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Erstklässler-Käppi auf der Kippe

Endlich wieder Schule: Schulbeginn für die 432 Mädchen und Jungen der Bruno-H. Bürgel-Grundschule in Eberswalde.
Endlich wieder Schule: Schulbeginn für die 432 Mädchen und Jungen der Bruno-H. Bürgel-Grundschule in Eberswalde. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
JSANDNER / 06.08.2012, 19:24 Uhr - Aktualisiert 07.08.2012, 09:56
Potsdam (ndt) Erstmals konnte in Brandenburg zu Beginn des neuen Schuljahres nur ein Bruchteil der Erstklässler mit Warnkäppis ausgerüstet werden. Wie die Landesverkehrswacht in Potsdam mitteilt, werden nur an 6000 der insgesamt 19 500 Schulanfänger Basecaps verteilt. Der Grund: Sie werden nicht getragen.

Dieses Phänomen, sagt Irina Günther, Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht, sei auch in anderen Bundesländern zu beobachten. Bislang hatten sich Verkehrswacht, das Infrastrukturministerium und die Dekra die Kosten für die Basecaps geteilt, nun verzichten sie auf die flächendeckende Ausstattung. "Es bringt nichts, wenn die Mütze nach dem ersten Schultag im Schrank landet oder vom Opa beim Rasenmähen getragen wird", sagt Detlef Roth von der Frankfurter Dekra-Niederlassung. Das Verkehrsministerium in Potsdam kann die Entscheidung nachvollziehen. "Der Sicherheitseffekt ist nicht eingetreten", sagt Sprecher Lothar Wiegand.

In der Verkehrswacht selbst ist der Entschluss, auf die Mützen zu verzichten, umstritten. Für Jürgen Maresch, Präsident des Verbandes, haben sie nach wie vor einen Sinn, weil sie Autofahrer warnen. "Wenn die Akzeptanz bei den Schülern fehlt, müssen wir nach neuen Wegen suchen", sagt der Cottbuser. In seiner Heimatstadt hat die örtliche Verkehrswacht mit der Sparkasse einen neuen Sponsor gefunden und so sichergestellt, dass die rund 1500 Erstklässler an den Grundschulen in Cottbus und im Landkreis Spree-Neiße weiterhin mit leuchtend roter Kopfbedeckung auf dem Schulweg unterwegs sind. "Schulanfänger sind Verkehrsanfänger", sagt Manuel Helbig von der Verkehrswacht Cottbus. "Wir werden deshalb weiterhin an der roten Mütze festhalten." Diesen Wunsch hat auch der Landeselternrat, dessen Sprecher Wolfgang Seelbach den Entschluss der Landesverkehrswacht bedauert.

Im vergangenen Jahr sind auf Brandenburgs Straßen 901 Kinder im Alter bis 14 Jahre verunglückt, fünf von ihnen tödlich. Landesverkehrswacht und Polizei waren deshalb auch gestern, am ersten Schultag nach den Sommerferien, vor den Schulen präsent. In Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) stoppten Polizisten vor einer Schule einen Autofahrer mit 77 km/h - erlaubt waren 30. Insgesamt registrierte die Polizei allein im Norden Brandenburgs 164 Geschwindigkeitsüberschreitungen an und um Schulen. Peter Salender von der Polizeidirektion Ost spricht von jährlich wiederkehrenden Beobachtungen: "Viele Eltern setzen ihre Kinder direkt vor der Schule ab", sagt Salender.

Die Landesverkehrswacht greift bei der Sicherung der Schulwege auch weiter auf rund 500 Schülerlotsen im Land zurück. Spannbänder warnen vielerorts zudem Autofahrer vor den Schulkindern. Darüber hinaus werden vor Schulen Geschwindigkeitsmesstafeln aufgestellt, durch die sich die Verkehrsteilnehmer selbst kontrollieren könnten, ohne für zu schnelles Fahren belangt zu werden. (Kommentar)

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Daniel lehmann 08.08.2012 - 16:05:24

Erstklässler-Käppi auf der Kippe

Unser sohn kam auch zur schule und ich finde es wirklich traurig und habe keinerlei verständnis dafür das von den jetzigen schülern nur ein teil diese kappen bekommt, aber das ist typisch deutsch, für alles geld rauswerfen aber wenn es um unsere kinder und jugendlichen geht wird an jeder ecke gespart,einfach nur erbärmlich diese verhalten.

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