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Baustart verschiebt sich ins nächste Jahr

Langer Trödel in der Warteschleife

Brigitte Horn / 14.08.2012, 22:29 Uhr
Wandlitz (MOZ) Der Lange Trödel muss noch länger warten. Der für den Herbst geplante erste Spatenstich für den Brückenbau und die Öffnung der Schleuse im Wandlitzer Ortsteil Zerpenschleuse verschiebt sich bis ins nächste Jahr. Die Ergebnisse der Ausschreibung haben den finanziellen Rahmen gesprengt.

Es schien so zum Greifen nah, doch die Wiederschiffbarmachung des Langen Trödels im Rahmen der Wassertourismusinitiative Nord (WIN) befindet sich vorerst in der Warteschleife. Die Ausschreibung für den Brückenbau und die Schleuse musste aufgehoben werden, informierte Jürgen Paul, Geschäftsführer der WInTO GmbH. Sämtliche Gebote lagen höher als vom Projekt her vorgeben.

Der Vorhabensträger war somit im Einvernehmen mit den finanzierenden Partnern, dazu gehören die Landkreise Barnim und Oberhavel, Stadt Liebenwalde und die Gemeinde Wandlitz) gezwungen, die Ausschreibung für den Bau der Schleuse und der Brücken über den Langen Trödel Ende Juli 2012 aufzuheben. Bei den Brücken wird mit den Bietern verhandelt. Nach einer Überarbeitung der Planungen zur Reduzierung der Baukosten für die Schleuse und einer Neuaufnahme des Ausschreibungsverfahrens wird es eine zweite Vergaberunde geben, teilte das Projektbüro der WIN AG mit. Ziel ist, Anfang 2013 mit den Brücken über B 109 und an der Forststraße zu beginnen. An der Schleuse werde es vermutlich noch bis Herbst 2013 dauern.

Es ist keine kleine Investition - immerhin beträgt die gesamte Bausumme nach bisheriger Kostenschätzung rund zwölf Millionen Euro. Paul zeigt sich zuversichtlich: "Wir sind nach zehn Jahren der Mühe soweit gekommen und werden die nächsten Schritte auch noch schaffen." Dies seien halt die Mühen der Ebene.

Mit den bauvorbereitenden Maßnahmen, wie Baumfällungen, der Dammschüttung an der B 109 und der Zuwegung zur Schleuse, wurde im Januar 2012 begonnen. Für das WIN-Projekt war im September 2011 vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz der Planfeststellungsbeschluss erteilt worden. Anschließend folgte der Zuwendungsbescheid von der Investitionsbank des Landes Brandenburg.

Die Wiederschiffbarmachung des Langen Trödels, einem etwa zehn Kilometer langen Teilstück des Finowkanals zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse. ist Teil des Vorhabens, die brandenburgischen mit den mecklenburgischen Gewässern zu einem Gesamtnetz mit 345 Kilometern Länge zu verbinden. Die Reviere für das Befahren der Wasserstraßen mit führerscheinfreien Motorbooten sollen so erweitert und attraktiver gestaltet werden.

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Barni 15.08.2012 - 12:53:41

Das übliche Spiel:

... um den Entscheidern und der Öffentlich ein Projekt schmackhaft zu machen, werden die Kosten erstmal recht niedrig angesetzt. Späte stellt man dann verdutzt fest, dass die geplanten Mittel nicht reichen. Da man dann ja schon so weit in der Planung bzw. dem Bau vorangeschritten ist, gibt es angeblich kein zurück mehr. Beispiele für derartige Projekte der öffentlichen Hand gibt es genug. Ich verstehe nicht, warum es immer wieder funktioniert und niemand den Verantwortlichen auf die Finger haut. Was will man in diesem Fall tun? Kosten drücken indem billigere Materialien und abgespeckte Konstruktionen verwendet werden oder sollen die Firmen die Löhne der Mitarbeiter reduzieren, nur damit die Politik ein neues Vorzeigeprojekt hat? Am Ende wird wie immer weiteres Geld in das Projekt gesteckt, um die Kosten zu decken.

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