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50 Hertz tourt mit mobilem Bürgerbüro zur Uckermarkleitung durch die Region

Späte Aufklärung über Stromleitung

Um Aufklärung bemüht: In Schmargendorf machte das Infomobil am Freitag Station. Hans-Georg Bernstein und Hartmut Lindner lassen sich von Timo Bovi (v.r.) die Pläne erklären.
Um Aufklärung bemüht: In Schmargendorf machte das Infomobil am Freitag Station. Hans-Georg Bernstein und Hartmut Lindner lassen sich von Timo Bovi (v.r.) die Pläne erklären. © Foto: MOZ
Daniela Windolff / 17.08.2012, 21:11 Uhr
Schmargendorf (MOZ) Wo verläuft die geplante Uckermarkleitung? Wie dicht rücken die Masten an Wohnhäuser? Wie ist der aktuelle Stand des Verfahrens? Das sind die häufigsten Fragen, die Dirk Manthey und Timo Bovi derzeit fast täglich beantworten müssen. Die beiden Energiefachleute sind in diesen Tagen mit einem mobilen Informationsstand ihres Unternehmens 50Hertz in der Region unterwegs, um interessierte Bürger detailliert über das Projekt der 380-KV-Freileitung zu informieren, Fragen zu beantworten und ins Gespräch zu kommen. "Wir haben bei der Informationsveranstaltung in der Blumberger Mühle gemerkt, dass doch zu wenig über die Planungen, die Hintergründe und das Verfahren in der Öffentlichkeit bekannt ist und wollen einen Dialog mit den Bürgern entwickeln und auch Gesicht zeigen", erklärt Dirk Manthey.

Für Ivonne Mercier aus Schmargendorf kommt diese Initiative viel zu spät: "Wir hätten uns viel eher Aufklärung gewünscht und hätten so vielleicht auch noch Einfluss auf die Trassenführung und das Verfahren nehmen können. Jetzt sind die Messen gesunden", sagt die junge Mutter. Sie macht sich vor allem Sorgen um die gesundheitlichen Gefahren einer Hochspannungsleitung so dicht an der Wohnbebauung.

"Wir haben in Schmargendorf über 30 Kinder und den Kindergarten. Kinder reagieren viel empfindlicher auf Umwelteinflüsse, wir haben Angst, dass sich Leukämie oder andere Krankheiten dann hier häufen könnten. Deshalb sind wir gegen die Trasse", sagt Ivonne Mercier. In Schmargendorf soll die Leitung das Dorf unmittelbar tangieren. Sie führt am Kuhstall bei Hemme-Milch entlang und rückt an einigen Wohnhäusern bis auf 400 Meter heran. Von der ursprünglichen Variante, für die neue Leitung die Trassenführung der bestehenden 110-KV-Leitung zu nutzen, die direkt über den Kuhstall führt, sei man etwas abgerückt und führt die neue Trasse mit einem Knick drumherum, erklärt Timo Bovi von 50 Hertz.

Der mobile Infostand ist mit Karten, anschaulichen Multimediapräsentationen und jeder Menge Argumentationsbroschüren ausgestattet.

Auch Hans-Georg Bernstein nutzt das Angebot, sich direkt bei den Experten zu informieren. "Ich erkenne an, dass eine neue Stromleitung gebraucht wird. Ich will wissen, wo genau die Leitung entlangführen wird, wo die Masten stehen werden", begründet der Schmargendorfer sein Interesse am Infomobil.

Einfluss nehmen auf die Planungen können die Bürger indes nicht mehr, räumt Dirk Manthey ein. Die öffentliche Beteiligung sei abgeschlossen. Das Planfeststellungsverfahren läuft. Genehmigungsbehörde ist das Bergbauamt, das prüfen wird, ob das Projekt genehmigungsfähig ist.

Kritisch begleitet wird die Infotour von 50 Hertz von Mitgliedern der Bürgerinitiative "Biosphäre unter Strom", die gegen die Uckermarkleitung kämpft. "Wir zeigen Präsenz und verteidigen unsere Argumente gegen die nach unserer Ansicht nicht genehmigungsfähige Trassenführung mitten durch das Biosphärenreservat", sagt Hartmut Lindner. Das Infomobil hält am Montag von 14 bis 16 Uhr auf dem Angermünder Marktplatz.

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interessierter Leser 05.10.2012 - 08:57:59

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