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Begehrte Baugrundstücke liegen brach

Berlin scheut Konkurrenz vor der Haustür

Der letzte Schliff: Der Grenzweg im Wohngebiet Rutenfeld wurde jetzt asphaltiert.
Der letzte Schliff: Der Grenzweg im Wohngebiet Rutenfeld wurde jetzt asphaltiert. © Foto: U.Winkler
Britta Gallrein / 13.08.2012, 22:46 Uhr
Bernau (MOZ) Bernau ist beliebt bei jungen Familien, die ein Eigenheim bauen wollen. Gerade wurden die letzten Grundstücke im Wohngebiet Rutenfeld erschlossen. Ein Ende des Zuzugs ist nicht absehbar. Es könnte noch mehr sein - wenn Berlin das nicht verhindern würde.

"Die Nachfrage war sehr gut." Sebastian Bruch ist zufrieden. Gerade wurden im Wohngebiet Bernau-Rutenfeld die letzten Straßenabschnitte mit einer Asphaltdecke befestigt. Damit gingen die Arbeiten am vierten Bauabschnitt zu Ende. Alle Grundstücke auf diesem Stadtgebiet sind nun bis zum Grenzweg voll erschlossen.

Schwierigkeiten, die Grundstücke an den Mann zu bringen, habe es nie gegeben, weiß Bruch. "Es lief von Anfang an sehr gut." Die 62 Grundstücke, die gegenüber des Puschkinviertels an der Sachtelebenstraße entstanden sind, sind mittlerweile alle verkauft, beziehungsweise die letzten drei sind reserviert. Für die reservierten Flächen gibt es bereits eine Warteliste, falls die Kaufinteressenten zurücktreten. Ab dem 15. August werden die restlichen Grundstücke an die Käufer übergeben.

Die STAB, die städtische Grundstücksentwicklungsgesellschaft, bemüht sich weiterhin, einen Investor zu finden, der auf dem Gelände ein Wohngebäude für altersgerechtes Wohnen betreiben will. Dazu laufen bereits Vorgespräche.

Der Bedarf an Grundstücken für Einfamilienhäuser sei in Bernau groß, bestätigt auch Thomas Rebs vom Bernauer Wirtschaftsamt. Noch gebe es freie Grundstücke. Demnächst soll ein Gebiet östlich der Konrad-Zuse-Straße erschlossen werden, ein weiteres neues Wohngebiet entsteht an der ehemaligen Milchviehanlage in Nibelungen. Auch südlich des Venusbogens ist noch ein offenes Baufeld, aber auch in den Ortsteilen, wie zum Beispiel am Schönower Kabelwerk existieren Baulücken.

Oftmals sei es jedoch die Stadt Berlin, die eine Entwicklung behindere, klagen Experten. "Zum B-Plangebiet Rutenfeld gehören auch noch die Grundstücke nördlich des Grenzweges. Da die meisten Flächen Berlin gehören, wird dort in den nächsten Jahren wohl nichts geschehen", mutmaßt Sebastian Bruch. Vielleicht werde die Fläche als Waldgebiet umgewidmet, vermutet er ironisch. Berlin sei ja nicht an einer Entwicklung im Umland interessiert.

Das unterstellt auch Thomas Rebs vom Wirtschaftsamt. "Zum einen kann es sicher auch daran liegen, dass man zunächst Geld investieren muss, um ein Gebiet zu entwickeln. Und da hat Berlin sicher andere Schwerpunkte." Zum anderen sei die Hauptstadt nicht interessiert daran, sich Konkurrenz vor der Haustür zu schaffen. "Das sieht man ja zum Beispiel auch in Lanke, wo Berlin in den letzten Jahren die Entwicklung des Ortes verhindert." Dies sei ärgerlich, aber legitim, sagt Rebs.

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