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Feuerwehrnachwuchs im Amt Falkenberg-Höhe trifft sich für ein Wochenende zum Training und gegenseitigem Kennenlernen

Ausbildungslager am Gamensee

Christina Schmidt / 13.08.2012, 08:55 Uhr
Krummenpfahl (cs) Das Zeltlager der Jugendfeuerwehr Falkenberg-Höhe ist für viele Nachwuchsblauröcke die Gelegenheit ihr Können unter Beweis zu stellen. Außerdem stärkt das gemeinsame Wochenende das Zusammengehörigkeitsgefühl der jungen Truppe.

Ein Ölfeld treibt im Gamensee. Schnelle und kompetente Hilfe ist nötig. Und die kommt natürlich von der Feuerwehr. Wie aber nun vorgehen, damit nicht der gesamte See verschmutzt wird? Was ist zunächst zu tun? Das Szenario ist nur gestellt, der Gamensee ist so sauber wie zuvor. Doch für die Kinder und Jugendlichen, die am Wochenende am Zeltlager der Jugendfeuerwehr teilnehmen, soll das Szenario echt wirken. Denn sie müssen lernen eine Ölsperre auf dem See zu errichten. Im Ernstfall muss jetzt jeder Handgriff sitzen, jeder der flinken Helfer muss trotz sommerlichen Temperaturen in Schutzausrüstung ausrücken und mittels des Feuerwehrschlauches die Sperre im Nass aufbauen. "Das gehört zur Grundausbildung", sagt Ronald Rose, stellvertretender Amtsjugendwart.

Die Ölsperre ist nur eine von einer Vielzahl von Aufgaben, die von Freitagabend bis Sonntagmittag auf der Tagesordnung stehen. Knotenkunde gehört dazu und Erste Hilfe ebenso wie Gerätekunde und Übungen, die das Vertrauen und Selbstbewusstsein der Teilnehmer zwischen acht und 16 Jahren stärken sollen. So heißt etwa eine Übung Spinnennetz. Alle Teilnehmer müssen die Barriere aus längst und quer gespannten Seilen überqueren. Das gelingt nur, wenn die Größeren den Kleinen helfen und jedes Teammitglied seine Aufgabe erledigt. "Das Zeltlager ist so etwas wie eine Prüfung, bei der wir den Stand von Wissen und Fähigkeiten überprüfen", erklärt Ronald Rose. Eine schlechte Note gibt es hier nicht, wenn etwas mal nicht auf Anhieb klappt. "Dann erklären wir es noch einmal und üben gemeinsam, bis es richtig gut funktioniert", beruhigt der stellvertretende Amtsjugendwart.

Ob klein oder groß, Kind oder schon Teenager, blutiger Anfänger oder mit Erfahrung - jeder der Nachwuchsbrandschützer kommt an diesem Wochenende auf seine Kosten. Alle werden gefordert, aber nicht überfordert. Geachtet wird nur auf die körperlichen Voraussetzungen der insgesamt 45 zukünftigen Einsatzkräfte, sodass etwa schwere Ausrüstungsgegenstände nur von denen gewuchtet werden, die dazu in der Lage sind. Auch der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen spielt hier keine Rolle. "Das können wir gar nicht machen. Im Ernstfall muss man sich aufeinander verlassen können", sagt Ronald und fügt hinzu: "Ohne Frauen, was wäre das für eine Feuerwehr. Das würde nur halb so gut klappen." Auch wenn die Frauen an seiner Seite angesichts des unerwarteten Kompliments lachen müssen, meint das der Feuerwehrmann mit reichlich Erfahrung ganz ernst. Die Feuerwehr konkurriert mit attraktiven Sportarten wie Fußball oder Reiten. Wer will, dass die Einsatzbereitschaft auch zukünftig gegeben ist, muss attraktiv bleiben und den jungen Leuten aus Heckelberg, Brunow, Freudenberg, Beiersdorf, Falkenberg, Kruge/Gersdorf, Leuenberg und Danneberg etwas bieten, weiß Ronald Rose. "Und wir können auch noch etwas lernen von ihnen."

"Manchmal kommen sie auf Ideen, da wären wir nie drauf gekommen", schätzt auch Martina Bukow, Jugendwartin aus Freudenberg, ein. Die Teamarbeit und den Zusammenhalt zu stärken, sei ein zentrales Anliegen des Zeltlagers, bei dem die einzelnen Übungen in Gruppen absolviert werden. "Bei der Zusammenstellung achten wir darauf, dass unterschiedliche Altersgruppen dabei sind und die Jungs und Mädchen nicht aus einer Jugendfeuerwehr kommen", erklärt Martina Bukow. Sich kennenlernen und dabei auch Spaß haben, ist der Wunsch der Ausbilder. Abgesehen vom Zeltlager trifft man sich ebenfalls regelmäßig, um das Vergnügen nicht zu kurz kommen zu lassen. So gibt es Ausflüge zum Bowling, Schwimmen oder ins Kino. "Unsere Aufgabe besteht jeweils zur Hälfte aus Ausbildung und Jugendarbeit", hält Martina Bukow fest und ergänzt: "Wir versuchen sie so lange wie möglich zu halten und sind glücklich, wenn sie in die Einsatzabteilung übergehen."

Die Kinder und Jugendlichen sind mit Feuereifer dabei. "Es ist gut, die anderen kennenzulernen", sagt etwa die 16-jährige Anna Fieting von der Feuerwehr Kruge/Gersdorf. Klettern und natürlich die Ölsperre, das seien anspruchsvolle Aufgaben gewesen, die viel Spaß gemacht hätten. Sophia Hübner und Laura Klatt von der Leuenberger Wehr sehen das ähnlich. "In der Freizeit wollen wir auf jeden Fall weitermachen", betonen sie.

Ohne die Betreuung der mehr als 20 Erwachsenen ginge nichts. Auch er gehört dazu: Stephan Schindler, seit sieben Jahren Herr der Feldküche. 20 Kilo Kartoffeln muss er mit Unterstützung der Nachwuchsfeuerwehrleute für das Wunsch-Mittagessen schälen. "Sonst wünschen sich alle Spaghetti, diesmal waren es Königsberger Klopse", erzählt der junge Mann vom Feuerwehrförderverein Heckelberg.

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