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Angeln in Polen ab 40 Zloty pro Tag

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Dietrich Schröder / 09.08.2013, 11:15 Uhr
Frankfurt/Gorzów (MZV) Mit Tausenden Seen und Teichen, zahlreichen Flüssen und einer mehr als 500 Kilometer langen Ostseeküste ist Polen ein Paradies für Angler. Wer im Nachbarland seine Ruten auswerfen will, braucht aber eine gültige Genehmigung.

Am einfachsten haben es die rund 75000 Mitglieder des Landesanglerverbands Brandenburg. "Für 25 Euro zusätzlich zu unserem Jahresbeitrag können sie eine Angelgenehmigung erwerben, die das ganze Jahr in zwölf polnischen Regionen gilt. Neben dem unmittelbaren Grenzstreifen von Stettin bis Jelenia Góra (Hirschberg) und Breslau gehören dazu Pila, Bydgoszcz, Torun, Danzig, Katowice, Rzeszow und Suwalki", erläutert Dorothea Thiede. Die Mitarbeiterin der Hauptgeschäftsstelle des Verbandes stammt sinnigerweise auch aus Polen, lebt aber schon seit Jahrzehnten in Deutschland.

Der Vertrag mit den genannten Verbänden des Nachbarlandes wird Jahr für Jahr erneuert. Er gilt im Gegenzug auch für polnische Angler in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. "Ich habe sogar den Eindruck, dass mehr Polen ganz gern in der Berliner Gegend angeln als Deutsche drüben", sagt Frank Radtke. Den Schatzmeister des Kreisangelverbandes von Frankfurt (Oder) trifft man von Zeit zu Zeit mit seinen Ruten am östlichen Ufer des Grenzflusses. "Man kommt dort an vielen Stellen leichter mit dem Auto an den Fluss als bei uns", sagt er. Mindestens zwei Mal jährlich treffen sich die Frankfurter Petrijünger auch zum gemeinsamen Wettangeln mit den Nachbarn aus Slubice.

Wer kein organisierter Angler ist, muss sich - ähnlich wie in Deutschland - eine Tages- oder Wochenkarte des Polnischen Angelverbands (Polski Zwiazek Wedkarski) besorgen. Die Preise variieren je nach Dauer, Region und Gewässer. Am einfachsten geht es, wenn man sich an Angelfachgeschäfte wendet. In Grenzorten wie Slubice gibt es oft mehrere davon. Lech Dziedzic hat seins in der Ulica 1ego Maja 11a, direkt am Oderhafen des Ortes. Man erhält dort einen Überweisungsschein an den regionalen Anglerverband, mit dem man zur Post oder einer Bank gehen muss. Die Tageskarte für die Region Gorzów kostet 40 Zloty (knapp zehn Euro), eine Wochenkarte 80 und eine Berechtigung für 14 Tage 130 Zloty.

"Den abgestempelten Überweisungsbeleg trägt man dann für eventuelle Kontrollen bei sich", erläutert Lech Dziedzic. In diesem Jahr hätten sich schon etwa 50 Deutsche in seinem Geschäft solche Überweisungen geholt. "Auch bei uns haben etwa 15 Leute eine Jahres-Genehmigung für Brandenburg", berichtet Malgorzata Powiecka vom Angelverband in Gorzów. Die Zahl der Polen, die sich dafür interessierten, steige von Jahr zu Jahr.

Wer freilich meint, dass es schon nicht so schlimm sein wird, wenn man einfach mal schwarz angelt, irrt sich gewaltig. "Wer keinen Angelschein hat, muss bei Kontrollen damit rechnen, dass die Polizei gerufen wird, die dann auch die Ruten beschlagnahmt", warnt Mateusz Kotowicz. Inklusive der Strafen könne dies sehr teuer werden.

Im Nachbarland gibt es zudem zahlreiche private Angelhöfe oder Hotels, an deren Gewässern man fischen kann. Dort ist dann nur eine Gebühr an die Betreiber zu zahlen, die sich oft nach der Zahl der gefangenen Fische richtet. In einigen Flüssen Pommerns ist auch der Lachs wieder heimisch geworden.

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