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Mit Bus oder Bahn zur Schule

So ist es richtig: Nika Wehrstedt aus der 1c der Grundschule Mitte steigt aus der Straßenbahn aus. Figur Paul im Hintergrund zeigt, wo man nicht stehen sollte
So ist es richtig: Nika Wehrstedt aus der 1c der Grundschule Mitte steigt aus der Straßenbahn aus. Figur Paul im Hintergrund zeigt, wo man nicht stehen sollte © Foto: RenÈ Matschkowiak
René Matschkowiak / 09.08.2012, 06:57 Uhr - Aktualisiert 09.08.2012, 12:11
Frankfurt (MOZ) "Schon heute, am dritten Schultag, kam der erste Abc-Schütze allein mit der Straßenbahn zur Schule", erzählt Lehrerin Susann Stefanow. Der Busunterricht, den alle Erstklässler im Stadtgebiet in den nächsten Wochen absolvieren werden, ist also nicht ganz unwichtig.

Was früher normal war, hat sich mit den Elterntaxis, die sich allmorgendlich vor den Schulen drängeln, aber eher zur Ausnahme entwickelt. Gerade deshalb müssen die Kinder das richtige Verhalten lernen, meint Polizeiobermeisterin Andrea Rehfeld. Sie ist mit Ihrer Kollegin nun regelmäßig in den Grundschulen zu Gast.

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In der Theorie-Stunde werden alle Fragen zur Sicherheit der Kinder geklärt. Wie darf man ein- und aussteigen? Wohin soll man schauen? Darf man in Bahn oder Bus essen? Auch die Frage, ob man nun für Omas aufstehen soll oder nicht, wird angesprochen. Einhellige Meinung der Schulanfänger: Ja, natürlich. Vincent aus der ersten Reihe ergänzt jedoch "nur die ganz Coolen stehen nicht auf". Andrea Rehfeld hingegen meint, dass die dann wohl eher uncool sind.

Genau wegen solcher Sprüche macht es ihr Spaß, bei den Kindern aus der ersten Klasse zu sein. Man muss schon manchmal grinsen, erzählt sie. Ansonsten sind die Erst- und Zweitklässler noch sehr wissbegierig, ab der dritten Klasse wird es schwieriger. Vielleicht sollte man den Unterricht dann noch mal wiederholen, meint die Polizistin.

Nach der Theorie geht es auf zur Straßenbahnhaltestelle an der Uni. Dort wartet schon Ralf Großkopp mit Puppe Paul und einer Straßenbahn. Die Kinder, so erzählt der Fahrmeister, sind ja eine unserer größten Kundengruppen. Das Projekt, das es seit gut zwölf Jahren gibt, hat sich bewährt. Weil viele Kinder der Grundschule Mitte aus Neuberesinchen kommen, wurde die Straßenbahn mit in den Busunterricht aufgenommen. Das ist nun mal die beste Verbindung, meint Großkopp.

Nach dem geklärt ist, wo man an der Straßenbahnhaltestelle zu stehen hat, kommt die große Stunde von Paul. Mit der ausgestopften lebensgroßen Puppe wird gezeigt, wie es den Kindern gehen könnte, wenn sie zu nah an der Bahn stehen, wenn diese einfährt. Auch bei einer Gefahrenbremsung, die kurz danach demonstriert wird, fliegt Paul durch die Sitzreihen. Er hat sich nicht richtig festgehalten, resümiert Ralf Großkopp. Die Kinder jedoch schon, jetzt noch richtig aussteigen, schon ist es geschafft. Als Belohnung gibt es Malhefte und einen Lolli, den man aber bitte nicht in der Bahn essen soll.

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