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Kostüm-Spektakel auf dem Kirchplatz

Schwarzer Bauer: Gabriele Keller und Hendrik Schink mit einem zweiteiligen Kostüm fürs Schachspiel
Schwarzer Bauer: Gabriele Keller und Hendrik Schink mit einem zweiteiligen Kostüm fürs Schachspiel © Foto: . Rudolph
Holger Rudolph / 08.08.2012, 17:30 Uhr
Rheinsberg (MZV) Zwei Zeitreisende besuchen Rheinsberg: Mitte September werden sich FriedrichII. und Voltaire auf den Kirchplatz setzen, um miteinander Schach zu spielen. Dabei handelt es sich um einen Beitrag des Heimatvereins Rheinsberger Seenkette zum Festjahr „Friedrich 300“.Hendrik Schink vom Heimatverein leitet das Projekt. Ob Friedrich und der Philosoph Voltaire tatsächlich auch mal Schach gespielt haben, ist nicht bekannt. Belegt ist indes ihr Briefwechsel. Schink erklärt, wie es zur Idee kam: „Geschrieben haben sich beide tatsächlich. Warum also sollte der Preußenkönig sich nicht mit dem großen Denker im königlichen Spiel Schach gemessen haben?“ Außerdem boten sich die 1,20 mal 1,20Meter großen Platten auf dem Platz förmlich für ein Groß-Schachspiel an. Die ungewöhnliche Partie beginnt am Sonnabend, 15.September, um 17Uhr.

Die beiden Protagonisten in zeitgenössischen Kostümen ihre Figuren rücken zu lassen, wäre zu langweilig gewesen, findet Schink. König und Königin, Springer, Turm und die anderen Figuren führen bei der Rheinsberger Variante ein Eigenleben. Die Bauern werden von Schülern dargestellt, in den anderen Kostümen stecken Erwachsene. Bereits seit Dezember 2011 schneidern Gabriele Keller und Monika Fournier in einem eigens angemieteten Raum im Stadtzentrum an den Kostümen der Figuren. Keller ist eigentlich Keramikerin, Fournier Friseurin. Doch die beiden Frauen schneidern sehr gern. Kein Wunder, dass ihnen die auf ein Jahr angelegte Fördermaßnahme des kreiseigenen Jobcenters Spaß macht.

Die Kostüme sind der Erkennbarkeit der verschiedenen Figuren wegen in Schwarz und Weiß gehalten. Schnittmuster fanden sich zum Teil im Internet. Schink achtet darauf, dass sie in die Zeit des Fridericianischen Rokoko passen. Auch die Stoffe der Kostüme werden vom Jobcenter bezahlt. Bei einigen etwas schwierigeren Staffagen hat Schinks Mutter Anneliese geholfen, außerdem eine Neuruppinerin, die nicht namentlich genannt werden möchte.

Die Darsteller, übrigens sämtlich Rheinsberger, dürfen am Tag der Tage beim Spiel übrigens machen, was sie wollen. Allerdings haben sie dabei auf dem Feld zu bleiben, auf das sie gerade von einem der beiden Spieler gelenkt wurden. Doch dort kann der Bauer zum Beispiel sein im Käfig mitgebrachtes Huhn füttern oder der König Reden an sein imaginäres Volk halten. Das Publikum darf ebenfalls im Kostüm kommen, muss es aber nicht. Schink würde sich freuen, „wenn die Leute einen der beiden Schachspieler oder die Figuren lautstark anfeuern würden“.

Die Hauptrollen werden übrigens mit zwei Schach-Könnern besetzt. Im Friedrich-Kostüm steckt der Rheinsberger Guido Giese, dessen Heimatverein der Schachclub Neuruppin ist. Voltaire wird von Jürgen Melzer verkörpert. Der Neuruppiner spielt bereits seit vielen Jahren mit großem Erfolg im Schachclub Lindow.

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