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Wissenschaftsministerin verteidigt Cottbuser Uni-Fusion

Alles soll besser werden: Brandenburgs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Sabine Kunst, (parteilos)  hat sich zur Zukunft der Hochschulen in Brandenburg geäußert.
Alles soll besser werden: Brandenburgs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Sabine Kunst, (parteilos) hat sich zur Zukunft der Hochschulen in Brandenburg geäußert. © Foto: ZB
19.08.2012, 14:59 Uhr
Potsdam/Cottbus (DPA) Der Streit um die Zukunft der Hochschulen in Brandenburg schlägt seit längerem hohe Wellen. Im dpa-Gespräch weckt Wissenschaftsministerin Kunst Hoffnung, dass am Ende mehr Geld als bisher da sein wird für die neue Universität in der Lausitz.

Seit Monaten tobt eine heftige Debatte über Pläne des Landes zur Fusion zweier Hochschulen in der Lausitz. Studenten und Mitarbeiter der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) wehren sich dagegen, mit der Hochschule Lausitz zu einer Technischen Universität Lausitz vereint zu werden. Der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) signalisierte kürzlich überraschend seine Zustimmung für die Reform, da die meisten Forderungen der Stadt erfüllt worden seien. Eine Volksinitiative hat jedoch mehr als 42 000 Unterschriften gegen eine Fusion gesammelt. Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) erzählte der Nachrichtenagentur dpa, warum sie dennoch ihr Konzept für richtig hält.

FRAGE: Durch das Umschwenken in der Cottbuser Rathausspitze ist Bewegung in die Diskussion um die Hochschulen in der Lausitz gekommen. Haben Sie das so erwartet?

Sabine Kunst: "Es hat bereits viele Gespräche gegeben. Damit sind wir aber noch nicht am Ende. Ich treffe mich zum Beispiel an diesem Montag in Potsdam zu einem Rundtischgespräch mit Vertretern von Hochschulen und Politik. Auch der Landesbeauftragte Dr. Thomas Grünewald hat für das Ministerium zahlreiche Dialoge geführt. Wir haben die dort geäußerte Kritik und die Stellungnahmen der Hochschulen zum Errichtungsgesetz für die geplante Technische Universität Lausitz gesammelt. Natürlich werden wir das auch bei der Überarbeitung des Gesetzestextes berücksichtigen."

FRAGE: Welche berechtigten Einwände von BTU, Hochschule Lausitz und Stadt Cottbus haben Sie denn bisher aufgenommen?

Sabine Kunst: "Ganz konkret: Von den sieben Forderungen, die der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski an uns gerichtet hat, wurden fünf erfüllt. Das bedeutet, die drei Campi in Cottbus und Senftenberg bleiben erhalten. Es wird feste Finanzierungszusagen für fünf Jahre geben, und das Mittelverteilungsmodell wird vorerst ausgesetzt. Es ist außerdem mehr Geld für ein erweitertes Angebot im Haushalt eingestellt, und zwar für das Studium von Gesundheits- und Pflegeberufen in der Lausitz. Ein Antrag auf EU-Mittel für den Aufbau eines Colleges könnte gute Chancen auf Förderung haben. Es kommen noch Bundesmittel hinzu. Am Ende darf die neue Universität jedenfalls mit deutlich mehr Mitteln rechnen."

FRAGE: Lassen sich an einer TU Lausitz die Uni- und Fachhochschul- Studiengänge überhaupt verzahnen?

Sabine Kunst: "Das ist das Ziel. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Student ein praxisorientiertes Studium beginnt - das, was heute Fachhochschule heißt - und später sogar promoviert. Oder wer einen eher theoretischen Studiengang beginnt und dann von Theorie und Mathe nicht so angetan ist, kann in einen eher praxisorientierten Studiengang wechseln. Das bedeutet aber keinen Forschungsbereich auf niedrigem Niveau. Die BTU behält ihre forschungsstarken Bereiche, und die werden in einer Graduiertenschule mit den starken Forschungsbereichen der Hochschule Lausitz zusammengeführt."

FRAGE: Bleibt es dann noch eine TU oder wird es eine Gesamthochschule?

Sabine Kunst: "Wir sind heute in einer ganz anderen Situation als früher, als Gesamtschulen gegründet wurden. Bachelorabschlüsse werden jetzt nicht mehr nach Fachhochschule und Uni unterschieden, sondern danach, ob sie eher praxis- oder forschungsorientiert sind. Beide ermöglichen die Aufnahme eines Masterstudienganges an einer Universität. Oft trauen die Universitäten den Bachelor-Abschlüssen der Fachhochschulen noch nicht ganz. Leichter lässt sich der Übergang gestalten, wenn es sich um eine Einrichtung handelt, an der beides angeboten wird. Wer also künftig während seines Studiums den Wunsch verspürt, in die eine oder andere Richtung zu wechseln, kann dann von Glück sagen, wenn er sein Studium an dieser neuen Brandenburgischen Technischen Universität aufgenommen hat."

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