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Südafrikaner neuer Leiter des Beeskower Spanplattenwerks / Konzern verspricht reinere Abluft

Von Durban nach Beeskow

Ingenieur und Ökonom: Jan Riekert plant, das Beeskower Werk kontinuierlich zu modernisieren.
Ingenieur und Ökonom: Jan Riekert plant, das Beeskower Werk kontinuierlich zu modernisieren. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Jörg Kühl / 20.07.2017, 19:52 Uhr
Beeskow (MOZ) Der neue Leiter des Beeskower Spanplattenwerks trägt einen deutschen Namen und stammt aus Südafrika: Jan Riekert möchte den Standort kontinuierlich modernisieren. Dazu zählen auch Investitionen in den Umweltschutz.

Bernd Hartmann, Personaldirektor der Sonae Arauco Deutschland AG, sah sich nach dem Weggang des ehemaligen Werkleiters Jörg Bannicke in der ganzen Welt nach Ersatz um. Ausgerechnet in Südafrika wurde der Personalmanager fündig: Auf Jan Riekert, einen Ingenieur mit Erfahrung in der Papier- und Druckindustrie, fiel die Wahl. Der 52-Jährige ist seit Anfang Juli neuer Leiter des Spanplattenwerks Beeskow. Seit dem Weggang von Jörg Bannicke, der das Werk bis Ende März fünf Jahre lang geleitet hatte, war Stefan Schur Interims-Manager des Spanplattenwerks.

Jan Riekert wurde in Nelspruit, unweit des weltberühmten Krüger-Nationalparks, geboren. Nach seiner Schulzeit studierte der junge Südafrikaner Maschinenbau. Später folgte mit dem MBA-Abschluss noch eine ökonomische Zusatz-Qualifizierung. Er ist seitdem in verschiedenen technischen Positionen in der Papier-, Druck und Verpackungsindustrie tätig gewesen, zuletzt bei einem Betrieb in der Nähe von Durban. Da Holz Grundstoff der Papierproduktion ist, kann Riekert seine Erfahrungen auch für die Produktion von Spanplatten einsetzen. "Es gibt da ein sehr großes technisches Überschneidunggebiet", so der neue Werkleiter. Auch wenn "der Neue" sich in Beeskow erst noch einarbeiten muss, so hat er doch schon Vorstellungen, wie es unter seiner Führung weiter geht. Die Produktion wird nach dem Ende der aktuellen Sommer-Revision wie gewohnt wieder aufgenommen. Gleichzeitig werde in den Standort "kontinuierlich" investiert: Automatisierung, technische Optimierung mit dem Ziel, Roh- und Betriebsstoffe einzusparen, mehr Sicherheit und höhere Standards im Umweltschutz sind die Stichworte seiner Agenda. Vor allem der letzte Punkt dürfte die Beeskower aufhorchen lassen: Aufgrund strengerer Emissions-Richtlinien wird der Konzern an seinen Standorten, auch in Beeskow, investieren. Welche technischen Anlagen eingesetzt werden, um die Abluft besser zu reinigen, wollte die neue Werkleitung noch nicht bekannt geben. Ob mit der Maßnahme, die für das Jahr 2018 geplant ist, der vertraute Spanplattenduft komplett Geschichte sein wird, darauf will sich die neue Werkleitung nicht festlegen. Angestrebt werde eine "deutliche Verringerung der Emissionen".

Eine der größten Herausforderungen am Beeskower Standort sei die Nachwuchsgewinnung. Im Bereich Logistik sei der Altersdurchschnitt 52 Jahre, im Bereich der Produktion 45 Plus. "An unseren Standorten in Spanien und Portugal ist es genau andersrum: Da gibt es eine hohe Jugendarbeitslosigkeit", verdeutlicht der Personalmanager einen Standortnachteil. Vorteil des Beeskower Standorts sei das gewachsene Know-How der Belegschaft und die Nähe zu den osteuropäischen Absatzmärkten. Der Konzern arbeitet daran, sich als Arbeitgeber in Deutschland bekannter zu machen. So werden Firmenvertreter verstärkt auf Jobmessen auftreten. Eine erste Maßnahme war die Einführung eines neuen Traineeprogrammes in 2016.

Noch lebt Jan Riekert in einem Hotel in Fürstenwalde. Doch im August möchte seine Ehefrau nachziehen, dann geht es auf die Suche nach einer eigenen Bleibe. Der gemeinsame Sohn wird in Pretoria weiterstudieren. Der neue Werkleiter hat bisher kaum Zeit gehabt, Beeskow genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch seine ersten Eindrücke schildert er als positiv. Vor allem aber die Natur darumherum habe es ihm angetan. Das Leben in kleinstädtischer Umgebung sei ihm vertraut, schließlich stamme er aus einer kleinen Stadt. Sein letzter Wohnort war Ballito, ein Ort mit weniger als 20 000 Einwohnern. "Riekert joggt regelmäßig, fährt gerne Fahrrad, betreibt Fitnesstraining und fährt Wasserski. Derzeit trainiert Jan Riekert auf einem ganz anderen Gebiet: Zweimal die Woche erhält er in Berlin Deutschunterricht in konzentrierter Darreichungsform.

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