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"Solar Explorer" getauft / Alu-Katamaran mit Glasboden bietet Raum für Experimente

"Schwimmendes Klassenzimmer" legt ab

Ellen Werner / 20.08.2012, 07:33 Uhr - Aktualisiert 20.08.2012, 17:38
Joachimsthal (MOZ) Ein Glas Sekt für die "Solar Explorer": Bei 100 Prozent Sonne und vor einem von Hunderten bevölkerten Badestrand wurde gestern das solare Forschungsschulschiff vom Werbellinsee getauft. Mit Brandenburgs Umweltstaatssekretär Daniel Rühmkorf an Bord stach der Katamaran in See.

33 Grad, die Sonne knallt. "Das ist fast schon zu gut", sagt Martin Krassuski. "In dem Glaskasten wird's nämlich heiß."

Taufe des Schwimmenden Klassenzimmers „Solar Explorer“ an der EJB Werbellinsee
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Schwimmendes Klassenzimmer

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Der reinblaue Himmel ist dennoch eine gute Voraussetzung für die Schiffstaufe und Jungfernfahrt. Immerhin kommt der Glaskasten auf Alu-Rümpfen allein mit der Energie der Sonne voran. Und Krassuski ist in Sachen "Solar Explorer" schon ganz anderen Widrigkeiten begegnet. "In meiner ganzen beruflichen Laufbahn hatte ich kein so anstrengendes Projekt wie dieses", sagt der Architekt, der sonst Häuser baut. Im Verein Kulturlandschaft Uckermark widmete sich das Team um Krassuski dem Bootsbau. Sechs Jahre hat es gedauert, bis der größte Traum und schließlich das größte Projekt des Fördervereins vom Biosphärenreservat Wirklichkeit wurde.

Das "Schwimmende Klassenzimmer" vom Bodensee stand Pate für die Idee. Umsetzen ließ sie sich schließlich dank des Konjunkturpaketes. 300 000 Euro aus Bundes- und Landesmitteln ließ das Brandenburger Umweltministerium dem Förderverein für den Bau des Experimentier-Schiffs zukommen. Für die aufwendige technische Ausstattung sorgten Sponsoren.

So leuchtet gleich hinter dem Steuerstand des Kapitäns eine digitale Schultafel. Es gibt Laptops und Bildschirme, PC-fähige Mikroskope, einen Kran am Heck. Auf dem 18 Meter langen Katamaran können Schüler, aber auch Touristen Laborarbeitsplätze nutzen. Beispielsweise dem Werbellinsee entnommene Wasserproben können noch auf dem Wasser analysiert, die Ergebnisse in die Rechner eingespeist werden. "Es wird auch W-LAN geben", sagt Klaus Pape von der Verwaltung der Biosphäre. Sogar auf dem Stick können Schüler ihre Erkenntnisse mit nach Hause nehmen.

Mit einer ferngesteuerten Unterwasserkamera ist es möglich, bis auf den Grund des stellenweise 55 Meter tiefen Sees zu blicken. Bis zu 48 lernbegierige Fahrgäste finden Platz auf dem in Swinemünde (Polen) erbauten Forschungsschiff.

Am Sonntag sind die Passagierlisten für die ersten "Explorer"-Fahrten schnell voll. Von den Stegen am Strand der Europäische Jugenderholungs- und Begegnungsstätte (EJB) sticht der Katamaran in den See. Brandenburgs Umweltstaatssekretär Daniel Rühmkorf lobt die "Solar Explorer" als Lernort und beispielhaftes Projekt der außerschulischen Umweltbildung.

Nach der Jungfernfahrt ist nun künftig offiziell das Experimentieren an Bord möglich. Die EJB wird einer der Hauptpartner für die Bildungsprojekte sein. Über Europa-Schul-Projekte dürfte das Boot von Zeit zu Zeit auch mit internationaler Besatzung unterwegs sein. Erste "exklusive Umweltbildungsfahrten" bietet der Verein Kulturlandschaft Uckermark - der Bootseigner und -betreiber - schon in den nächsten Tagen an. Am 27., 29. und 31. August wird der Katamaran jeweils ab 15 Uhr unterwegs sein.Interessenten sollten sich mit der Anmeldung beeilen.

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