchten, dass der Atomausstieg zu einer Renaissance der Kohle in Deutschland führt. Braunkohle habe trotz der massiven Klima- und Gesundheitsschädlichkeit inzwischen einen Anteil von 25 Prozent an der Stromproduktion, kritisierte Patrick Stötzel vom Klimacamp Rheinland. Nötig sei aber kein Ausbau, sondern ein Ausstieg aus der Kohle.

Insgesamt sind in Deutschland zurzeit mehr als 20 Kohlekraftwerke in Planung oder im Bau. Die Bundesregierung will zwar die noch laufenden Atomkraftwerke vor allem durch Gaskraftwerke ersetzen, hat aber auch nichts gegen neue Kohlemeiler. Greenpeace hatte vor kurzem einen Plan vorgelegt, wonach bis zum Jahr 2030 der Braunkohle- und bis 2040 der endgültige Steinkohle-Ausstieg gelingen könnte.

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